Ein gemütlicher Strandkorb aus Europaletten – selbst gebaut

Wer sagt, dass ein Strandkorb nur an der Nord- und Ostseeküste stehen darf? Längst hat das attraktive Strandmöbel auch südlicher gelegene Gärten und Balkone erobert. Absolut im Trend und dabei noch kostengünstig sind Modelle, die Sie aus Europaletten ganz einfach selber bauen können. Mit unserer ausführlichen Anleitung und etwas handwerklichem Geschick wird das zum Kinderspiel.

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Aus Paletten lassen sich viele verschiedene Sitzvarianten bauen

Materialliste:

  • 8 Europaletten
  • 4 Bretter, 120 cm lang, 30 cm breit
  • Holzschrauben und Nägel
  • Lack oder Lasur

Damit der Strandkorb leichter zu transportieren ist, können Sie vier stabile Rollen anbringen. Das Dach lässt sich optional mit Markisenstoff verschönern.

Das benötigte Werkzeug:

  • Schleifpapier
  • Pinsel und Lackrolle
  • Zollstock
  • Hammer
  • Akkubohrer

Vorbereitung

Gerade wenn Sie die Paletten direkt bei einem Transportunternehmen besorgen, haben diesen häufig unschöne Gebrauchsspuren. Schleifen Sie deshalb das Holz zunächst ab und lackieren Sie es in einem Farbton Ihrer Wahl. Wetterfeste Farbe sorgt dafür, dass Ihr neues Gartenmöbel nicht verwittert.

Aufbau-Anleitung für das Unterteil

Zunächst wird die untere Hälfte des Strandkorbs mit den Sitzflächen gebaut. Stellen Sie hierzu zwei Europaletten hochkant im Abstand einer Europlatte auf. Die mit Latten versehene Fläche ist dabei nach innen gerichtet.

Die Europaletten verfügen über eine mittige Verstrebung. Rechts und links von dieser verbinden Sie die beiden Paletten nun mit 2 Brettern. Achten Sie auf einen gleichmäßigen Abstand zu den mittleren und äußeren Balken der Palette.

Eine weitere Europalette dient als Rückwand. Schrauben Sie diese im nächsten Arbeitsgang an. Auf die Bretter wird nun die vierte Palette gelegt. Diese bildet die großzügige Sitzfläche. Ebenfalls verschrauben.

Möchten Sie Rollen anbringen, um den Strandkorb einfach bewegen zu können, legen Sie ihn nun auf die Rückenlehne und befestigen Sie diese an den vier Ecken. Es ist empfehlenswert, Rollen mit Bremse zu verwenden, wie Sie beispielsweise für Möbel zum Einsatz kommen. So verhindern sie das ungewollte Wegrutschen, wenn sie sich hinsetzen möchten. Auch in Haushalten mit Kindern sollten Sie ausschließlich bremsbare Rollen verwenden.

Der obere Teil des Strandkorbs

Nun geht es schon an den Aufbau von Rückenlehne und Dach. Haben Sie sich gegen Rollen entschieden, beispielsweise weil das Gartenmöbel auf weichem Untergrund stehen soll, empfiehlt es sich, diese so anzubringen, dass sich die Verschraubung für Transport problemlos lösen lässt. Schraubenverbindungen mit Flügelmuttern sind in diesem Fall eine gute Alternative.

Wiederum werden zwei Paletten als Seitenwand mit einer Europalette, die als Rückwand dient, verschraubt. Bringen Sie darauf mindestens ein weiteres Brett an. Auf diese(s) wird die letzte Europalette gelegt und mit Schrauben verbunden, sodass der Strandkorb ein stabiles Dach hat. Beide Strandkorbteile nun aufeinander setzen und verbinden.

Alternativ können Sie die Rückenlehne in einem angenehmen Sitzwinkel anbringen. Dazu müssen Sie die ganze Europalette unten entsprechend abschrägen, sodass sich die gewünschte Neigung ergibt.

Das Dach wettergeschützt gestalten

Je nach individuellem Geschmack können Sie nun das Dach mit Dachpappe oder einem anderen Material abdecken. Die Eindeckung sorgt dafür, dass Sie auch bei Regen nicht nass werden und dass auch die Polsterung bei schlechtem Wetter trocken bleibt. Dachpappe unbedingt mit speziellen Stiften annageln.

Sehr attraktiv sieht es aus, wenn Sie das Oberteil mit Markisenstoff verschönern. Diesen können Sie einfach mit rostfreien Klammern und einem Tacker anbringen. Falten Sie hierbei einen Saum, denn die offenen Schnittkanten könnten ansonsten ausfransen.

Die Ausstattung des Strandkorbs

Damit es so richtig gemütlich wird, wird der Strandkorb mit weichen Gartensitzauflagen oder vielen Kissen ausgestattet.

Alternativ können Sie die Polster für die Sitzflächen selber bauen. Sie benötigen hierfür:

  • Siebdruckplatten
  • Schaumstoff
  • Markisenstoff
  • Sprühkleber, für Schaumstoff geeignet
  • Tacker mit Klammern

jeweils in der Größe der Sitzfläche und/oder Lehne.

Anleitung

  • Kleben Sie zunächst die Schaumstoffplatten mit dem Sprühkleber auf die Siebdruckplatten. Dies erleichtert das spätere Beziehen der Polster mit dem Stoff.
  • Legen Sie nun das Markisengewebe glatt aus und platzieren Sie darauf die Siebdruckplatte. Die Schaumstoffseite kommt auf dem Stoff zu liegen.
  • Kanten des Gewebes wie einen Saum falten.
  • Jeweils die gegenüberliegenden Seiten festtackern. Dabei den Markisenstoff spannen, damit keine unbeabsichtigten Falten entstehen.

Die fertigen Polsterteile können nun von unten mit der Sitzfläche und Lehne verschraubt werden.

Tipps

Auch die Seitenwände des selber gebauten Strandkorbs lassen sich mit bezogenen Siebdruckplatten verschönern. Pflanzengefäße zum Aufhängen verleihen dem Gartenmöbel aus Europaletten den letzten Schliff.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Oleinik Iuliia/Shutterstock
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