Die Prachtkerze: winterhart im Freiland?

Die Prachtkerze (Gaura lindheimerie) wird hierzulande oftmals als winterharte, mehrjährige Staude im Fachhandel angeboten. Tatsächlich ist diese dankbare Blütenstaude aber nur eingeschränkt im Freiland zu überwintern, wenn es sich um einen Standort mit milden Wintern handelt.

Prachtkerze winterfest
Die Prachtkerze mag keine Temperaturen unter Minus 10 Grad

Das Überwintern der Prachtkerze im Freiland

In Mitteleuropa ist die aus dem Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko stammende Prachtkerze nur in ausgesprochen milden Lagen am Oberrhein oder in Küstennähe im Freiland winterhart. In allen Regionen, in denen die Außentemperaturen im Winter zeitweise deutlich unter minus 10 Grad Celsius fallen, gehört das geschützte Überwintern zu den notwendigen Pflegemaßnahmen bei der Kultur von Pracht- oder Präriekerzen. Im Kübel angebaute Prachtkerzen müssen in jedem Fall in einem geschützten Winterquartier überwintert sind, da deren Wurzeln der Winterkälte noch stärker ausgesetzt sind als Exemplare im Staudenbeet.

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Das geeignete Winterquartier für Prachtkerzen im Kübel

Im Kübel kultivierte Prachtkerzen können bis zu den ersten Nachtfrösten im Herbst und Winter durchaus noch im Freien bleiben. Bei stärkeren Frösten sollten diese aber in einen möglichst hellen Kellerraum oder in eine Garage mit Tageslicht gestellt werden. Der wie die Wohnbereiche temperierte Wintergarten ist als Winterquartier für die Prachtkerze nicht geeignet, da die Staude bei Temperaturen über fünf Grad Celsius verfrüht austreiben kann. Die Prachtkerze sollte den ganzen Winter über vor Austrocknung geschützt sein, verträgt Staunässe aber nur sehr schlecht. Deshalb sollte der Abfluss von überschüssigem Gießwasser durch Sand- und Kiesanteile im Substrat sowie Löcher im Topf gewährleistet sein.

Die Prachtkerze vor der Winterkälte schützen

Sollten Sie die Prachtkerze tatsächlich im Freien überwintern wollen, dann sollten Sie möglichst einen Standort vor einer nach Süden ausgerichteten Hausmauer für den Anbau wählen. Achten Sie auch im Freiland auf die Vermeidung winterlicher Staunässe, damit es zu keiner Wurzelfäule bis zum Frühjahr kommt. Außerdem erhöhen die folgenden Pflegemaßnahmen die Wahrscheinlichkeit, dass die Prachtkerze im Folgejahr neu austreibt:

  • der Rückschnitt der alten Pflanzenhorste bis auf etwa 10 Zentimeter Höhe im Herbst
  • das Abdecken der Prachtkerzen mit einer Mulchschicht aus Laub und Reisig
  • das rechtzeitige Freilegen der Pflanzen für die wärmenden Strahlen der Frühjahrssonne

Tipps

Auch in milden Lagen und beim Anbau im Kübel kann es sinnvoll sein, die Prachtkerze im Herbst zurückzuschneiden. So bildet die Pflanze Überwinterungsknospen und wächst im Folgejahr dichter verzweigt.

Text: Alexander Hallsteiner

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