Schmackhafte Stockschwämmchen züchten und genießen

Zwischen Mai und Dezember finden Sie zumeist in Laub- aber auch in Nadelwäldern das parasitär lebende Stockschwämmchen, das als schmackhafter Speisepilz gilt. Die büschelig wachsende Art ist jedoch leicht mit sehr ähnlichen Giftpilzen zu verwechseln, weshalb Sie das Stockschwämmchen auch im eignen Garten züchten können - ganz ohne Gefahr für Leib und Leben.

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Stockschwämmchen eignen sich bestens für die Zucht daheim

Weshalb nur erfahrene Pilzkenner Stockschwämmchen sammeln sollten

Nur erfahrene Pilzsammler sollten sich auf die Suche nach wild wachsenden Stockschwämmchen machen und diese zudem immer bei einer Pilzberatungsstelle kontrollieren lassen. Die Pilze sind aufgrund des sehr ähnlichen Fruchtkörpers leicht mit dem tödlich giftigen Gift-Häubling zu verwechseln, der sich lediglich durch den weißlich bereiften, ungeschuppten Stiel und den gerieften Hutrand unterscheidet – Stockschwämmchen sind dagegen kaum gerieft. Der Gift-Häubling enthält dieselben Giftstoffe wie die ebenfalls tödlich giftigen Knollenblätterpilze. Es kann sogar vorkommen, dass Stockschwämmchen und Gift-Häublinge auf ein und demselben Baumstrunk vorkommen.

Ungefährliche Alternative: Stockschwämmchen selber züchten

Beim Japanischen Stockschwämmchen, auch Goldkäppchen oder Toskanapilz genannt, handelt es sich um einen ebenfalls essbaren Verwandten des bei uns heimischen Stockschwämmchens. Der kräftig orangefarbene Pilz ist in Japan sehr beliebt und dort fast ebenso bekannt wie der Shii-Take. Bei uns bekommen Sie den schmackhaften Zuchtpilz in Form von Körnerbrut oder Impfdübeln, die Sie zum Selberzüchten verwenden können.

So züchten Sie das Japanische Stockschwämmchen

Für das Züchten des Japanischen Stockschwämmchens benötigen Sie frisch geschlagenes Laubholz, möglichst Rot-Buche, Eiche, Birke, Pappel, aber auch Weide oder gesunde (d. h. nicht bereits von anderen Pilzen befallene!) Obstgehölze. Haben Sie einen solchen Stamm oder Stumpf, beimpfen Sie ihn wie folgt:

  • Stellen Sie das Holz an einen halbschattigen Ort auf.
  • Bringen Sie rund ums Holz Mulchmaterial aus.
  • Sägen Sie nun das Holz mit mehreren, quer verlaufenden Schnitten ein.
  • Diese sollten mindestens zehn Zentimeter tief sein.
  • Füllen Sie die Körnerbrut bzw. die Impfdübel tief in diese Schnitte ein.
  • Verschließen Sie die Schnitte mit weiterem organischem Material, z. B. Rindenmulch.
  • Halten Sie den Baumstumpf ständig leicht feucht.

Es dauert ungefähr ein bis zwei Jahre, bis der Baum vollständig besiedelt ist und die ersten Stockschwämmchen geerntet werden können. Die Geduld wird aber belohnt, da Sie über mehrere Jahre hinweg immer wieder frische Pilze gewinnen.

Tipps

Stockschwämmchen werden durch Trocknen besonders aromatisch. Verwenden Sie hierfür vor allem die Stiele, da diese sich ohnehin nicht kochen lassen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: arenysam/Shutterstock

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