Das Schneeglöckchen – seinen Besonderheiten auf der Spur

Fast jeder kennt es. Selbst Kinder können seine Blüten einem Namen zuordnen. Doch es wirkt gewöhnlich und unspektakulär. Ein kurzer Blick genügt. Dabei ist das Schneeglöckchen alles andere als langweilig...

Besonderheiten des Schneeglöckchens

Das Schneeglöckchen steht unter Naturschutz

Schneeglöckchen sind in ihrer wilden Form äußerst selten geworden. Aus diesem Grund sind sie in Deutschland geschützt. Sie fallen unter den Naturschutz. Das Sammeln und mutwillige Zerstören dieser Gewächse sind verboten.

Für Sie bedeutet das: Graben Sie Schneeglöckchen in der Natur nie aus! Fragen Sie lieber einen Gartennachbarn, ob er seine Schneeglöckchen trennt und ihnen ein paar Exemplare schenkt. Alternativ können Sie die Samen oder Pflanzen im Internet oder Gartencenter kaufen.

Das Schneeglöckchen ist giftig

Für Mensch und Tier ist das Schneeglöcken giftig. Vor allem die Zwiebel ist für ihren hohen Gehalt an Amaryllidaceae bekannt. Blätter, Stängel und Blüte enthalten eine geringere Dosis Gift. In ihnen stecken Tazettin, Galanthamin und Lycorin.

Bislang ist die tödliche Dosis nicht bekannt. Dennoch sollte man vom Verzehr dieser Gewächse absehen. Eine Vergiftung äußerst sich unter anderen in folgenden Symptomen:

  • verstärkter Speichelfluss
  • verenge Pupillen
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Lähmungen

Das Schneeglöckchen wird in der Medizin genutzt

Obgleich das Schneeglöckchen als giftig gilt, kann es zu Heilzwecken verwendet werden. In der Medizin wird Galanthamin aus Schneeglöckchen extrahiert. Dieser Wirkstoff wird unter anderen zum Lindern von Herzleiden, Demenz und Menstruationsbeschwerden eingesetzt.

Das Schneeglöckchen ist einer der ersten Frühblüher

Das Schneeglöckchen ist schneller als Winterlinge, Narzissen, Krokusse etc. Es blüht auch dann, wenn sich eine dicke Schneedecke über seiner Zwiebel befindet. Sobald der Frost kurz nachlässt, treibt es aus. Das ist in der Regel zwischen Januar und Februar der Fall. Die zarte Knospe wird durch ein extra Blatt vor Kälte geschützt.

Das Schneeglöckchen erzeugt beim Wachsen Wärme

  • Zucker in der Zwiebel wird verbrannt
  • Wärme wird erzeugt
  • Temperatur zwischen 8 und 10 °C bringt darüber- und umliegenden Schnee zum Schmelzen
  • geschmolzener Schnee dient zur Bewässerung der Zwiebeln
  • daher der Beiname: Durchstecher (durchsticht den Schnee)

Tipps & Tricks

Da Schneeglöckchensamen gern von Ameisen verbreitet werden, brauchen Sie die Pflanze nicht mit eigenen Händen vermehren. Das übernehmen die fleißigen Insekten…

Text: Anika Gütt

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