Euonymus
Der Spindelstrauch ist auch als Bodendecker beliebt

Spindelstrauch

Die vielgestaltige Familie der Spindelsträucher beschert uns mit dichten Bodendeckern, kleinen Sträuchern und majestätischen Solitären; immergrün oder laubabwerfend mit furiosem Farbenspiel im Herbst. Angesichts dieser breit gefächerten Palette an Arten und Sorten, drängen sich häufige Fragen auf, die hier eine praxisorientierte Antwort erhalten.

Spindelstrauch richtig pflanzen

Sie dirigieren einen Spindelstrauch vom Start weg in die richtige Richtung, wenn die Pflanzung in diesen Schritten verläuft:

  • Am sonnigen Standort den Boden auflockern, jäten und feinkrümelig bearbeiten
  • Derweil den Wurzelballen solange in ein Gefäß mit Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  • Eine Pflanzgrube ausheben mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens
  • Dem Aushub Kompost und Hornspäne untermischen

Topfen Sie den jungen Spindelstrauch aus und setzen ihn mittig in die Grube. Diese wird mit dem angereicherten Substrat so hoch verfüllt, dass die bisherige Pflanztiefe beibehalten wird. Kürzen Sie alle Triebe um ein Drittel ein, fördert diese Maßnahme ein buschiges, reich verzweigtes Wachstum. Gießen Sie am Pflanztag selbst und in der Folgezeit reichlich, ohne dass sich Staunässe bildet. Eine Mulchschicht aus Lauberde, Kompost oder Rindenmulch hält die Erde länger feucht und warm.
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Pflegetipps

Dreh- und Angelpunkt im Pflegeprogramm ist ein ausgewogener Wasser- und Nährstoffhaushalt. Gießen Sie einen Spindelstrauch insbesondere in den ersten Lebensjahren regelmäßig, ohne Staunässe zu verursachen. Da sich an immergrünen Arten der Feuchtigkeitsverlust selbst im Winter fortsetzt, besteht ganzjährig Gießbedarf. Im Beet begnügt sich der Halbstrauch mit einer Portion Kompost im März/April und Juni/Juli. Kübelpflanzen düngen Sie von April bis August alle 14-21 Tage mit einem flüssigen Präparat. Leichte Formschnitte toleriert ein Spindelstrauch im Verlauf der Vegetationsperiode jederzeit. Für einem umfassenden Rückschnitt ist ein Termin im Herbst oder Frühjahr klug gewählt. Damit der Halbstrauch gesund durch die kalte Jahreszeit kommt, häufeln Sie die Wurzelscheibe an mit Laub oder Nadelreisig. Kübel erhalten einen Wintermantel aus Jute oder Folie und einen warmen Fuß aus Holz.
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Welcher Standort ist geeignet?

Der Spindelstrauch zählt zu den Sonnenanbetern. Insbesondere buntlaubige Arten können von der Sonne nicht genug bekommen, um ihre Farbenpracht in Szene zu setzen. Ihre unifarbenen, immergrünen Artgenossen geben auch im Halbschatten noch ihr Bestes. Alle wichtigen Standortbedingungen im Überblick:

  • Sonnige bis halbschattige Lage
  • Warm, geschützt und ohne kalten Durchzug
  • Frisch-feuchter bis mäßig trockener Boden
  • Humos, nährstoffreich und mit gutem Wasserabzug

Angesichts dieser flexiblen Einstellung, wird der Spindelstrauch gerne zur Begrünung von Grabstätten verwendet, die nur unregelmäßig für Pflegearbeiten aufgesucht werden können.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Der Spindelstrauch gedeiht ausgezeichnet in jeder normalen Gartenerde. Sein Optimum erzielt der Halbstrauch in locker-humoser Erde, reich an Nährstoffen und von frisch-feuchter bis sandig-lehmiger Struktur. Solange sich das Gehölz nicht mit Staunässe oder verdichtetem Boden herumplagen muss, wird es somit die gärtnerischen Erwartungen erfüllen.
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Wann ist Blütezeit?

Obschon das aparte Blätterkleid im Zentrum des Interesses steht, erfreut uns ein Spindelstrauch dennoch mit einer grazilen Blüte. Je nach Art und Sorte, erscheinen die grün-weißen Blüten von Mai bis Juni respektive von Juni bis Juli. Je sonniger der Standort, desto üppiger fällt der Blütenflor aus.
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Spindelstrauch richtig schneiden

Dank seiner genügsamen Schnittverträglichkeit, besetzt der Spindelstrauch seit Jahren einen der oberen Plätze im Ranking beliebter Gehölze. Stören naseweise Triebe die harmonische Form, können diese während der gesamten Vegetationsperiode gestutzt werden. Für einen umfassenden Form- und Erhaltungsschnitt haben sich der Herbst und das zeitige Frühjahr bewährt. Bei dieser Gelegenheit wird der Halbstrauch gründlich ausgelichtet, damit Licht und Luft wieder an alle Regionen gelangen können. Für einen Heckenschnitt, der lange vorhält, empfehlen wir als zweiten Schnitt-Termin die Tage dem Johannistag am 24. Juni.
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Spindelstrauch gießen

Das dichte Blätterkleid bewirkt einen hohen Verdunstungsgrad. Gießen Sie einen Spindelstrauch daher regelmäßig, da Trockenstress die gesamte Pflanze absterben lässt. Im Kübel ist dies an heißen Sommertagen mitunter täglich erforderlich. Darüber hinaus setzt sich an immergrünen Arten der Feuchtigkeitsverlust im Winter fort, sodass bei Kahlfrost weiterhin die Gießkanne zum Einsatz kommt.
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Spindelstrauch richtig düngen

Der Nährstoffbedarf wird mit der zweimaligen Gabe von Kompost und Hornspänen gedeckt. Einer Startdüngung im März/April folgt eine weitere Gabe im Juni. Gedeiht ein Spindelstrauch im Kübel, sind die Vorräte rascher verbraucht. In diesem Fall verabreichen Sie ab April alle 2-3 Wochen einen handelsüblichen Flüssigdünger. Im August endet die diesjährige Nährstoffzufuhr, damit der Halbstrauch rechtzeitig vor dem Winter ausreift.
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Überwintern

Da ein Spindelstrauch erst im Laufe der Jahre seine Winterhärte entwickelt, empfehlen wir folgende Vorkehrungen für die gesunde Überwinterung:

  • Im Beet die Wurzelscheibe vor dem ersten Frost anhäufeln mit Laub, Reisig oder Stroh
  • Kübel mit Folie ummanteln, auf Holz stellen und das Substrat mit Holzwolle oder Laub bedecken
  • Kleinere Töpfe einräumen in ein helles, frostfreies Winterquartier

Immergrüne Spindelsträucher geraten im Winter unter Trockenstress, wenn Schnee und Regen ausbleiben. Gießen Sie die Halbsträucher daher an milden Tagen.
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Spindelstrauch vermehren

Da der Spindelstrauch als Halbstrauch gedeiht, bietet er dem Hobbygärtner eine unkomplizierte Methode der Vermehrung an. Versenken Sie im Sommer neben einem gesunden Exemplar einen tönernen Blumentopf im Boden. Diesen füllen Sie mit einem Mix aus Blumenerde und Sand. Ziehen Sie nun einen äußeren, halb verholzten Zweig so zu Boden, dass der mittlere Teil im Topf mit Substrat bedeckt werden kann. Zur Fixierung legen Sie einen Stein darauf und binden die Triebspitze an einen kleinen Holzstab. Leichtes Anritzen der Rinde fördert die Bewurzelung. Innerhalb weniger Monate ist der Topf vollständig durchwurzelt, sodass der Absenker von der Mutterpflanze abgetrennt und am neuen Standort eingepflanzt werden kann.
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Ist Spindelstrauch giftig?

Leider hat der unverwüstliche Spindelstrauch eine Kehrseite. Diese äußert sich ein einem bedenklich hohen Giftgehalt. Der Halbstrauch ist in allen Teilen, insbesondere in den kleinen Früchten so extrem toxisch, dass er für die Kultivierung im Familiengarten nicht geeignet ist. Die winzigen Beeren im Herbst passen in jeden Kindermund, wo der Verzehr dramatische Vergiftungserscheinungen auslöst. Dies gilt ebenso für Haustiere, Pferde und Weidevieh. Entsorgen Sie das Schnittgut daher aus Gründen der Vorsicht im Hausmüll.
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Schöne Sorten

  • Emerald’n Gold: Gärtner’s Lieblingssorte dank golden panaschierten Blättern als Bodendecker oder kleine Hecke
  • Silver Queen: Eine Augenweide mit weiß-buntem Laub, das sich im Winter mit roten Spitzen schmückt
  • Sunspot: Gold-gelbe Schönheit, mit kriechendem Wachstum in der Jugend, später aufrechtem Habitus
  • Pfaffenhütchen: Majestätischer, aufrechter Strauch mit furiosem Herbstlaub in leuchtendem Rot-Orange
Text: Paula Jansen

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