Vom Nutzen und Schaden der Speckkäfer

Sie sind bei Vermietern und Hausbesitzern gefürchtet und verursachen Panik bei den direkt Betroffenen. Wenn sich Speckkäfer in der Wohnung angesiedelt haben, kommen Bilder von verwahrlosten Wohnungen in den Sinn. Tatsächlich können die Insekten zufällig in saubere Wohnungen gelangen.

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Speckkäfer sind nicht zu übersehen

Das Wichtigste in Kürze

  • Speckkäfer gelten als Kulturfolger und sind Vorrats-, Hygiene- und Materialschädlinge. Ihre Larven sind dicht beborstet und können Allergien verursachen.
  • Die Schadinsekten können durch Hitze- oder Kälteeinwirkung abgetötet werden. Bewährt haben sich Fallen oder der Einsatz von räuberischen Nützlingen. Chemische Mittel wirken nur bei gründlichem Einsatz und bergen Gesundheitsrisiken.
  • Speckkäfer kommen über Tiernahrung oder durch offene Fenster in die Wohnung. Hygienemaßnahmen dienen der Befallsvorbeugung.
  • Neben dem Gemeinen Speckkäfer gibt es drei weitere Arten, die weit verbreitet sind. Ihre Larven fühlen sich in dunklen Nischen wohl.

Ist der Speckkäfer gefährlich?

Hat sich der Speckkäfer in der Nähe des Menschen niedergelassen, sind Bekämpfungsmaßnahmen ratsam. Das Insekt kann sich unter den normalen Temperaturen in Häusern und Wohnungen gut vermehren und bis zu sechs Generationen pro Jahr hervorbringen. Werden über längere Zeit keine Maßnahmen gegen die Speckkäferpopulation unternommen, kann es zu starken Schäden und einem Massenbefall kommen. Der Speckkäfer gilt als Kulturfolger und tritt als Material- und Hygieneschädling auf.

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Vorsicht vor der Speckkäfer-Larve

Der Gemeine Speckkäfer produziert Larven mit einer auffälligen Erscheinung. Sie schützen sich mit langen Borsten vor Fraßfeinden. Diese Haare können durch die Raumluft verbreitet werden und Allergien verursachen. Zum Verpuppen suchen sich die Larven ein ungestörtes Versteck. Sie bohren sich in harte Materialien wie Holzbalken.

Wo sich Larven gerne verstecken:

  • unter Teppichböden
  • hinter Fußleisten
  • in Schubladen
  • zwischen Lattenrosten

Fraßschäden durch ausgewachsene Insekten

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Speckkäfer fressen so ziemlich alles – auch toten Fisch

Der Gemeine Speckkäfer gilt als Allesfresser, der sich von verschiedenen organischen Stoffen ernährt. Er frisst nicht nur Speck, Fleisch, Käse und Fisch sondern auch Flaschenkorken, Zigarren, Textilien und Wollwaren. Der Käfer hinterlässt rundliche Löcher im Gewebe von Kleidung und nagt die Haarspitzen von Pelzen ab. Sind Lebensmittel befallen, besteht ein Risiko durch Kotverunreinigung. Durch das Einatmen der Exkremente oder nach dem Verzehr können allergische Reaktionen und Beschwerden im Magen-Darm-Trakt auftreten.

Folgen durch einen Speckkäferbefall:

  • Kondenswasserbildung in befallenen Nischen, wodurch Schimmel begünstigt wird
  • Beunruhigung und Ekelgefühle werden beim Menschen ausgelöst
  • können zoologische Sammlungen zerstören

Schwere gesundheitliche Risiken oder Bisse vom Speckkäfer sind nicht zu befürchten.

Was tun gegen den Speckkäfer?

Im Anfangsstadium ist es oft ausreichend, wenn Sie gründliche Hygienemaßnahmen durchführen und sämtliche beschädigten Materialien aus Ihrem Haushalt entfernen. Weitere Maßnahmen zur Beseitigung oder der Griff zu chemischen Bekämpfungsmitteln können durch die Reinigung überflüssig werden.

Verhaltensregeln

Wenn Sie den Speckkäfer loswerden möchten, müssen Sie die Populationsentwicklung über einen längeren Zeitraum beobachten. Bis sich aus dem Ei ein ausgewachsener Käfer entwickelt hat, können sechs Wochen vergehen. Sammeln Sie in regelmäßigen Abständen über die nächsten zwei Monate alle Larven und Käfer ein, um diese unschädlich zu machen.

Entfernen Sie befallene Nahrungsmittel aus dem Haushalt, in dem Sie diese in eine gut verschlossene Plastiktüte verpacken und im Hausmüll entsorgen. Wenn Sie Fraßspuren an Ihrer Kleidung entdecken, sollten Sie diese in eine Reinigung bringen.

Hinweise zum Beseitigen:

  • Waschgänge mit niedrigen Temperaturen sind wirkungslos
  • bei 60 Grad Celsius sterben alle Entwicklungsstadien innerhalb zehn Minuten
  • durch Einfrieren in der Tiefkühltruhe bei weniger als -20 Grad Celsius sterben Käfer und Larven nach einigen Tagen

Speckkäfer durch Fallen beseitigen

Zur Bekämpfung des Speckkäfers haben sich Pheromonfallen als wirksam erwiesen. Diese basieren auf arttypischen Signalstoffen, mit denen die Käfer untereinander kommunizieren. Es reichen bereits wenige isolierte Moleküle dieser Botenstoffe aus, um die Männchen anzulocken. Gelangen sie in die Falle, bleiben sie an einer Klebefläche haften. Sie können sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien und verenden, sodass die Fortpflanzungsreihe unterbrochen wird.

Schlupfwespen gegen Speckkäfer

Schlupfwespen (12,99€ bei Amazon*) gehören zu den nützlichen Insekten, deren Nachkommen in den Speckkäferlarven parasitieren. Die Weibchen legen ihre Eier in die Larven, damit die nächste Generation nach dem Schlüpfen optimal mit Nahrung versorgt ist. Speckkäferlarven werden von innen aufgefressen. Es besteht keine Gefahr, dass sich Schlupfwespen nach dem Ausbringen massenhaft vermehren.

Vorteile durch Schlupfwespen:

  • bequeme Anwendung: Karten mit Schlupfwespeneier in den betroffenen Räumen auslegen
  • keine Gefahren: Schlupfwespen befallen keine Pflanzen oder Vorräte
  • sichere Bekämpfung: Nützlinge sterben, wenn keine Wirtstiere mehr leben

Lagerpiraten als Larvenvernichter

Raubwanze

Die Raubwanze saugt dem Speckkäfer das Leben aus

Die Raubwanze Xylocoris flavipes wird wegen ihres Verhaltens als Lagerpirat bezeichnet. Sie legt eine räuberische Verhaltensweise an den Tag und kann effektiv gegen Vorratsschädlinge eingesetzt werden. Mit Duftstoffen verwirren die Räuber ihre Beute, um diesen anschließend ein tödliches Gift über die Mundwerkzeuge zu injizieren. Nachdem die Beutetiere verendet sind, werden sie von den Raubwanzen ausgesaugt. Da die Nützlinge Larven und Eier bevorzugen, eignen sie sich ideal zur Bekämpfung von Speckkäferlarven.

Scheue Larve: Bekämpfung durch Stäubesilikate

Die feinen Partikel von Silikaten legen sich auf die Körperoberfläche der Larven und Käfer. Sie haben eine stark schmirgelnde Wirkung, wobei die schützende Wachsschicht der Insekten zerstört wird. Gleichzeitig wirkt Silikatstaub absorbierend, sodass die Schädlinge innerhalb kurzer Zeit durch Austrocknung verenden. Damit das Mittel seine volle Wirkung entfalten kann, müssen Larven und Käfer möglichst dick bestäubt werden. Ein bloßes Ausbringen auf den potentiellen Gangstraßen reicht meist nicht aus. Tragen Sie eine Maske, damit Sie die feinen Staubpartikel nicht einatmen.

Chemische Mittel als letzte Wahl

Insektizide sollten nicht von ungeschulten Personen verwendet werden. Die meisten Gifte sind Kontaktinsektizide, die sich auch negativ auf die menschliche Gesundheit auswirken können. Die Substanzen wirken meist nur kurzfristig und müssen häufiger angewendet werden. Der Bekämpfungserfolg sinkt, wenn Sie nicht alle Individuen erfassen. Vor allem bei den gut versteckten Larven reichen Kontaktinsektizide nicht aus.

Pyrethrum

Dieser Wirkstoff wird aus der Dalmatinischen Insektenblume gewonnen und beeinflusst das Nervensystem des Insekts. Die Schädlinge nehmen das Gift über die Körperoberfläche, durch Atmen oder mit der Nahrung auf. Es kommt zu einer massiven Schädigung der Nerven, bis die Schädlinge schließlich verenden.

Nachteile von Pyrethrinen:

  • wirken toxisch für sämtliche Insekten und Fische
  • zersetzen sich unter Einwirkung von Tageslicht
  • kurzzeitig wirksam, weswegen häufige Anwendungen notwendig sind

Pistal ist ein wirksames Mittel, welches unter die Kategorie der Naturinsektizide fällt. Es enthält Chrysanthemenextrakt und wirkt ähnlich wie Pyrethrum. Pistal kann in Form von Sprays oder Pulvern eingesetzt und hinter Schränke und Fußleisten gesprüht werden. Puppen und inaktive Larven haben eine niedrige Stoffwechselrate, weswegen auf eine ausreichend lange Einwirkzeit geachtet werden muss.

Einen Speckkäferbefall verhindern

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Durch eine gute Hygiene im Haus lässt sich einem Speckkäferbefall vorbeugen

Um einen Befall durch den Speckkäfer zu verhindern, sollten Sie einige Verhaltensregeln beachten. Die wichtigste Maßnahme ist das Verschließen sämtlicher Einflugwege wie Fenster und Luftschächte. Fliegengitter und Insektengaze sorgen dafür, dass den Schädlingen der Zutritt zu Ihrer Wohnung verwehrt bleibt. Entziehen Sie den Käfern die Lebensgrundlage. Versteckmöglichkeiten sollten regelmäßig auf einen Befall überprüft werden. Speckkäfer fühlen sich im Hausstaub wohl und werden von Hautschuppen und menschlichem Körpergeruch angezogen, weswegen Sie auf eine gründliche Hygiene achten sollten:

  • Kleidung vor der Aufbewahrung im Schrank waschen und gut trocknen lassen
  • Teppiche und Polstermöbel ausklopfen und absaugen
  • Vogelhalter sollten Kot und Federn regelmäßig entfernen
  • Tierhaare täglich aufsaugen
  • täglich lüften, vor allem in Bad und Küche

Fugen versiegeln

In Wohnungen mit Dielenböden finden Speckkäfer und deren Larven optimale Versteckmöglichkeiten. In den Fugen sammeln sich Haare und Lebensmittelreste an, die den Insekten Nahrung bieten. Reinigen Sie solche Zwischenräume gründlich und versiegeln Sie die Fugen anschließend. Auf diese Weise kann sich kein Schmutz ablagern und bereits verpuppte Larven werden eingeschlossen, sodass die Käfer nach der Metamorphose nicht ausfliegen können.

Mögliche Ursachen für einen Befall

Nester von Vögeln oder Wespen, die sich in der Nähe des Wohnhauses befinden, können eine Ursache für die Schädlingsentwicklung sein. In Taubenschlägen fühlen sich Speckkäfer besonders wohl. Kontrollieren Sie auch dunkle Dachböden auf die Aktivität von ungebetenen Untermietern. Die Käfer können unbemerkt durch gebrauchte Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände in die Wohnung gelangen. Häufig werden die Insekten über Trockenfutter für Hunde und Katzen eingeschleppt.

Drei Ursachen für einen Speckkäferbefall

Hintergrund

Das Verhalten der Speckkäfer

Gemeine Speckkäfer sind gute Flieger und nicht besonders kälteempfindlich. Sie orientieren sich an Lichtquellen. Die flugfähigen Insekten können bemerkenswerte Strecken zurücklegen und über große Entfernungen in die Nähe des Menschen gelangen. Sie fliegen durch Luftschächte, bis sie das Licht erreicht haben, oder gelangen durch geöffnete Fenster und Türen in das Gebäude. Die Larven führen ein Leben im Verborgenen und ziehen sich in dunkle Nischen zurück. Mit ihren Mundwerkzeugen können sich die Larven in verschiedene Materialien bohren:

  • Pappe, Styropor oder dicke Papierstapel
  • Kork oder Tabakballen
  • Mörtel und Holz

Wissenswertes über Speckkäfer

Der Gemeine Speckkäfer gehört zur Gattung Dermestes, einer niedrigeren Klassifizierung aus der Familie der Speckkäfer. Weltweit umfasst diese 50 Gattung mit etwa 1.300 verschiedenen Arten. In Mitteleuropa sind inklusive Dermestes lardarius 68 Arten heimisch. Speckkäfer sind weltweit verbreitete Schädlinge, denn sie treten als Kulturfolger in Erscheinung. Sie werden genutzt, um Tierskelette von Fleischresten zu befreien.

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Verwandte Speckkäfer weiterer Gattungen:

  • Attagenus: schwarz gefärbte Pelzkäfer, die Pelze, Wolle und Getreideprodukte fressen
  • Trogoderma: Khaprakäfer und Berlinkäfer, die etwa drei Millimeter lang werden
  • Anthrenus: Museumskäfer, die rundlich geformt sind und wenige Millimeter lang werden

Fortpflanzung und Eiablage

Speckkäfer paaren sich, wenn das Thermometer über 16 Grad Celsius steigt. In der menschlichen Umgebung sind ausgewachsene Käfer in der Lage, sich im Winter zu vermehren. Ein Weibchen kann bis zu 150 Eier produzieren, die einzeln oder in kleinen Paketen abgelegt werden. Das Weibchen baut sich kein Nest, sondern sucht sich für die Eiablage ein geeignetes Nahrungssubstrat. In der Natur kommen die Insekten in verlassenen Vogelnestern, Bienenstöcken oder in der Mulmschicht unter Laubbäumen vor. Federn, tote Jungvögel oder Aas dienen ihnen als Nahrungsquellen.

Entwicklung der Speckkäfer: Larven

Nachdem die Larve geschlüpft ist, durchläuft sie mehrere Entwicklungsstadien. Die Entwicklungszeit wird stark von den Temperaturen beeinflusst und kann zwischen einem und fünf Monaten schwanken. Die Larven häuten sich üblicherweise fünf Mal und überwintern bei Bedarf.

  • gesamte Entwicklung dauert bei 25 Grad Celsius etwa 1,5 Monate
  • bei 15 Grad Celsius benötigt die Larvenentwicklung fünf Monate
  • Männchen haben vier bis fünf Larvenstadien
  • Weibchen durchlaufen fünf bis sechs Entwicklungsstadien

Von der Larve zur Puppe

Die Maden bohren sich meist in Holz, um sich dort zu verpuppen. Sie hinterlassen Fraßgänge in harten Materialien, weswegen Speckkäferlarven als Schädlinge von Handelsgütern in Frage kommen. In der letzten Larvenhülle findet die Verpuppung statt. Hüllen der Larven und Puppen kontaminieren Lebensmittel und Materialien.

Lebensdauer

Während in der freien Natur häufig nur eine Generation pro Jahr hervorgebracht wird, entwickeln sich Speckkäferlarven in beheizten Räumen sehr schnell. Sie können pro Jahr bis zu sechs oder selten acht Generationen entwickeln. Unter normalen Bedingungen haben Speckkäfer eine Lebenserwartung von mehreren Monaten. Diese kann sich in menschlicher Umgebung auf ein Jahr ausdehnen.

Larven erkennen

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Die Larven ähneln dem erwachsenen Käfer kaum

Die Larven sind bei allen Speckkäfer deutlich segmentiert und mit langen Borsten besetzt. Die einzelnen Glieder sind dunkelbraun gefärbt mit einer weißen Ringelung. Durch die stark borstige Behaarung mit langen und kurzen Haaren unterscheiden sich Speckkäferlarven von Larven verwandter Käfer. Die Larven der Echten Speckkäfer erreichen eine Länge von 17 Millimeter. Zum Hinterleibsende verjüngt sich der Körper, dessen Kopf undeutlich vom Rest des Körpers abgesetzt ist. Im Brustbereich haben Speckkäfermaden drei Beinpaare. Der Hinterleib endet in zwei kleinen dornenartigen Fortsätzen.

Tipps

Klopfen Sie Teppiche und Polstermöbel regelmäßig aus oder bürsten Sie das Material ab. Dadurch entfernen Sie Hautschuppen und Haare, wodurch das Einnisten der Larven verhindert wird.

Welche Speckkäferarten gibt es?

Speckkäfer erreichen eine Größe zwischen einem und zehn Millimeter. Ihr Körper erscheint kompakt und ist rundlich bis oval gebaut. Vom Aussehen unterscheiden sich die Arten stark, wobei sie alle eine braune bis schwarze Grundfarbe besitzen. Einige Arten entwickeln rote, braune oder gelbe Flecken auf den Flügeldecken, während andere Speckkäfer eine farbige Binden- oder Fleckenzeichnung entwickeln.

Die Oberseite kann glatt, mit Schuppen besetzt oder behaart sein. Speckkäferlarven haben einen langgestreckten Körper, der dicht mit borstigen Haarbüscheln besetzt ist. Nur wenige Arten entwickeln zusätzlich Wehrhaare.

 Gemeiner SpeckkäferDornspeckkäferPeruanischer Speckkäfer
Optimaltemperatur25 Grad Celsius27 bis 30 Grad Celsius25 Grad Celsius
Luftfeuchtigkeit65 Prozent85 Prozent80 Prozent
Entwicklungsdauer48 Tage45 bis 60 Tagemehr als 60 Tage

Gemeiner Speckkäfer

Diese weit verbreitete Art trägt den wissenschaftlichen Namen Dermestes lardarius und entwickelt eine typische Musterung auf den Flügeldecken. Während der vordere Bereich gelblich gefärbt und mit drei schwarzen Punkten auf jeder Flügeldecke versehen ist, erscheint die hintere Hälfte der Flügeldecken schwarz. Im vorderen Bereich finden sich gelbliche Härchen. Der Käfer erreicht eine Länge zwischen sieben und neun Millimeter. Sein ovaler Körper ist vollständig beschuppt.

Bevorzugte Nahrung:

  • Aas und Tierkadaver oder ausgestopfte Tiere
  • Rohfelle, Horn, Hufen und Leder
  • Federn, Wolle und Felle
  • Textilien und Pelze
  • Speck, Schinken, Wurst, Hartkäse, Eiernudeln

Dornspeckkäfer

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Der Dornspeckkäfer ist leicht behaart

Diese Art ist unter dem wissenschaftlichen Namen Dermestes maculatus bekannt und gilt als Vorratsschädling, der als Kulturfolger weltweit verbreitet ist. Sein deutscher Name wurde von den kleinen Dornen abgeleitet, die am Ende der Deckflügel sitzen. Die Flügeldecken sind bräunlich, grau oder braunschwarz gefärbt und mit schwarzen Haaren besetzt, zwischen denen weiße Härchen eingestreut sind. Unterseits ist der Dornspeckkäfer weiß gefärbt. Er erreicht eine Körperlänge zwischen fünf und zehn Millimeter. Typisch ist das gelblich behaarte Schildchen zwischen Vorder- und Hinterleib.

Dornspeckkäfer befallen:

  • fettige Lebensmittel: getrockneter Fisch, Schinken, Speck
  • Kleidung aus Echthaar: Wolltextilien, Felle, Pelze
  • Bettwäsche: Daunenkissen und -decken
  • tierische Materialien: Präparate, Insektensammlungen, Leder
  • Einrichtungsgegenstände: Holzmöbel

Peruanischer Speckkäfer

Wenn Sie Bilder vom Peruanischen Speckkäfer mit dem Dornenspeckkäfer vergleichen, stellen Sie zuerst einen Größenunterschied fest. Dermestes peruvianus wird meist etwas länger als seine verwandte Art. Die Körperlänge variiert zwischen sieben und zehn Millimeter. Die Flügeldecken sind dunkelbraun oder schwarz gefärbt und glänzend. Typisch ist die gleichmäßige gelblichweiße Behaarung, die im Vergleich zum Dornspeckkäfer nur dünn und spärlich ausgeprägt ist.

Vorkommen des Vorratsschädlings:

  • in Großküchen, Lebensmittelbetrieben oder Privathaushalten
  • häufig in Großstädten verbreitet
  • befallen keratinhaltige Produkte wie Speck, Käse, Trockenfleisch und -fisch
  • auch in Trockenfutter für Hunde und Katzen oder an Kauknochen zu finden

Gestreifter Speckkäfer

Dermestes bicolor ist schwarz gefärbt und wird zwischen sieben und neun Millimeter lang. Auffällig sind die tiefen Längsfurchen, die besonders im hinteren Teil der Flügeldecken ausgeprägt sind. Im Schulterbereich und auf dem Halsschild ist der Gestreifte Speckkäfer gelblich behaart. Erwachsene Käfer werden von natürlichen und künstlichen Lichtquellen angelockt, weswegen die Vorrats- und Materialschädlinge häufig in Wohnungen und Häuser gelangen. Sie verursachen ähnliche Probleme wie der Dornspeckkäfer.

Wo sich Speckkäfer wohlfühlen

Katzenfutter Schaedlinge

Speckkäfer werden oft mit Katzen- oder Hundefutter eingeschleppt

Auch in sauberen Privathaushalten kann es zu einer Ausbreitung von Speckkäfern kommen. Die Insekten werden häufig über Hunde- und Katzenfutter eingeschleppt und verbreiten sich anschließend unbemerkt. Eine weitere Möglichkeit ist der Zuflug erwachsener Käfer von außen. Während adulte Speckkäfer von Lichtquellen angezogen werden, sind ihre Larven lichtscheu. Sie verstecken sich im Haus und in der Wohnung an sämtlichen Stellen, die dunkel sind und eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen.

Tipps

Stellen Sie Polstermöbel nicht direkt sondern mit etwas Abstand an die Wand. Dadurch kann die Luft zirkulieren und ein feuchtes Mikroklima wird verhindert.

Hilfe: Speckkäferlarve im Bett

Die Insekten verkriechen sich auch zwischen die Latten des Lattenrostes. Wenn Sie Larven des Speckkäfers im Bett finden, sollten Sie diese entfernen und sämtliche Zwischenräume gründlich reinigen. Schütteln Sie Ihre Bettwäsche aus und kontrollieren Sie Decken und Kissen auf mögliche Fraßspuren. Eine chemische Reinigung bei mehr als 50 Grad Celsius gewährleistet, dass die Schädlinge innerhalb weniger Stunden absterben.

Was eine Schädlingsausbreitung vorbeugt:

  • Teebaumöl in einer Duftlampe verdampfen
  • Zedernholz im Bettkasten auslegen
  • Eukalyptusblätter oder Lavendelzweige auf der Fensterbank lagern

Speckkäferlarve Im Kleiderschrank

Im Kleiderschrank finden die Larven optimale Lebensbedingungen. Zwischen den Textilien gibt es ausreichend Nahrung in Form von Hautschuppen und Haaren, oder die Insekten ernähren sich von Wollpullovern, Pelzen und Leder. Sie verkriechen sich zwischen der Kleidung oder bohren sich in das Holz ein, um sich dort zu verpuppen.

Wischen Sie Regalfächer mit einem feuchten Tuch und einer Reinigungslösung aus. In Wasser aufgelöstes Soda eignet sich ideal zur Desinfektion. Denken Sie auch an die Säuberung der Schubladen und Zwischenräume hinter dem Schrank. Kontrollieren Sie die Schrankwände auf Fraßgänge, in denen sich Puppen befinden können.

Häufig gestellte Fragen

Sind Speckkäfer gefährlich für Katzen?

Speckkäfer sind für Katzen nicht gefährlich. Es kann allerdings sein, dass sich Käfer oder Larven bei den Raubzügen Ihres Stubentigers im Fell verfangen. Auf diese Weise werden sie in die Wohnung geschleppt, wo sich die Larven in ein geschütztes Versteck zurückziehen. Weitaus wahrscheinlicher ist der Fall, dass die Käfer vom Geruch toter Mäuse angelockt werden. Insgesamt erhöht sich das Risiko eines Speckkäferbefalls nicht merklich für Katzenhalter.

Kann man Speckkäfer kaufen?

Die Insekten sind nicht nur schädlich, sondern erfüllen auch sinnvolle Zwecke. Bei Tierpräparationen werden die Käfer bevorzugt eingesetzt, da sie Tierskelette von Weichteilen befreien. Sie reinigen die Knochen gründlich, ohne dass das Skelett in seine Einzelteile zerfällt. Daher werden verschiedene Speckkäferarten wie der einfach zu züchtende Dornspeckkäfer zum Kauf angeboten.

Beißen Speckkäfer Menschen?

Käfer und Larven haben kräftige Mundwerkzeuge, mit denen sie sich durch verschiedene Materialien fressen können. Sie beschädigen Baumaterialien wie Holz oder Mörtel und hinterlassen Fraßspuren in Flaschenkorken. Die menschliche Haut wird in der Regel verschont. Für den Menschen geht keine Gefahr für Bisse durch den Speckkäfer aus.

Warum liegen viele tote Speckkäfer auf der Fensterbank?

Zahlreiche Arten aus der Familie der Speckkäfer sind positiv phototaktisch. Sie werden vom Sonnenlicht angezogen, sobald die Temperaturen über 16 Grad Celsius steigen. Sie sammeln sich vor dem geschlossenen Fenster, wo sie verenden. Wenn Sie eine große Ansammlung von toten Käfern auf Ihrer Fensterbank finden, ist ein Schädlingsbefall wahrscheinlich. Kontrollieren Sie dann Nahrungsmittel und reinigen Sie sämtliche Nischen.

Sind Speckkäfer nützlich?

In der Natur übernehmen die Insekten wichtige Ökosystemfunktionen. Als Aasfresser sind sie maßgebliche an der Zersetzung von Tierkadavern beteiligt. Die Larven ernähren sich hauptsächlich von Keratin und gehören damit zur den Nahrungsspezialisten. Keratin ist ein wasserunlösliches Protein, welches in Haaren, Horn und Federn vorkommt. Die Insekten halten auf diese Weise die Natur sauber.

In der Wohnung verwandelt sich diese nützliche Funktion schnell in einen Nachteil, denn die Insekten vermehren sich unter optimalen Bedingungen mehrmals im Jahr. Larven und adulte Käfer fressen sich in verschiedene Materialien und Lebensmittel, die durch Kot verunreinigt werden können. Der fadenförmige Kot ist auf hellem Untergrund besonders gut erkennbar. Larven fördern in Nischen die Bildung von Kondenswasser, wodurch die Gefahr der Schimmelbildung besteht.

Text: Christine Riel
Artikelbilder: Tomasz Klejdysz/Shutterstock, Vanessa Becker-Miller/Shutterstock, Serdiukov/Shutterstock, Africa Studio/Shutterstock

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