Waldmeister nach der Ernte trocknen oder einfrieren?

Grundsätzlich kann der Waldmeister vom Frühjahr bis zum Herbst für die Verwendung als Heil- und Aromakraut gesammelt werden. Allerdings wird eine Ernte vor der Blüte aufgrund des danach stark ansteigenden Cumaringehalts empfohlen.

Waldmeister konservieren
Waldmeister lässt sich auf vielfältige Arten konservieren

Den Waldmeister richtig ernten und verarbeiten

In der Regel werden die frischen Stengel des Waldmeisters kurz vor der Blütezeit im April und Mai geerntet, was der Waldmeisterbowle auch den traditionellen Namen Maibowle eingebracht hat. Außer der Waldmeisterbowle können beispielsweise auch folgende Produkte mit dem charakteristischen Geschmack des Waldmeisters verfeinert werden:

  • Berliner Weisse
  • Waldmeistersirup
  • Waldmeisterlimonade
  • Waldmeistereis

In gewerblich hergestellten Desserts und Getränken ist die Verwendung von echtem Waldmeister allerdings bereits seit etlichen Jahren verboten, da ein übermäßiger und regelmäßiger Konsum bei Kindern und auch Erwachsenen zu gesundheitlichen Schäden führen könnte. Die Ernte des Waldmeisters im Frühjahr ist deshalb so wichtig, da mit der Blüte auch der Gehalt des arzneilich wirksamen Cumarins in den Blättern und Stengeln ansteigt. Bei einer sparsamen Verwendung kann dieser Stoff aber auch gesundheitlich positiv wirken und beispielsweise Kopfschmerzen lindern helfen. Lassen Sie den Waldmeister immer nur maximal 15 bis 30 Minuten in der Waldmeisterbowle oder in anderen Flüssigkeiten ziehen, um Überdosierungen vorzubeugen.

Das Trocknen von Waldmeister

Zum Trocknen werden in der Regel einige Stengel des Waldmeisters mit einem Faden gebündelt und kopfüber an einem gut belüfteten Ort aufgehängt. Schneller geht der Trocknungsvorgang im Backofen vor sich, allerdings sollte dann eine Temperatur von etwa 40 bis 50 Grad Celsius nicht überschritten und die Backofentür mit einem Löffelstil leicht offen gehalten werden, damit die austretende Feuchtigkeit aus den Pflanzen entweichen kann. Ein kurzes Anwelken des Waldmeisters über Nacht ist auch für eine frische Verwendung zu empfehlen, da dies das Aroma noch intensiviert.

Den Waldmeister einfrieren oder anfrieren

Die aromaverstärkende Wirkung des Anwelkens kann auch durch ein kurzes Anfrieren der Blätter erreicht werden. Dies können Sie sich zunutze machen, wenn Sie für das Anwelken über Nacht nicht genügend Zeit haben. Während getrocknete Waldmeisterblätter nur etwa einige Monate ihr Aroma behalten, können Sie den Waldmeister im Gefrierfach portioniert bis zu ein Jahr lang aufbewahren.

Tipps

Sollte Ihr Waldmeister schon geblüht haben, so können Sie diesen trotzdem noch verwenden. Achten Sie aber dann auf eine entsprechend sparsamere Dosierung.

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Text: Alexander Hallsteiner

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