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Sind Vogelbeeren giftig? Die Wahrheit hinter dem Mythos

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Vogelbeeren sind zwar nicht gänzlich giftig, sollten aber dennoch nicht roh verzehrt werden. Dieser Artikel klärt über die potenziellen Risiken auf und zeigt, wie man Vogelbeeren durch fachgerechte Verarbeitung genießen kann.

Vogelbeeren giftig

Sind Vogelbeeren giftig?

Die weit verbreitete Annahme, Vogelbeeren seien giftig, ist nicht ganz korrekt. Rohe Beeren enthalten Parasorbinsäure, einen Bitterstoff, der bei Verzehr in großen Mengen zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen kann. Vor allem Kinder reagieren empfindlicher auf diesen Stoff. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass jemand eine bedenkliche Menge roher Vogelbeeren verzehrt, da die Parasorbinsäure ihnen einen unangenehmen Geschmack verleiht. Gekocht sind die Beeren bedenkenlos genießbar, da die Parasorbinsäure durch Erhitzen in die ungiftige Sorbinsäure umgewandelt wird.

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Vogelbeeren genießen – so geht’s

Vogelbeeren können auf vielfältige Weise zubereitet und genossen werden. Durch das Erhitzen der Beeren, beispielsweise beim Kochen oder Backen, wird die Parasorbinsäure in die unschädliche Sorbinsäure umgewandelt.

  • Marmelade und Gelee: Vogelbeeren sind ideal für die Herstellung von Marmelade und Gelee. Ihr süß-säuerliches Aroma ergänzt besonders gut Wildgerichte oder Käse.
  • Kompott und Chutney: Als Kompott oder Chutney entfalten Vogelbeeren ihr volles Geschmackspotential und verleihen den Gerichten eine fruchtige Note mit einer leichten Bitternote.
  • Saft und Likör: Vogelbeeren können zu aromatischen Säften und Likören verarbeitet werden. Durch das Erhitzen oder Einlegen der Beeren wird die Parasorbinsäure abgebaut.

Weitere Methoden zur Reduzierung der Parasorbinsäure

Neben dem Erhitzen gibt es weitere Methoden, um den Parasorbinsäuregehalt in Vogelbeeren zu reduzieren:

  • Trocknen: Durch das Trocknen der Beeren sinkt der Gehalt an Parasorbinsäure deutlich. Getrocknete Vogelbeeren eignen sich gut als Zutat in Müslis oder Tees.
  • Frost: Frost wirkt ebenfalls verringernd auf die Parasorbinsäure. Die Beeren werden nach dem ersten Frost milder und süßer im Geschmack. Alternativ können die Beeren auch im Gefrierfach eingefroren werden, um den gleichen Effekt zu erzielen.

Vogelbeeren sammeln – was beachten?

Beim Sammeln von Vogelbeeren sollten einige Punkte beachtet werden:

  • Erntezeit: Die Beeren reifen ab Ende August, entfalten ihr bestes Aroma jedoch erst nach dem ersten Frost.
  • Verwechslungsgefahr: Es besteht die Möglichkeit, Vogelbeeren mit den Früchten des Feuerdorns zu verwechseln. Diese sind roh ungenießbar und für Haustiere sogar giftig.
  • Rücksicht auf die Tierwelt: Vögel sind auf die Beeren als Nahrungsquelle angewiesen. Deshalb sollte ein Teil der Früchte am Baum verbleiben.
Bilder: Yasonya / iStockphoto