Kann man selbst Steinpilze züchten?

Im Wald Pilze suchen macht großen Spaß, ist aber auch mühsam und nicht immer von Erfolg gekrönt. Kein Wunder also, dass es immer wieder Versuche gab, den beliebten Steinpilz für den heimischen Anbau zu züchten. Da dieser jedoch bestimmte Lebensbedingungen für sein Gedeihen benötigt, die sich im heimischen Garten so einfach nicht nachgestalten lassen, ist ein solcher Versuch bisher noch niemandem gelungen. Aus diesem Grund können Sie zwar viele Edelpilze in einer Zuchtbox heranziehen, nicht jedoch den Steinpilz.

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Steinpilze lassen sich nicht in der Zuchtbox daheim züchten

Steinpilze brauchen bestimmte Lebensbedingungen

Der Grund dafür ist recht simpel: Der Steinpilz ist ein sogenannter Mykorrhiza-Pilz, der in enger Symbiose mit bestimmten Arten von Waldbäumen steht. Sie finden ihn vornehmlich unter Fichten, aber auch mit Eichen, Buchen und – seltener – Kiefern sind Vergesellschaftungen bekannt. Dabei genügt es nicht, einfach einen Buchenstamm mit Steinpilz-Sporen zu impfen – wie es beispielsweise beim Austernpilz geschieht – denn der Steinpilz gedeiht nur im Wurzelwerk lebender Bäume: Beide Arten sind für das gegenseitige Gedeihen aufeinander angewiesen.

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Wo Sie Steinpilze im Wald finden

Auch ein einzelner lebender Baum – etwa eine extra gepflanzte Buche oder Fichte im Vorgarten – ist für die eigene Steinpilz-Zucht nicht ausreichend. Stattdessen siedelt sich der Pilz je nach Unterart bevorzugt in älteren Laub- oder Mischwäldern mit einer dicken Moosschicht und einem lockeren Kronendach an. Vornehmlich sind Steinpilze auf sonnigen Lichtungen sowie auf sauren bis neutralen Böden zu finden. Guten Erfolg bei der Suche dürften Sie haben, wenn Sie den giftigen Fliegenpilz sichten – da der Steinpilz in dessen Nähe häufig anzutreffen ist, brauchen Sie nun nur noch genauer zu schauen.

Welche Speisepilze Sie selbst in einer Zuchtbox züchten können

Im Gegensatz zum Steinpilz gibt es jedoch eine ganze Reihe sehr schmackhafter Speisepilze, bei denen es sich nicht um Mykorrhiza-Pilze handelt und die deshalb recht unkompliziert in einer Zuchtbox eigens herangezogen werden können. So werden

und einige andere Arten teils seit Jahrhunderten schon erfolgreich kultiviert. Im Handel erhältliche Fertigkulturen-Sets ermöglichen einen unkomplizierten Anbau und eine schnelle Ernte.

Tipp

Es gibt einige Pilzarten, die dem begehrten Steinpilz recht ähnlich sehen. Der ebenfalls essbare Maronen-Röhrling verfärbt sich jedoch blau, während der ungenießbare Gallen-Röhrling extrem bitter schmeckt und Magen-Darm-Beschwerden verursachen kann.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: OllyPlu/Shutterstock

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