Weißdorn

Weißdorn-Blütezeit: Wann zeigt sich das weiße Blütenmeer?

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Der Weißdorn, ein vielseitiger und ökologisch wertvoller Strauch, verzaubert im späten Frühling mit seiner weißen Blütenpracht und seinem intensiven Duft. Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Weißdorn-Arten, die Faktoren, die ihre Blütezeit beeinflussen, und ihre Bedeutung für Mensch und Natur.

Weißdorn Blütezeit

Weißdorn-Arten und ihre Blütezeiten

Wenn Ihr Garten im Mai und Juni in ein Meer aus weißen Blüten und intensivem Duft getaucht ist, dann ist die Blütezeit des Weißdorns (Crataegus) angebrochen. Die verschiedenen Arten dieses vielseitigen Strauches unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch in ihren spezifischen Blütezeiten. In Mitteleuropa sind insbesondere die folgenden Arten heimisch:

  • Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna): Dieser Weißdorn ist in ganz Bayern bis in Höhenlagen von über 1.000 Metern verbreitet. Er zeichnet sich durch seine einfachen Blütengriffel aus und erfreut uns von Mai bis Juni mit seiner Blütenpracht.
  • Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus laevigata): Wie der Name schon verrät, besitzt diese Art zwei Blütengriffel. Auch sie blüht zwischen Mai und Juni und ist in Bayern bis zu einer Höhe von 900 Metern zu finden.
  • Großkelchiger Weißdorn (Crataegus rhipidophylla): Diese Art bevorzugt die tieferen Lagen Bayerns und teilt sich mit den anderen Arten die Blütezeit von Mai bis Juni.

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Neben diesen heimischen Arten bereichern auch Zuchtformen wie der Rotdorn (Crataegus laevigata ‚Paul’s Scarlet‘) mit seinen zartrosa Blüten die heimischen Gärten und Parkanlagen. Seine heilende Wirkung ist jedoch im Vergleich zu den weißen Weißdorn-Arten geringer. Jede dieser Arten lockt mit ihrer einzigartigen Schönheit Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an und trägt somit zur Artenvielfalt in Ihrem Garten bei.

Faktoren, die die Blütezeit beeinflussen

Die Blütezeit des Weißdorns kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Dazu gehören:

  • Klima: Ein milder Frühling mit viel Sonnenschein lässt den Weißdorn früher erblühen. Spätfröste hingegen können die Blüte verzögern oder sogar die Blütenentwicklung beeinträchtigen.
  • Standort: Am besten gedeiht der Weißdorn an einem sonnigen bis halbschattigen Platz. An schattigeren Standorten fällt die Blütenbildung geringer aus.
  • Bodenbeschaffenheit: Ein durchlässiger, humoser und nährstoffreicher Boden fördert eine üppige Blütenpracht. Staunässe hingegen schadet dem Wurzelwerk und sollte vermieden werden.
  • Sortenauswahl: Unterschiedliche Weißdorn-Arten und -Sorten haben unterschiedliche Blütezeiten. Die Wahl der Sorte beeinflusst somit den Zeitpunkt der Blüte.
  • Pflege: Ein regelmäßiger Schnitt fördert die Verzweigung des Weißdorns und führt in den Folgejahren zu einer reichhaltigeren Blüte. Auch eine ausreichende Wasser- und Nährstoffversorgung ist wichtig, insbesondere in Trockenperioden und während des Wachstums.
  • Witterung im Vorjahr: Auch die Witterungsbedingungen des Vorjahres können die Blütezeit beeinflussen, da sie das Wachstum und die Vitalität der Pflanze prägen.

Bedeutung der Weißdornblüte für die Natur

Der Weißdorn spielt eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht und ist ein wertvoller Lebensraum für viele Tierarten. Seine Bedeutung für die Natur lässt sich in folgenden Punkten zusammenfassen:

  • Nahrungsquelle für Bestäuber: Die Blüten des Weißdorns ziehen eine Vielzahl von Bestäubern an, darunter Bienen, Fliegen, Wildbienen wie die Sandbienen (Andrena) und die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) sowie Schmetterlinge wie der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamaeris lucina). Der Nektar- und Pollenreichtum der Blüten ist besonders im Frühling eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten.
  • Brutstätte und Schutzraum für Vögel: Mit seinen dornigen Zweigen und dem dichten Blattwerk bietet der Weißdorn Schutz vor Fressfeinden und dient vielen Vogelarten als Nistplatz. Der Neuntöter (Lanius collurio) nutzt die Dornen, um seine Beute aufzuspießen, während Amseln die Früchte des Weißdorns fressen und so zur Verbreitung seiner Samen beitragen.
  • Nahrungsquelle für Wildtiere im Herbst: Die roten Früchte des Weißdorns sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere, insbesondere in den Wintermonaten, wenn andere Nahrungsquellen knapp sind.

Die Blüten und Früchte des Weißdorns leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität. Indem Sie Weißdorn in Ihrem Garten pflanzen, unterstützen Sie aktiv das ökologische Gleichgewicht.

Nutzung der Weißdornblüte durch den Menschen

Die Blüten und jungen Blätter des Weißdorns sind bekannt für ihre heilenden Eigenschaften und unterstützen das Herz und den Kreislauf. Ihre Anwendung ist besonders in folgenden Bereichen hilfreich:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Die Inhaltsstoffe des Weißdorns, insbesondere Flavonoide und oligomere Procyanidine, stärken die Funktion des Herzmuskels und fördern die Durchblutung der Herzkranzgefäße. Dies kann zur Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.
  • Stress und Nervosität: Die Weißdornblüte wirkt beruhigend und kann bei leichten Stresssymptomen sowie Schlafstörungen helfen. Sie ist auch bei Angstzuständen und nervösen Unruhen eine wertvolle Unterstützung.
  • Küche: Neben der medizinischen Anwendung finden die Knospen und jungen Blätter des Weißdorns auch in der Küche Verwendung. Die Knospen können frisch in Salaten genossen oder zusammen mit den jungen Blättern als Gemüsebeilage zubereitet werden.

Um die wohltuenden Eigenschaften des Weißdorns zu nutzen, werden die Blüten und Blätter meist zu Tee verarbeitet oder als Tinktur eingenommen. Für die Zubereitung eines Tees übergießen Sie 1-2 Teelöffel getrocknete Blüten mit kochendem Wasser und lassen den Aufguss 10-15 Minuten ziehen. Genießen Sie den Tee 2-3 Mal täglich.