Waldmeister ernten und frisch oder konserviert nutzen

In vielen Lebensmitteln ist Waldmeister aufgrund seiner Wirkstoffe wie dem Cumarin heutzutage nur noch als künstlicher Geschmack enthalten. Sie können das uralte Heilkraut aber relativ einfach selbst ernten und für die Verwendung konservieren.

Waldmeister ernten
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Waldmeister für die Ernte finden

Der Waldmeister ist als Wildpflanze nicht in allen Regionen Mitteleuropas gleich verbreitet. Er lässt sich aber am ehesten an schattigen Plätzen in lichten und nicht zu trockenen Wäldern entdecken. Hier bildet er aufgrund der Selbstaussaat der Samen und der Vermehrung über Wurzelausläufer an seinem Standort meist ausgedehnte Teppiche, die eine Höhe von maximal 30 Zentimetern erreichen. Seine charakteristischen Blätter, die lanzenförmig in Etagen kreisförmig um den Stengel angeordnet sind, machen ihn nur relativ schwer mit anderen Pflanzen verwechselbar. Besonders leicht ist Waldmeister nicht nur aufgrund seines süßlichen Dufts ab April und Mai zu finden, wenn die Blütezeit des Waldmeisters beginnt. Die Blüten sind wie kleine weiße Kreuze geformt und sollen angeblich als Vorbild für das Aussehen der Schweizer Flagge gedient haben.

Waldmeister selbst anbauen

Sollten Sie in den Wäldern in Ihrer Umgebung keinen Waldmeister finden können, so können Sie diesen auch relativ leicht selbst anpflanzen. Dazu können Sie einen schattigen Standort unter Bäumern oder Sträuchern im Garten nutzen, oder den Waldmeister an einem schattigen Platz direkt im Topf anbauen. Da es sich um einen Frostkeimer handelt, reicht die Aussaatzeit des Waldmeisters etwa von September bis Dezember. Eine größere Ernte sollte von den jungen Pflanzen allerdings erst im zweiten Standjahr gewonnen werden, da der Schnitt im ersten Jahr die Pflanzen in ihrer Entwicklung und ihrem Wachstum hemmt.

Der perfekte Zeitpunkt zum Ernten von Waldmeister

Im Prinzip kann Waldmeister vom Frühjahr bis zum Herbst geerntet und konserviert werden. Allerdings gibt es durchaus einen Grund, warum die auch für die typische Maibowle verwendete Pflanze schwerpunktmäßig vor der Blütezeit im Frühjahr geschnitten wird. Mit der Blüte steigt nämlich der Wert des enthaltenen Cumarins im Waldmeister stark an und damit auch die Gefahr einer Überdosierung, die zu Unwohlsein, Kopfschmerzen und bei regelmäßiger Einnahme sogar zu Leberschäden führen könnte. Daher ist der Zeitpunkt für die Ernte besser von Anfang bis Mitte April oder an kühlen Standorten auch bis Mitte Mai zu wählen.

Den Waldmeister haltbar machen

Der Waldmeister kann entweder durch Trocknen oder Einfrieren haltbar gemacht werden. Für das Trocknen können verschiedene Vorgangsweisen gewählt werden:

  • das Aufhängen gebundener Sträußchen an einem luftigen Platz
  • die Trocknung in einem Dörrapparat
  • das Trocknen bei niedriger Temperatur im leicht geöffneten Backofen

Zum Einfrieren können entweder gebundene Sträuße oder bereits gehackte Blätter portionsweise in das Gefrierfach gegeben werden.

Tipps & Tricks

Lassen Sie den frischen Waldmeister nach der Ernte einige Stunden anwelken oder kurz anfrieren, bevor Sie diesen für Maibowle oder andere Rezepte verwenden. Durch die Aufspaltung des Cumarins wird der Geschmack dann noch intensiver hervortreten.

WK

Text: Alexander Hallsteiner

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