Waldmeister sammeln und richtig verwenden

Die auch als Waldmeister bezeichnete Pflanze Galium odoratum ist schon seit dem Mittelalter eine häufig genutzte Arzneipflanze und für ihren charakteristischen Geschmack berühmt. Für ein optimales Ergebnis sollten beim Sammeln von Waldmeister einige Dinge beachtet werden.

Waldmeister sammeln
Früher Artikel Waldmeister einfrieren – für Lagerung und Geschmacksentwicklung

Den Standort von Waldmeister in der Natur finden

Der Waldmeister kommt nicht in allen Regionen Mitteleuropas gleich verbreitet vor. Allerdings ist er eine typische Waldpflanze, die bevorzugt an schattigen Standorten unter Bäumen und Sträuchern wächst. Besonders verbreitet ist der Waldmeister in Buchen- und anderen Laubwäldern, er kommt aber auch in Nadelwäldern vor. Bei geeigneten Bedingungen breitet sich der bodenbedeckende Waldmeister über Wurzelvermehrung und Samen innerhalb weniger Jahre über größere Flächen aus. Stellen mit Waldmeisterbewuchs im Wald sind am ehesten während der Blütezeit von etwa Mitte April bis Mai zu entdecken.

Die Pflanze eindeutig identifizieren

Bevor Sie im Wald Kräuter oder andere Pflanzen als Dekoration oder zur Verwendung in Lebensmitteln pflücken, so sollten Sie sich über deren Ungiftigkeit eindeutig sicher sein. Beim Waldmeister kann ein regelmäßiger Konsum in größeren Mengen zwar Unwohlsein hervorrufen und auch giftig auf die menschliche Leber wirken, ansonsten wirkt in Maßen konsumierter Waldmeister aber eher gesundheitsfördernd. Sie erkennen den Waldmeister im Wald an seinen bis zu 30 Zentimeter langen Stengeln, an denen die schmalen Blätter rundherum quirlförmig angeordnet sind. Im Frühjahr zeigen sich an den Spitzen zahlreiche weisse Blüten, die wie ein Kreuz aussehen. Auch eine Geruchsprobe kann Gewissheit verschaffen, denn der typische Waldmeistergeschmack lässt sich an den frischen Pflanzen auch als Geruch wahrnehmen.

Waldmeister richtig pflücken und verarbeiten

Sein stärkstes Aroma im Jahresverlauf entfaltet der Waldmeister kurz vor seiner Blüte im Frühjahr. Dann werden die grünen Stengel knapp oberhalb des Bodens mit einem Messer oder einer Kräutersichel abgeschnitten. Lassen Sie beim Pflücken von Waldmeister im Wald oder im Garten immer genügend Pflanzenteile stehen, damit sich der Waldmeister bis zum nächsten Jahr wieder erholen und vermehren kann. Verarbeiten können Sie den Waldmeister als:

  • Würzkraut in Salaten
  • Aromastoff für Süßspeisen
  • in Getränken wie der Waldmeisterbowle

Tipps & Tricks

Einen noch intensiveren Geschmack erhalten Produkte wie die mit dem Waldmeister hergestellte Maibowle, wenn Sie die geernteten Stengel eine Nacht lang trocknen und somit anwelken lassen.

WK

Text: Alexander Hallsteiner

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