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Shiitake-Pilze züchten: So gelingt’s im eigenen Garten

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Shiitake-Pilze lassen sich relativ einfach selbst züchten. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung für die Kultivierung von Shiitake-Pilzen, sowohl auf Holzstämmen als auch auf Substratbasis. Schritt-für-Schritt-Anleitungen und praktische Tipps führen durch den gesamten Prozess von der Auswahl des Holzes bis zur Ernte der schmackhaften Pilze.

shiitake-zuechten
Shiitake-Pilze werden meist auf Holz gezogen

Geeignete Holzarten

Shiitake-Pilze bevorzugen Harthölzer, die ihnen optimale Wachstumsbedingungen bieten. Besonders gut eignen sich:

  • Eiche
  • Buche
  • Walnuss
  • Ahorn

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Auch einige Weichhölzer wie Birke, Erle und Kirsche sind geeignet, allerdings fallen hier die Erträge oft geringer aus. Zudem sind Obstbaumhölzer wie Apfel und Pflaume empfehlenswert.

Vorbereitung der Holzstämme

Verwenden Sie frisch geschnittene Holzstämme, die innerhalb von drei Wochen nach der Fällung genutzt werden sollten. Ideal sind Stämme mit einem Durchmesser von 10 bis 20 cm und etwa 1 Meter Länge. Bei im Winter geschlagenem Holz sollten die Stämme 24 bis 48 Stunden in Wasser eingeweicht werden, um genügend Feuchtigkeit für das Pilzwachstum zu gewährleisten.

Impfung der Holzstämme

Die Impfung erfolgt mit Shiitake-Pilzbrut in Form von Körnern oder Dübeln. Gehen Sie schrittweise vor:

  1. Versetzte Doppelschnitte mit der Motorsäge bis zur Hälfte des Stammdurchmessers ausführen.
  2. Körnerbrut in die Schnitte einbringen und mit Klebeband oder Mullbinden verschließen.
  3. Alternativ Bohrlöcher ringsum den Stamm erstellen, Dübel einführen und mit einem Hammer einschlagen.
  4. Löcher mit Klebeband oder Frischhaltefolie verschließen.

Ein Liter Körnerbrut reicht für 3 bis 4 Stämme.

Brutzeit und Reifung

Nach der Impfung wickeln Sie die Stämme in Plastikfolie oder stellen sie in einen großen Plastiksack. Lagern Sie die Stämme im Dunkeln bei 20 bis 22°C für 19 bis 22 Tage. Anschließend kommt die Reifung bei 10 bis 22°C. Nach 6 bis 12 Monaten zeigt sich weißes Myzel, das sich im reifen Zustand bräunlich bis schwarz verfärbt.

Fruchtbildung

Stellen Sie die reifen Holzstämme ins Freie, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und Wind. Bei Temperaturen zwischen 10 und 25°C und einer Luftfeuchtigkeit von 65 bis 85 % sind die Bedingungen ideal. In feuchten Perioden fördert ein 24-stündiges Untertauchen des Stammes die Fruchtbildung. Auch Aufschlagen der Stämme auf den Boden kann hilfreich sein. Die Stämme tragen bis zu 10 Jahre Früchte.

Shiitake-Zucht auf Substrat

Die Schnelligkeit dieser Methode macht sie ideal für den Innenanbau. Nutzen Sie dafür:

  • Kaffeesatz
  • Sägespäne
  • Gips und Kalk (1-2% der Substratmasse)
  • Shiitake-Pilzbrut
  • Sterilisationsbehälter (z.B. Schnellkochtopf)
  • Mikrofilterbeutel

Zur Vorbereitung des Substrats mischen Sie drei Teile Sägespäne mit einem Teil Kaffeesatz und ergänzen 1-2 % Gips und Kalk. Sterilisieren Sie das Substrat, füllen es danach in Mikrofilterbeutel und beimpfen es mit Pilzbrut.

Substratherstellung

Das Substrat sollte nicht zu feucht sein. Um eine gute Feuchtigkeitsbalance zu erzielen, darf beim Zusammendrücken kein Wasser heraustropfen.

Substratsterilisation

Sterilisieren Sie das Substrat im Schnellkochtopf bei 121°C für mindestens 2 Stunden. Achten Sie darauf, dass sich der Dampf gut verteilt.

Substratbeimpfung

Mischen Sie die abgekühlte Pilzbrut gründlich mit dem Substrat unter sterilen Bedingungen:

  • Tragen Sie Einweghandschuhe und desinfizieren Sie alle Utensilien.
  • Beimpfen Sie das Substrat in einer sauberen Umgebung.
  • Füllen Sie das beimpfte Substrat in Mikrofilterbeutel und lagern es bei 12 bis 16°C.

Fruchtung

Sobald das Myzel das Substrat vollständig durchwachsen hat und sich braun verfärbt, kann der Substratblock bei etwa 20°C zur Fruchtung gebracht werden. Besprühen Sie den Block täglich mit Wasser zur Sicherung der nötigen Feuchtigkeit.

Ernte

Ernten Sie die Pilze, sobald sich die Haut unter dem Pilzhut löst. Schneiden Sie die Pilze mit einem scharfen Messer am Substratblock ab. Nach der Ernte können Sie den Substratblock wieder wässern, um weitere Ernten zu erzielen.

Bilder: EQRoy / Shutterstock