So giftig ist das Pfaffenhütchen wirklich

Bei diesen leuchtenden Früchten ist die Versuchung groß, davon zu naschen. Doch darauf sollten Sie verzichten, denn das Pfaffenhütchen ist giftig. Es enthält verschiedene Giftstoffe, die unterschiedliche Regionen und Organe beeinträchtigen. Kinder und Haustiere sind besonders gefährdet.

Pfaffenhütchen Samen
Die Samen des Pfaffenhütchens sind besonders giftig

Giftige Pflanzenteile

Das Pfaffenhütchen ist in allen Bestandteilen giftig. Besonders hoch ist die Konzentration an Giftstoffen in den Samen, die zur Fruchtreife an verlängerten Stielen aus der geöffneten Kapselfrucht heraushängen. Durch die auffällige Färbung der Früchte wirken sie besonders attraktiv auf Kinder. Sie bemerken nichts von der Giftigkeit, denn die Früchte schmecken sehr süß.

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Giftstoffe:

  • Alkaloide: beeinträchtigen das Nervensystem
  • Glykoside: lähmen den Herzmuskel und schmecken sehr süß
  • Evonin: Auswirkungen auf das Nervensystem

Kritische Dosis

Werden größere Mengen an Früchten, Blüten oder Blättern gegessen, kann es zu verschiedenen Symptomen kommen. 30 bis 40 Samen gelten als kritische Dosis bei Erwachsenen, die zum Tod führen kann. Bei Kindern entwickeln sich nach dem Verzehr von 15 Samen schwere Vergiftungserscheinungen. 20 Samen können zum Tod führen.

Der Hautkontakt ist allerdings ungefährlich. Wenn ein Kind Früchte sammelt und später an den Fingern leckt, müssen Sie keine Gefahr befürchten. Bei Haustieren kann ein Verzehr von geringen Mengen an Pflanzenteilen bereits tödlich enden.

Vergiftungserscheinungen

Es kann bis zu 18 Stunden dauern, bis erste Symptome auftreten. Anfängliche Anzeichen sind Kurzatmigkeit und ein Anstieg der Körpertemperatur. Es kommt zu Kreislaufbeschwerden und Herzrasen. Anschließend treten Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall auf. Es kann zu wiederholtem Erbrechen oder Verstopfung kommen. Die giftigen Inhaltsstoffe schädigen Leber und Nieren. Durch Lähmungen des Herzmuskels und des Nervensystems kann der Tod eintreten.

Text: Christine Riel

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