Tipps & Tricks zum Züchten eines Orangenbaums

Orangenbäume können sowohl über (frische) Samenkerne, über Stecklinge als auch per Veredelung selbst gezogen werden. Mit unserer Anleitung gelingt auch Ihnen das Heranziehen eines wunderschönen Orangenbaums.

Orangenbaum züchten

Orangenkerne aussäen

Samenkerne für die Aussaat gewinnen Sie ganz einfach aus handelsüblichen, frischen und reifen Orangen. Allerdings sind die Kerne höchstens eine Woche nach der Entnahme aus der Frucht noch keimfähig, weshalb Sie sie am besten sofort in sandige Anzuchterde setzen. Drücken Sie die Kerne leicht in das Substrat und bedecken Sie sie mit einer einen bis anderthalb Zentimeter dicken Erdschicht. Bei Temperaturen zwischen 20 und 30 °C sowie ausreichend Licht und Helligkeit keimen die Samen innerhalb von zwei bis vier Wochen.

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Samen länger keimfähig halten

Die Keimfähigkeit der Samen kann bei leicht feuchter Lagerung im Kühlschrank bis zu einem Jahr erhalten werden. Hierbei ist eine vorbeugende Behandlung gegen Schimmel allerdings sehr hilfreich, außerdem versprechen derart zwischengelagerte Samenkerne längst nicht einen so guten Erfolg wie frische.

Stecklinge ziehen

Auch die Stecklingsvermehrung klappt bei Orangen meist ganz gut, wobei aus Stecklingen gezogene Pflanzen in der Regel immer wurzelempfindlicher sind als veredelte. Insbesondere auf Kälte und Feuchtigkeit (Wurzelfäule) reagieren Stecklinge sehr sensibel. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Stecklinge im Alter von etwa einem Jahr auf eine robustere Unterlage zu veredeln. Als geeignet haben sich vor allem die Bitterorange sowie die oft winterharte Bitterzitrone erwiesen. Bitterzitronen sind oft auch unter der Bezeichnung “Dreiblättrige Orange” (Citrus trifoliata) erhältlich.

Vorteile der Bitterzitrone

Bitterzitronen sind nicht so schnellwüchsig wie Orangen, zudem weisen sie noch weitere, für die Kultur in gemäßigten Klimazonen gute Eigenschaften auf:

Lediglich kalkhaltiges Gießwasser wird nicht vertragen.

Einen jungen Orangenbaum veredeln

Von der Edelsorte wird ein verholzter Zweig des letzten Vegetationsjahres genommen, der schlafende Knospen hat. Die Blätter des Zweigs werden entfernt, die Blattstiele bleiben jedoch am Zweig. Nun wird die Veredelungsunterlage vorbereitet:

  • Schneiden Sie am Stamm oder einem Seitenast (maximal zwei Zentimeter dick) einen
    mindestens fünf Zentimeter langen, geraden Bereich frei.
  • Blätter sind dabei zu entfernen.
  • Jetzt wird das Edelreis mit einem langen Schnitt von oben zur Basis angeschnitten, ein kleiner Gegenschnitt erfolgt.
  • Achten Sie dabei auf glatte Schnittflächen.
  • Kappen Sie das Reis oberhalb der zweiten Knospe.
  • Der möglichst gleich lange, gleich breite Schnitt wird nun an der Unterlage ausgeführt,
    so dass die beiden Teile gut aufeinander passen.
  • Nun wird das Edelreis unter die kleine, verbliebene Zunge an der Unterlage geschoben.
  • Die zusammengefügten Teile werden mit Bast umwickelt. Es dürfen keine Hohlräume
    entstehen.
  • Die Schnittstelle wird luftdicht mit Baumharz verschlossen.

Voraussetzung für das Anwachsen des Edelreis ist, dass die Veredelungsunterlage im “Saft” steht. Daher funktioniert das Veredeln nur in der Vegetationszeit.

Tipps & Tricks

Achten Sie beim Veredeln unbedingt auf Hygiene! Hände und Werkzeug müssen gründlich gesäubert werden, zudem dürfen Sie die Schnittstelle nicht berühren.

Text: Ines Jachomowski

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