Orangen

Orangen-Ernte: So bestimmen Sie die perfekte Reifezeit

Artikel zitieren

Orangen gehören zu den beliebtesten Zitrusfrüchten weltweit und sind für ihren erfrischenden Geschmack und ihren hohen Vitamingehalt bekannt. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Einblick in die Erntezeit, den Reifeprozess, die Erntemethoden und die Nachbehandlung von Orangen, einschließlich spezifischer Informationen zu Bio-Orangen.

Orangen Erntezeit

Haupterntesaison für Orangen

Die Haupterntezeit für Orangen erstreckt sich in der Regel von November bis März. Während dieser Zeit produzieren die südeuropäischen Länder, insbesondere Spanien, Italien und Griechenland, sowie die Türkei die größten Mengen an Orangen. Diese Länder spielen eine entscheidende Rolle bei der Versorgung des europäischen Marktes mit frischen Zitrusfrüchten.

Lesen Sie auch

Einfluss der Orangensorte auf die Erntezeit

Der Erntezeitpunkt variiert je nach Orangensorte:

  • Navelina-Orangen: Die Ernte dieser Sorte beginnt bereits Ende Oktober. Zu Beginn der Saison haben Navelina-Orangen einen leicht säuerlichen Geschmack.
  • Navel-Orangen und Salustiana-Orangen: Ab Dezember bis Mai folgen weitere Sorten wie die Navel-Orange und die Salustiana-Orange, die für ihren hohen Saftgehalt bekannt ist und Ende Dezember geerntet wird.
  • Blutorangen: Ab März beginnt die Ernte der Blutorangen, wobei die Sanguinelli-Blutorange in Spanien am weitesten verbreitet ist.
  • Valencia Late: Diese späte Sorte wird manchmal sogar erst im Juni geerntet.

Regionale Unterschiede bei der Erntezeit

Die geografische Lage und die klimatischen Bedingungen beeinflussen den Erntezeitpunkt:

  • In wärmeren Regionen beginnt die Orangenernte früher.
  • In Florida beispielsweise können Orangen fast das ganze Jahr über geerntet werden, mit einer kurzen Unterbrechung im Sommer.

Diese Vielfalt an Erntezeiten sorgt für ein kontinuierliches Angebot an frischen Orangen auf dem Weltmarkt und verbessert die Auswahl und Verfügbarkeit für Konsumenten.

Reifeprozess der Orangen

Orangen benötigen eine lange Reifezeit am Baum, um ihr volles Aroma und ihre Süße zu entwickeln. Die Dauer der Reifung hängt von der Sorte und den klimatischen Bedingungen ab und kann 6 bis 14 Monate betragen. Während dieser Zeit durchlaufen die Orangen verschiedene Entwicklungsphasen, die sowohl ihren Geschmack als auch ihre Farbe beeinflussen.

Grüne Schale bei frühen Ernten

  • Die Farbe der Orangenschale ist nicht immer ein zuverlässiger Indikator für die Reife. Orangen können auch dann vollständig reif sein, wenn ihre Schale noch grün ist. Dieses Phänomen tritt häufig in Regionen auf, in denen die nächtlichen Temperaturen nicht niedrig genug sind, um den Farbwechsel von grün zu orange auszulösen.
  • Trotz ihrer grünen Schale können diese Orangen genauso süß sein wie ihre orangefarbenen Gegenstücke. Eine grüne Schale ist daher kein Zeichen für mangelnde Reife oder Qualität.

Künstliche Behandlung zur Farbveränderung

  • Grüne Orangen, die für den Markt bestimmt sind, werden manchmal künstlich mit Ethylen behandelt, um den Farbwechsel der Schale von grün zu orange zu beschleunigen. Dieser Prozess findet in speziellen Reifekammern statt und dauert in der Regel zwei bis drei Tage.
  • Ethylen ist ein pflanzliches Hormon, das von vielen Früchten während des natürlichen Reifeprozesses produziert wird. Die kontrollierte Anwendung von Ethylen ermöglicht es, den Farbwechsel der Schale zu beschleunigen, ohne den Geschmack der Frucht zu beeinträchtigen.

Erntemethoden

Die Ernte von Orangen ist ein wichtiger Prozess, um die Qualität der Früchte zu gewährleisten. Sie erfolgt hauptsächlich manuell, um die Schale und das Fruchtfleisch zu schonen, insbesondere bei Orangen, die für den Frischverzehr bestimmt sind. Für die Saftproduktion werden auch maschinelle Verfahren eingesetzt.

Handlese

Die Handlese ist die bevorzugte Methode für Premium-Qualitätsfrüchte, insbesondere für den Frischverzehr. Die Pflücker tragen oft Baumwollhandschuhe, um die empfindlichen Schalen nicht zu beschädigen. Jede Orange wird einzeln und sorgfältig gepflückt, manchmal mit Hilfe eines Clippers, um den optimalen Reifezustand zu gewährleisten und Beschädigungen zu vermeiden.

Maschinelle Ernte

Die maschinelle Ernte spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Orangensaft. Rüttelmaschinen schütteln die Bäume, sodass die Orangen in darunter ausgebreitete Netze oder Auffangplanen fallen. Diese Methode ermöglicht eine effiziente Ernte großer Mengen, birgt jedoch das Risiko von Fruchtschäden. Insbesondere bei Regenwetter wird die maschinelle Ernte vermieden, um Bodenschäden durch die schweren Maschinen zu verhindern.

Nachbehandlung der Orangen

Nach der Ernte werden die Orangen sorgfältig nachbehandelt, um ihre Qualität zu erhalten und ihre Lagerfähigkeit zu verlängern.

Lagerung und Sortierung

Die geernteten Orangen werden für etwa fünf Tage in einem speziell temperierten Raum gelagert. Diese Ruhephase ermöglicht es der Schale, etwas Wasser zu verlieren, wodurch sie fester und widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse wird. Anschließend werden die Früchte gewaschen, gebürstet und maschinell nach Größe sortiert, um für den Transport und Verkauf vorbereitet zu werden.

Konservierung und Wachsschicht

Um die Früchte vor Pilzbefall und vorzeitigem Verderb zu schützen, werden sie mit pilzabtötenden Mitteln behandelt, wobei Thiabendazol am häufigsten verwendet wird. Diese Behandlung schützt die Orangen effektiv vor Schimmelbildung, macht jedoch die Schale ungenießbar. Es ist wichtig, dass die Früchte korrekt gekennzeichnet werden, um die Konsumenten darüber zu informieren.

Da durch das Waschen und Bürsten die natürliche Wachsschicht der Schale verloren geht, die die Früchte vor dem Austrocknen schützt, wird eine neue Wachsschicht aufgetragen. Dabei kommen unter Beachtung gesetzlicher Vorschriften Bienenwachs, Schellack, Montansäureester, Polythylenwachsoxidate, Zuckerester und Zuckerglyceride zum Einsatz. Diese Überzugsmittel verleihen den Orangen nicht nur einen ansprechenden Glanz und eine leuchtendere Farbe, sondern helfen auch, ihre Frische und Qualität während der Lagerung und des Transports zu bewahren.

Bio-Orangen

Bio-Orangen werden ohne künstliche Düngemittel und chemische Pflanzenschutzmittel angebaut. Stattdessen setzt man auf natürliche Anbaumethoden und organische, ökologisch zugelassene Dünger. Diese Orangen zeichnen sich durch intensive Aromen und einen höheren Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen aus. Die auf traditionelle Weise bewirtschafteten Bio-Haine sorgen für frische Früchte, die direkt nach der Bestellung geerntet und verschickt werden.

Erkennen von Bio-Orangen

Bio-Orangen haben eine matte Oberfläche, da sie nicht gewachst werden. Kleine Unregelmäßigkeiten und Schönheitsfehler sind ebenfalls charakteristisch und beeinträchtigen weder die Qualität noch den Geschmack der Früchte. Das Bio-Siegel bestätigt die Einhaltung strenger ökologischer Standards und kennzeichnet die Früchte als frei von Schadstoffrückständen.