Die Prachtkerze richtig schneiden

Die Prachtkerze ist in Mitteleuropa im Freiland nur sehr eingeschränkt winterhart, kann aber in Töpfen und Kübeln überwintert werden. An einem sorgfältig ausgewählten und vorbereiteten Standort braucht diese Staude nur im Herbst und Winter etwas Aufmerksamkeit.

Prachtkerze Rückschnitt
Verblühte Blüten der Prachtkerze können entfernt werden

Pflege während der Blütezeit

Die Blütezeit der Prachtkerze dauert ungefähr von Juni bis Oktober. Während dieser Zeit bringt die etwa 1 Meter hoch wachsende, horstbildende Staude zahlreiche Einzelblüten hervor, die jeweils aber sehr schnell verblühen. Verblühte Einzelblüten können aus optischen Gründen abgezupft werden, fallen mit der Zeit aber auch von selbst ab. Damit die langen, filigranen Triebe der Pflanze an stark windexponierten Standorten nicht umknicken, kann mitunter ein Aufbinden an einem Stützstab erfolgen.

Lesen Sie auch

Der Rückschnitt im Herbst

Sollten Sie versuchen wollen, die Prachtkerze an einem geschützten Standort im Freiland zu überwintern, dann sollten Sie mit einem Rückschnitt nach der Blüte die Bildung sogenannter Überwinterungsknospen fördern. Schneiden Sie dazu die krautig wachsenden Stiele der Pflanze etwa 10 Zentimeter hoch über dem Boden ab. Außerdem wird durch diesen Rückschnitt ein verzweigterer Austrieb der Pflanzen (auch bei einer Kultur im Kübel) in der nächsten Vegetationsperiode gefördert.

Gründe für einen späteren Rückschnitt im Frühjahr

Manche Gärtner vertreten die Auffassung, dass ein Rückschnitt der Prachtkerze im Herbst Krankheitskeimen das Tor öffnen würde und propagieren deshalb einen späteren Rückschnitt im Frühjahr. Dies bietet folgende Chancen und Nachteile:

  • das abgestorbene Pflanzenmaterial dient selbst als Winterschutz
  • die Prachtkerzen sind im Staudenbeet im Frühjahr leichter zu lokalisieren
  • beim Rückschnitt im Frühjahr muss auf das frisch wachsende Grün Rücksicht genommen werden

Tipps

Wenn Sie die Pflanzen im Herbst nicht zu früh abschneiden, dann säen sich Prachtkerzen an geeigneten Standorten auch selbst für die nächste Saison aus. Sie können die reifen Samen aber auch von Hand absammeln, um diese dann im zeitigen Frühjahr gezielt im Staudenbeet auszusäen. Eine Alternative zur Vermehrung über Samen ist bei mehrjährigen Pflanzen eine Anzucht von Stecklingen der Präriekerze. Diese können unkompliziert beim Zurückschneiden gewonnen werden, indem man etwa 10 Zentimeter lange Pflanzenteile abschneidet. Diese werden in magerem Substrat bewurzelt, indem unterhalb der oberen beiden Blattpaare alle Blätter entfernt und die Stecklinge zu zwei Dritteln in die Erde gesteckt werden.

Text: Alexander Hallsteiner

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.