Ranunkelstrauch: Pflegen und Sorte

Der Ranunkelstrauch ist mit seinen dottergelben, vielen Blüten im Frühjahr eine überaus fröhliche, schlicht-hübsche Erscheinung. Dazu ist er auch noch ausgesprochen genügsam und braucht nur hier und da ein wenig Schnittpflege.

ranunkelstrauch
Der Ranunkelstrauch begeistert mit seinen goldfarbenen Röschen

Herkunft

Der botanische Name des Ranunkelstrauchs lautet Kerria japonica – zu deutsch auch Japanische Kerrie. Damit ist sein Herkunftsgebiet in ostasiatischen Gefilden nicht schwer zu erraten. Das Rosengewächs ist monotypisch, hat also innerhalb seiner Gattung keine Nebenarten. In Mitteleuropa gedeiht der Ranunkelstrauch, der wegen seiner dottergelben, hübschen Blüten auch Goldröschen genannt wird, gemäß seines klimatisch nicht besonders anderen Ursprungshabitats sehr gut. Er ist frostresistent und kann daher problemlos dauerhaft im Garten gepflanzt werden. Auch in öffentlichen Parks wird der Strauch gern zur Zierde eingesetzt.

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Wachstum

Der Ranunkelstrauch zeigt einen sehr buschigen Wuchs mit sparrig abstrebenden Seitentrieben. Dadurch kann er recht schnell etwas unstrukturiert wirken und eignet sich nicht unbedingt für dichte Formschnitthecken. Vielmehr profitiert man für eine fröhliche Frühlingsgartengestaltung von seiner luftig-legeren Zweigstruktur, wenn man ihn solitär oder in lockerer Nachbarschaft zu anderen Strauchgehölzen pflanzt. Insgesamt erreicht das Goldröschen eine moderate Höhe von etwa einem bis zwei Metern. Es bildet lange Wurzelausläufer und ist grundsätzlich ziemlich pflegeleicht.

Blätter

Neben den hübschen, fröhlichen Blüten hat auch das Laub des Ranunkelstrauchs durchaus einen schönen Zierwert. Die hellgrünen Blätter stehen wechselständig an den Zweigen und haben eine längliche, dreieckige Form mit langer, geschmeidiger Spitze. Der Rand ist scharf doppelt gesägt und die ausgeprägte Blattäderung verleiht den Blättern eine markante Oberflächenstruktur. Da das Laub früh im Jahr austreibt, bietet der Ranunkelstrauch eine gute Möglichkeit, den Garten nach dem Winter bald zu begrünen. Im Sommer, wenn die Blüte Pause macht, spielt das frischgrüne Laub bei der Erscheinung des Ranunkelstrauchs die Hauptrolle.

Blüte

Von seinen dottergelben, offenflächigen Blüten hat die Kerria japonica sowohl ihren Hauptnamen Ranunkelstrauch (wegen ihrer Ähnlichkeit zu denen des Hahnenfußes), als auch seinen Beinamen Goldröschen. Sie erscheinen im im Frühjahr und bleiben bis in den Frühsommer bestehen. Es sind fünfzählige, tellerförmige Schalenblüten mit einem Durchmesser von etwa drei bis 6 Zentimetern. Die Blüten der Wildform haben viele Staubblätter und sind einfach – einige Zuchtformen sind hingegen rosettenartig gefüllt.

Blütezeit

Die Blüten öffnen sich im April und erfreuen mit ihrer goldgelben Farbe und ihrer hübschen Form bis in den Juni hinein. Damit ist der Ranunkelstrauch gewissermaßen auch eine Ablöse für die unmittelbar zuvor und ebenfalls gelb blühende Forsythie. Oft bildet der Strauch im Herbst noch einmal eine Nachblüte, vor allem die Sorte Kerria Pleniflora.
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Frucht

Im Sommer zwischen Juni und August reifen an der Kerrie kleine, unscheinbare Steinfrüchte. Sie haben eine braunschwarze Farbe und eine runzelige Haut.

Welcher Standort ist geeignet?

So heiter und leichtlebig der Rankunkelstrauch wirkt, so unbekümmert ist er auch in Sachen Standort. Weder an den Boden, noch an das Lichtangebot hat er besondere Ansprüche. Er gedeiht sowohl auf leicht sauren, als auch auf alkalischen Böden, sofern sie einigermaßen durchlässig und frisch sind. Einen Sonnenplatz toleriert er ebenso wie einen Baumschattenplatz – lichter Halbschatten ist ihm vielleicht am liebsten. Denn in voller Sonne können seine Blüten gegebenenfalls etwas ausbleichen.

Interessant für Gärten, die an stark befahrene Straßen grenzen oder für Bepflanzungen in Gewerbegebieten ist auch die Widerstandsfähigkeit des Ranunkelstrauchs gegen Abgase.
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Was ist die beste Pflanzzeit?

Einen Ranunkelstrauch pflanzen Sie am besten im Frühjahr. Um einer übermäßigen Ausbreitung vorzbeugen, ist der Einbau einer Wurzelsperre eine Überlegung wert. Den Wurzelballen können Sie für ein besseres Anwachsen vor dem Setzen in Wasser stellen.

Der richtige Pflanzabstand

Halten Sie zu Nachbargehölzen etwa einen halben bis ganzen Meter Abstand ein, je nachdem, ob Sie eine Schnitthecke oder eine Solitärstellung planen.

Ranunkelstrauch gießen

Der Ranunkelstrauch ist ein Flachwurzler und kann deshalb in längeren, heißen Trockenphasen eine zusätzliche Bewässerung brauchen. Ansonsten ist im Freiland keine besondere Gießversorgung nötig.

Ranunkelstrauch richtig düngen

Gedüngt werden muss der Ranunkeltstrauch eigentlich nicht. Lassen Sie ihn möglichst natürlich wachsen, denn bei einer Überversorgung mit Stickstoff kann er so auf Wachstum getrimmt werden, dass die so schöne Blüte ausbleibt. Wenn Sie dem Strauch etwas Gutes tun und ihn widerstandsfähiger gegen Krankheiten machen möchten, können Sie ihm im Frühjahr ein wenig Kompost.

Ranunkelstrauch richtig schneiden

Durch seinen stark sparrigen Wuchs kann der Ranunkelstrauch ohne Schnitt schnell etwas ungepflegt wirken. Wegen seiner rutenförmig abstrebenden Zweige werden Sie den Strauch wenig kompakt halten können. Dennoch sollten Sie ihn regelmäßig ein wenig in die Grenzen weisen, damit er von innen nicht verkahlt und nicht zu bodenaussaugend wird.

Da ein Formschnitt im Grunde sinnlos ist, gilt beim Ranunkelstrauch das Prinzip des Auslichtungsschnitts. Entfernen Sie also regelmäßig, am besten direkt nach der Blüte, alte Äste und unschön wachsende Triebe. Da die Kerrie eine starke Ausläufertendenz zeigt, sollten Sie außerdem überzählige Ausläufer immer wieder durch Abschneiden eindämmen – am besten noch bevor sie angewurzelt haben. Eine Verjüngungskur durch einen radikalen Rückschnitt verträgt der Ranunkelstrauch auch gut.

Die Schnittregeln im Überblick:

  • Regelmäßiges Schneiden für eine ansehnliche Strauchkontur nötig
  • Formschnitt wegen stark sparrigem Wuchs nicht wirklich möglich
  • Stattdessen: Auslichtung direkt nach der Blüte
  • Radikaler Rückschnitt wird gut vertragen

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Krankheiten

Die Kerrie ist nicht nur äußerst genügsam in Bezug auf den Standort, sondern auch noch sehr unempfindlich gegen Krankheiten und Schädlinge. Bei feuchtwarmer Witterung kann sie allerdings eventuell Pilzen befallen werden. Dabei sind vor allem der Mehltau und der Sternrußtau ein Risiko.

Mehltau

Beim Mehltau werden die Blätter von einem namensgebenden, mehligen Belag überzogen. Später verfärben sie sich braunschwarz, vertrocknen und fallen ab.

Bekämpfen können Sie den Mehltau zunächst einmal durch konsequentes Entfernen aller befallenen Blätter. Entsorgen Sie sie nicht auf dem Kompost, sondern im Restmüll, denn die Sporen können auf organischem Material überwintern. Zusätzlich eignet sich zur Bekämpfung eine Sprühkur aus verdünnter Milch. Bei fortgeschrittenem und hartnäckigem Befall können Sie auch zu einem Fungizid, möglichst auf Basis von Niemöl, greifen.

Sternrußtau

Dieser Pilz hat es allgemein auf Rosengewächse abgesehen und zeigt sich durch schwarzbraune Flecken auf den Blätter, die sich strahlenartig ausbreiten. Anschließend vergilben die Blätter und werden abgeworfen. Weitere Folgen sind eine Minderung oder gar ein komplettes Ausbleiben der Blüte und eine geschwächte Verholzung – das wiederum verringert die Frosthärte des Strauchs, sodass er auf Dauer durchaus absterben kann. Der Sternrußtau ist daher nicht zu unterschätzen.

Die Bekämpfung des Pilzes ist leider nicht ganz einfach. Wie beim Mehltau sollten Sie zunächst alle erkrankten Blätter sorgfältig entfernen und im Hausmüll entsorgen. Anschließend wenden Sie eine Spritzkur mit einem Fungizid oder mit sanfteren Mitteln in Form von Schachtelhalmtee oder Brennnesseljauche an.

Die Pilzsporen des Sternrußtaus sind sehr hartnäckig und können schwer ganz ausgerottet werden. Um der Verbreitung vorzubeugen, sollten Sie den Boden um den Strauch mit Asche oder Holzspänen abdecken und Falllaub immer gründlich entfernen. Grundsätzlich ist es auch ratsam, den Strauch prophylaktisch gegen den Befall zu wappnen, indem Sie ihn mit guter Nährstoffversorgung stärken und die Blätter möglichst trocken halten. So bieten Sie dem Pilz keine feuchten Ansiedlungsbedingungen. Gießen Sie also in Trockenphasen nur auf den Wurzelbereich.
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Braune Flecken

Braune Flecken auf den Blättern und gegebenenfalls auch auf den Ästen sind Zeichen für Pilzerkrankungen. Mehr erfahren Sie im Abschnitt Krankheiten.
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Ranunkelstrauch vermehren

Ausläufer

Um Ihren Ranunkelstrauch zu vermehren, können Sie sich am einfachsten an seinen willig und zahlreich gebildeten Ausläufern bedienen. Dazu brauchen Sie einfach nur ein bewurzeltes Exemplar vorsichtig aus der Erde zu ziehen und am gewünschten Standort wieder einzusetzen.

Stecklinge

Eine andere Möglichkeit ist die Stecklingsmethode. Zwischen Juni und September können Sie etwa 10 cm lange Kopfstecklinge aus dem oberen Bereich des Strauchs schneiden. Wenn Sie im Juni, wenn sowieso der alljährliche Rückschnitt anfällt, daran denken, können Sie auch einfach aus dem Verschnitt geeignete Stecklinge nehmen. Anwurzeln lassen sie sich einfach im Wasserglas.

Samen

Die dritte Vermehrungsvariante ist die Samenaussaat. Sie ist aber zeitaufwändig und eher mühselig und im Anbetracht der einfachen Alternativen nicht zu empfehlen. Die Samen setzen Sie am besten im zeitigen Frühjahr in Pflanzschalen mit Anzuchterde und halten das Substrat gleichmäßig feucht. Das Keimen kann einige Wochen dauern. Die Jungpflanzen können Sie dann umpflanzen und ab Mai ins Freie stellen, sofern das Risiko von Spätfrösten gebannt ist.
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Ist Ranunkelstrauch giftig?

Der Ranunkelstrauch ist für den Menschen partiell giftig. Seine Samen enthalten nämlich, wie einige andere Rosengewächse auch, das cyanogene Glycosid Amygdalin, bei dessen Verstoffwechslung Blausäure abgespalten wird. Dadurch kann es bei übermäßigem Verzehr zu leichten Vergiftungserscheinungen kommen, die sich aber in der Regel nur auf Übelkeit und Erbrechen beschränken. Wenn Kleinkinder in Ihrem Haushalt leben oder öfter zu Besuch kommen, sollten Sie wachsam sein und gegebenenfalls durch rechtzeitigen Schnitt verhindern, dass sich überhaupt Früchte mit Samen bilden.

Für Katzen und Hunde ist die Giftigkeit nicht unerheblich, allein weil die effektzeigende Dosis wegen der geringen Körpermasse kleiner ist. Außerdem können die Vierbeiner Blausäure schlechter verstoffwechseln als Menschen, sodass sich beim erhöhten Verzehr von Ranunkelstrauchsamen neben Erbrechen auch schwerere Energiestoffwechselstörungen wie Atemnot zeigen können. Suchen Sie möglichst unverzüglich einen Tierarzt auf.

Zum Merken:

  • nur Samen des Ranunkelstrauchs indirekt giftig durch Blausäurebildung bei der Verstoffwechslung
  • für Kleinkinder durchaus kritisch
  • für Katzen und Hunde noch etwas gefährlicher
  • Vorbeugung: Verhinderung von samentragender Fruchtbildung durch rechtzeitigen Schnitt

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Tipps

Wenn Sie den Ranunkelstrauch als lockere, lichte Blütenhecke pflanzen möchten, eignet sich besonders der Rote Hartriegel als Nachbarstrauch. Denn im kahlen Winter geben dessen rote Zweige und die grünen Triebe des Ranunkelstrauchs ein attraktives Farb- und Strukturschauspiel ab.

Sorten

Zwar ist der Ranunkelstrauch die einzige Art der Gattung Kerria, aber einige verschiedene Sortenzüchtungen gibt es doch. Diese unterteilen sich vor allem hinsichtlich der einfachen und gefüllten Blüten. Hier entscheidet der persönliche Geschmack – von den Standort- und Pflegeanforderungen unterscheiden sich die Sorten nicht wesentlich.

Sorten mit einfachen Blüten

*Kerria japonica Simplex*:
Die Kerria japonica Simplex ist die wohl bekannteste und verbreitetste Sorte der einfach blühenden Ranunkelsträucher. Sie ähnelt auch der Wildform am meisten und besticht durch ihre im April erscheinenden, fünfzähligen, tellerförmigen, goldgelben Blüten mit einer schlichten Schönheit. Die Kerria japonica Simplex wird um einen Meter hoch und dehnt sich bis zu zweieinhalb Meter in die Breite aus. Sie eignet sich gut für lichte Blütenheckenpflanzungen. Sie sollte regelmäßig ausgelichtet werden.

Als Pflanzgrund bevorzugt sie einen durchlässigen, mittelfeuchten und mäßig nährstoffreichen Boden. Die Kerria japonica Simplex ist eine eher halbschattenliebende Sorte und toleriert auch Vollschatten. Volle Sonne kann hingegen ihre Blüten ausbleichen.

*Kerria japonica Golden Guinea*:
Diese Sorte hat ebenfalls einfache, aber noch etwas größere Blüten als die Sorte Simplex. Sie erscheinen in einem hinten etwas begrenzteren Zeitraum von April bis Mai in demselben Goldgelb. Mit ihrem relativ guten Pollenangebot sind sie auch interessant für Insekten. Der Strauch zeigt einen etwas strafferen Wuchs: Er wird anderthalb bis zwei Meter hoch, bleibt aber mit maximal 1,20 Metern vergleichsweise schmal.

Die Kerria japonica Golden Guinea ist etwas sonnenliebender als die Simplex und gedeiht gut in der Sonne oder im Halbschatten. An den Boden hat sie keine besonderen Ansprüche.

*Kerria japonica Picta*:
Die Sorte Picta ist etwas weniger bekannt. Ihre Blüten sind recht groß und dottergelb und öffnen sich zwischen April und Ende Mai. Oft gibt es auch im Spätsommer bis Herbst noch eine Nachblüte. Diese können Sie durch einen Rückschnitt nach der Frühlingsblüte fördern. Einen besonderen zusätzlichen Reiz hat die Kerria japonica Picta durch ihre panaschierten Blätter. Dadurch bietet sie auch über den blütenlosen Sommer hinweg einen sehr dekorativen Anblick.

Vom Wuchs her ist die Picta eher niedrig und breit – in der Höhe erreicht sie nur knapp einen Meter, in der Breite etwa 1,30 Meter.

Die Sorte gedeiht am besten in durchlässigem, mittelfeuchtem, frischem Boden, der alkalisch bis leicht sauer sein kann. Vom Lichtangebot her ist Halbschatten am besten für sie.

Sorten mit gefüllten Blüten

*Kerria japonica Pleniflora*:
Der Name dieser Sorte sagt schon alles: ihre Blüten erscheinen besonders reichhaltig, nicht nur in der Anzahl, sondern auch in ihrer Gefülltheit. Mit den üppigen, strahlend gelben, fiedrigen, ballförmigen Rosetten ist sie ein besonders attraktiver Blütenschmuck, über den Sie sich im Frühjahr zwischen Mai und Juni und dann noch einmal im Spätsommer bis Herbst freuen können.

Ihr hoher Zierwert macht die Kerria japonica Pleniflora zu einem geeigneten Strauch in Solitärstellung, aber auch in der Blütenhecke macht sie sich gut. Zwar verzweigt sie sich wenig, bei regelmäßigem Schnitt kann man aber ein Verkahlen verhindern und eine doch recht gute Blickdichte erreichen. Außerdem ist sie ziemlich starkwüchsig. In der Höhe erreicht die Pleniflora etwa anderthalb bis zwei Meter, in der Breite bis zu einen Meter. Die Zweige hängen in älterem Stadium leicht über.

Als Standort bevorzugt die Sorte einen sonnigen bis halbschattigen Platz und einen durchlässigen Boden ohne eine besondere ph-Wert-Tendenz.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: simona pavan/Shutterstock

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