Pfaffenhütchen – Steckbrief von Euonymus europaeus

Pfaffenhütchen sind ästhetische Gehölze, deren Früchte im Sommer die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Trotz ihrer Schönheit ist Vorsicht geboten, wenn sich im Garten Kinder oder Haustiere aufhalten. Die Pflanzenteile haben es in sich und sollten nicht verzehrt werden.

Spindelstrauch Steckbrief
Die Früchte des Pfaffenhütchens begeistern mit ihren grellen Farben

Wuchs

Das Europäische Pfaffenhütchen entwickelt mehrere Stämme und eine sparrig verzweigte Krone. Je nach Standort entwickelt der Strauch Wuchshöhen zwischen zwei und sechs Meter. In der Breite kann das Gehölz Ausmaße von eineinhalb bis vier Meter erreichen. Die Rinde der oft vierkantigen Zweige ist graubraun gefärbt. Bei manchen Exemplaren bilden die Äste zwei bis vier schmale Korkleisten.

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Blätter, Blüten und Früchte

Euonymus europaeus entwickelt sommergrüne Blätter, die gegenständig angeordnet sind. Sie erscheinen eiförmig und werden bis acht Zentimeter lang. Ihre Oberseite ist mattgrün gefärbt, während die Unterseite heller erscheint. Pfaffenhütchen entwickeln intensive Herbstfärbungen, die von leuchtend goldgelb bis karminrot reichen.

Die Blüten des Pfaffenhütchens sind vierzählig aufgebaut und unscheinbar blassgrün. Die kleinen Einzelblüten stehen zu zweit bis sechst in Trugdolden zusammen, die lang gestielt sind. Blütezeit der Sträucher ist zwischen Mai und Juni. Der süße Nektar lockt zahlreiche Insekten, Wildbienen und Hummeln an.

Namensgebend für die Art sind die typisch geformten Früchte, die rosa- bis karminrot gefärbt sind und vier Kammern mit jeweils einem Samen besitzen. Die Kapseln springen zwischen September und Oktober auf, sodass die Samen an langen Stielen heraushängen. Sie sind beliebte Nahrungsquellen für Rotkehlchen und Meisen.

Vorkommen

Das Spindelstrauchgewächs kommt in Süd- und Mitteleuropa vor, wo sie zwischen Spanien und der Wolga wild wachsen. Einige Verbreitungsgebiete liegen in Kleinasien. Pfaffenhütchen besiedeln Waldränder und Auenwälder. Sie prägen Feldgehölze und Wallhecken. In Deutschland kommt die Art flächendeckend vom Tiefland bis in die Alpen vor, wo sie auf 1.000 Meter aufsteigt.

Giftigkeit

Alle Pflanzenteile und besonders Samen des Pfaffenhütchens sind giftig. Die Giftwirkung ist bereits seit der Antike bekannt. Trotzdem wurden verschiedene Pflanzenteile in der Vergangenheit medizinisch genutzt. Beim Menschen kann es bis zu 18 Stunden dauern, bis sich erste Symptome äußern. Haustiere können nach einem Verzehr der Pflanzenteile sterben.

Typische Beschwerden:

  • Bauschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • wiederholtes Erbrechen

Text: Christine Riel

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