Portugiesische Lorbeerkirsche

Portugiesische Lorbeerkirsche: Giftig für Mensch und Tier

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Die Portugiesische Lorbeerkirsche (Prunus lusitanica) ist eine beliebte Gartenpflanze, die aufgrund ihres immergrünen Laubs und ihrer dekorativen Blüten geschätzt wird. Doch Vorsicht ist geboten, denn alle Teile der Pflanze, insbesondere die Kerne, enthalten giftige Stoffe, die zu schweren Vergiftungen führen können.

Portugiesische Lorbeerkirsche essbar
Wie giftig ist die Portugiesische Lorbeerkirsche wirklich?

Symptome einer Vergiftung

Der Verzehr von Blättern oder Kernen der Portugiesischen Lorbeerkirsche kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Diese äußern sich auf unterschiedliche Weise und können je nach aufgenommener Menge variieren.

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Mögliche Symptome sind:

  • Im Magen-Darm-Bereich: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall, oft begleitet von einem unangenehmen Kratzen im Hals.
  • Am Nervensystem: Schwindel, Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit.
  • Am Herz-Kreislauf-System: Herzrasen.
  • In der Atmung: Atemnot, die sofortige ärztliche Hilfe erfordert.
  • An der Haut: Rötungen im Gesicht.

Bei Verdacht auf eine Vergiftung, insbesondere bei schwerwiegenden Symptomen wie Atemnot oder Bewusstlosigkeit, sollten Sie umgehend den Notruf kontaktieren oder die nächste Notaufnahme aufsuchen. Denken Sie daran, dass bereits eine geringe Menge der Kerne, etwa 50 Stück, für Erwachsene lebensbedrohlich sein kann.

Besonders gefährdete Gruppen

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich folgende Personengruppen in der Nähe der Portugiesischen Lorbeerkirsche aufhalten:

  • Kinder: Die süßen Früchte der Pflanze sind für Kinder besonders verlockend. Schon der Verzehr von 10 Kernen kann für sie tödlich sein. Daher ist es wichtig, Kinder über die Gefahr aufzuklären und sie von der Pflanze fernzuhalten.
  • Haustiere: Kleintiere wie Kaninchen reagieren empfindlich auf die in der Pflanze enthaltenen Glykoside. Auch Weidetiere wie Pferde oder Kühe können durch den Verzehr von Blättern ernsthafte gesundheitliche Schäden davontragen. Sorgen Sie dafür, dass Tiere keinen Zugang zur Portugiesischen Lorbeerkirsche haben.

Erste Hilfe und Behandlung

Schnelles Handeln ist entscheidend, wenn der Verdacht auf eine Vergiftung durch die Portugiesische Lorbeerkirsche besteht.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  1. Entfernen Sie vorsichtig alle sichtbaren Pflanzenteile aus dem Mund des Betroffenen.
  2. Bringen Sie bewusstlose Personen, die noch atmen, in die stabile Seitenlage.
  3. Wählen Sie umgehend den Notruf oder suchen Sie die nächste Notaufnahme auf.
  4. Nehmen Sie nach Möglichkeit Pflanzenteile zur Identifizierung mit.

Ärztliche Behandlung:

Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Symptomen und der aufgenommenen Menge. In der Regel wird Aktivkohle verabreicht, um die Giftstoffe im Magen zu binden. Bei schweren Vergiftungen können weitere Maßnahmen wie eine Magenspülung oder eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich sein.

Vorsichtsmaßnahmen

Vorsichtsmaßnahmen

Beim Umgang mit Lorbeerkirschen empfiehlt sich das Tragen von Schutzkleidung

Um das Risiko einer Vergiftung zu minimieren, sollten Sie beim Umgang mit der Portugiesischen Lorbeerkirsche folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Aufklärung: Informieren Sie Kinder über die Giftigkeit der Pflanze und erklären Sie ihnen, dass weder die Früchte noch die Blätter zum Verzehr geeignet sind.
  • Schutzkleidung: Tragen Sie beim Schneiden oder Pflegen der Pflanze Handschuhe, um Hautreizungen zu vermeiden.
  • Entsorgung: Entsorgen Sie Schnittgut und abgefallene Pflanzenteile sorgfältig, um zu verhindern, dass Kinder oder Tiere damit in Kontakt kommen.
  • Zugang beschränken: Sorgen Sie dafür, dass Haustiere keinen Zugang zu Bereichen haben, in denen die Portugiesische Lorbeerkirsche wächst. Bei Verdacht auf einen Verzehr sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Alternativen zur Portugiesischen Lorbeerkirsche

Wenn Sie eine ungiftige Alternative zur Portugiesischen Lorbeerkirsche suchen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Diese Pflanzen sind nicht nur sicherer für Kinder und Haustiere, sondern fördern auch die Artenvielfalt in Ihrem Garten.

Hier einige Beispiele:

  • Rotbuche (Fagus sylvatica): Die Rotbuche ist eine heimische Baumart, die mit ihrem dichten Laub einen hervorragenden Sichtschutz bietet. Sie ist schnittverträglich und kann sowohl als Hecke als auch als Solitärpflanze verwendet werden.
  • Blutbuche (Fagus sylvatica ‚Purpurea‘): Die Blutbuche ähnelt der Rotbuche, besticht jedoch durch ihr dunkelrotes Laub, das einen attraktiven Blickfang im Garten darstellt.
  • Liguster (Ligustrum): Liguster ist eine schnell wachsende und schnittverträgliche Pflanze, die sich ideal für Hecken eignet. Es gibt verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Wuchsformen und Blattfarben.
  • Efeu (Hedera): Efeu ist eine kletternde Pflanze, die sich als Alternative zu herkömmlichen Heckenpflanzen eignet. Sie bietet ganzjährigen Sichtschutz und dient Vögeln und Insekten als Lebensraum.
  • Feldahorn (Acer campestre): Der Feldahorn ist eine heimische Baumart, die sich gut als Heckenpflanze oder als Solitärbaum eignet.
  • Goldeibe (Taxus baccata): Die Goldeibe besticht durch ihr goldgelbes Laub und ist eine immergrüne Alternative zur Portugiesischen Lorbeerkirsche. Allerdings ist auch die Goldeibe giftig, daher sollten Sie die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen.
Bilder: TommyIX / iStockphoto