Wann und wieso beginnt das erste Laub zu fallen?

Wenn der Sommer schon längst vorüber gezogen ist, verfärben sich in Deutschland die Blätter vieler Laubbäume, Sträucher und anderer Gewächse zunehmend. Das tolle Farbenspiel hält jedoch nicht lange an. Schon bald beginnt das Laub zu fallen…

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Der erste Laubfall läutet den Herbst ein

Wann fallen die ersten Laubblätter von den Bäumen?

Das erste Laub beginnt in der Regel im Herbst zum Vollherbstbeginn gegen Mitte Oktober zu fallen. Als Datum gilt der 16. Oktober. Daran halten sich natürlich nicht alle Bäume, denn jeder Baum reagiert anders auf seine Umgebung bzw. die allmählich sinkenden Temperaturen und die sich verkürzende Tageslänge. Zudem sind die Witterung und die Sonnenscheindauer der Tage von Jahr zu Jahr verschieden.

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Wie lange dauert es, bis das verfärbte Laub abfällt?

Der Laubfall setzt im Durchschnitt zwei Wochen nach der Verfärbung der Blätter ein. Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, die ihr buntes Laub noch länger tragen können. Zudem existieren Gewächse, deren Laub sich im Herbst nicht verfärbt. Ihre Blätter sind immergrün. Dazu gehören beispielsweise Efeu, Kirschlorbeer, Buchs und die Stechpalme.

Inwiefern hat sich der Laubfall im Laufe der Zeit verändert

Da die Winter in den vergangenen Jahren meist viel milder sind als zuvor, verlieren die Laubbäume ihre Blattgewand später. Dadurch geht der Laubfall verstärkt auf Ende Oktober zu. Manche Bäume lassen ihr Laub sogar erst im November fallen.

Wann werfen Nadelbäume ihre Nadeln ab?

Der überwiegende Teil der Nadelbäume wirft nur einzelne Nadeln im Jahresverlauf ab. Die Nadeln bleiben den Winter über an den Bäumen, da sie immergrün sind. Lediglich die alten Nadeln werden abgeworfen. An ihrer Stelle dringen neue Exemplare hervor.

Die Lärche bildet eine Ausnahme, denn sie wirft jedes Jahr ihr gesamtes Nadelwerk ab. Zunächst verfärbt es sich im Winter gelb, um daraufhin abzufallen.

Weshalb fällt das Laub von den Bäumen?

Der Laubfall ist ein Schutzmechanismus der Bäume. Die abnehmende Tageslänge und der Frost veranlassen die Bäume dazu, ihre Blätter von den restlichen Pflanzenteilen abzukoppeln. Die Blattstiele werden dazu verschlossen, sodass Nährstoffe nicht mehr in die Blätter vordringen können. Gleichzeitig wird Chlorophyll abgebaut und es kommt zur Blattverfärbung, da nun die anderen Farbstoffe wie Karotinoide und Anthocyane hervortreten. Sie lassen die Blätter im Herbst gelb, orange und rot aussehen. Fällt das Laub schließlich hernieder, zersetzt es sich zu Erde.

Warum werfen manche Bäume ihr Laub schon im Sommer ab?

Durch Hitze und Trockenheit geraten viele Laubbäume unter Stress und werfen im Zuge des Wassermangels in der Erde Blätter ab. Oftmals sind es Linden und Birken, die ihre Blätter im Sommer verlieren. Ebenso durch die Trockenheit kann man einen Fruchtfall bei vielen Bäumen beobachten.

Seltener werfen Bäume im Sommer ihr Laub aufgrund von Nässe im Boden, Krankheiten, Schädlingen (häufig bei der Rosskastanie) oder gar Schadstoffe in der Luft ab.

Tipp

Buchen und Eichen sind nicht krank, sondern geduldig

Wundern Sie sich nicht, wenn Rotbuche, Hainbuche und Eiche ihr bereits braunes Laub im Herbst und Winter einfach nicht verlieren. Sie tragen ihr Laubwerk meist noch bis zum Frühjahr. Erst bei Neuaustrieb fallen die alten Blätter ab.

Text: Anika Gütt
Artikelbild: Grisha Bruev/Shutterstock