Scharlachroter Feuerkäfer – Lebensweise und Nahrung

Diese Art sieht auf den ersten Blick gefährlich aus, denn die Flügeldecken leuchten in intensiven Farbtönen. Es gibt einige Arten, die bei Laien Verwechslungen verursachen. Doch bei genauerer Betrachtung ist dieser Käfer eindeutig zu identifizieren.

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Der Scharlachrote Feuerkäfer macht mit seiner Farbe seinem Namen alle Ehre

So erkennen Sie die Tiere

Die Feuerkäfer oder Kardinäle stellen eine Familie dar, die etwa 140 Arten umfasst. Drei Familienvertreter sind in Deutschland heimisch, wobei Pyrochroa coccinea häufig zu beobachten ist. Dieser Käfer zeichnet sich durch einen langgestreckten und flachen Körper aus. Er erreicht eine Länge von ca. zwei Zentimeter und leuchtet in scharlachroten Farbtönen. Der Kopf ist vollständig schwarz gefärbt. Auffällig sind die Fühler, welche bei Weibchen gesägt und bei Männchen gekämmt sind.

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Verwechslungsmöglichkeiten

  • Lilienhähnchen: hat keine gefächerten Antennen
  • Rotköpfiger Feuerkäfer: weist eine deutliche Rotfärbung am Kopf auf
  • Feuerwanze: mit deutlich schwarz-roter Musterung

Larvenstadium

Die Nachkommen haben eine platt gedrückte Form und sind kräftig gelb gefärbt. Auffällig sind zwei Dornen am Hinterleibsende. Es dauert zwei bis drei Jahre, bis sich die Larve verpuppt und als vollständig entwickeltes Exemplar aus dem Kokon schlüpft. In diesem Endstadium fressen die Tiere nur noch selten.

Vorkommen und Auftreten

Diese Art ist über den gesamten europäischen Kontinent verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Norden bis nach Mittelschweden, das mittlere Finnland und Südnorwegen. Aufgrund der Nahrung bevorzugen sie waldreiche Gebiete mit Totholzanteilen. Ihre Hauptflugzeit liegt zwischen Mai und Juni. In Gärten sind die Tiere seltener anzutreffen, wenn sich das Grundstück in Waldnähe befindet.

Nützliche Käfer

Während sich ausgewachsene Exemplare von süßen Flüssigkeiten wie Honigtau und Baumsäften ernähren, erweisen sich ihre Larven als echte Nützlinge. Sie leben im Totholz und unter Baumrinden. Dort fressen die Räuber nicht nur Pilzgeflechte, sondern auch Käferlarven und Insekten. Die Borkenkäferlave nimmt einen Platz auf der Speisekarte ein.

Sind Feuerkäfer gefährlich?

Rote Farben repräsentieren in der Tierwelt ein Warnsignal. Sie signalisieren potentiellen Fressfeinden, dass sie ungenießbar oder giftig sind. Pyrochroa coccinea versucht sich durch seine rote Färbung ebenfalls zu schützen, indem er Räuber in die Irre führt. Für den Menschen ist er völlig ungefährlich. Mit seinen Mundwerkzeugen ist der Käfer nicht in der Lage, die Haut zu durchbohren. Es gibt zudem keine Hinweise über toxischen Effekte auf die menschliche Gesundheit.

Sind Bekämpfungsmaßnahmen notwendig?

Die erwachsenen Kardinäle richten keinen Schaden an Nutz- oder Zierpflanzen an. Sie halten sich dort auf, wo Blattläuse leben und Pflanzensäfte aus offenen Wunden am Baum austreten. Um an ihre Nahrung zu kommen, zerstören sie kein pflanzliches Gewebe. Eine Bekämpfung ist daher nicht sinnvoll. Auch die Larven richten keine Schäden an, da sie nicht das Holz zersetzen. Wegen ihrer Vorliebe für Insektenlarven können diese als Nützlinge angesehen werden.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Christian Musat/Shutterstock

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