Ist das hübsche Wandelröschen giftig?

Das Wandelröschen ist ein in unseren Grünanlagen häufig anzutreffendes Eisenkrautgewächs mit attraktiven Doldenblüten. Diese wechseln während der Blütezeit ihre Färbung und brachten der Zierpflanze ihren deutschen Namen ein. Ab September bilden sich aus ihnen leuchtend schwarze Früchte, von denen eine nicht zu unterschätzende Gefahr ausgehen kann.

Wandelröschen Beeren giftig
Die Früchte des Wandelröschens sind hochgiftig!
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Die Beeren sind hochgiftig

Die Giftstoffe des Wandelröschens, Lantadene und Triterpenester, sind in allen Pflanzenteilen enthalten. Am höchsten ist die Konzentration jedoch in den unreifen und reifen Beeren. Die Vergiftungssymptome ähneln denen einer Vergiftung mit Tollkirschen und äußern sich wie folgt:

  • Leberschädigungen
  • Störung des Gallenabflusses
  • Veränderungen der Enzyme von Blut und Leber
  • Dadurch hervorgerufen die typischen Merkmale einer Gelbsucht wie Verfärbung der Augäpfel und der Haut
  • Entzündungen der Haut (phototoxische Wirkung)
  • Pupillenerweiterung
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Unkontrollierte Muskelreaktionen

Vergiftungen im Kindesalter sind immer ein Notfall. Suchen sie beim Verdacht dass Ihr Kind von den Beeren oder Pflanzenteilen des Wandelröschens gegessen hat in jedem Fall einen Arzt auf.

Das Wandelröschen ist tiergiftig

Auch Haus- und Nutztiere wie Rinder, Schafe, Hunde, Katzen und Kleinnager sind gefährdet. Die Giftstoffe wirken bei ihnen phototoxisch, das heißt, die Vergiftungen werden durch das Zusammenspiel mit der Sonnenbestrahlung ausgelöst. Die Symptome äußern sich wie folgt:

  • Hautausschlag
  • Gelbsucht mit einer Gelbfärbung der Schleimhäute
  • Leberschädigung
  • blutiger Durchfall
  • Verstopfung
  • Bewegungsstörungen
  • Lichtempfindlichkeit

Das Wandelröschen ist hochgiftig für die Tiere. Rinder können bei regelmäßiger Aufnahme einer Menge von etwa 25 Gramm je Kilogramm Körpergewicht innerhalb einer Woche verenden.

Tipps

Da nicht nur das Wandelröschen sondern auch viele andere Zierpflanzen giftig sind empfiehlt es sich, bereits kleine Kinder auf die Gefährlichkeit des Naschens von unbekannten Gewächsen hinzuweisen.

Text: Sabine Kerschbaumer

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