Ölweide

Die Ölweide begeistert mit silbrig schimmernden Blättern, verführerisch duftenden Blütenglöckchen und Oliven-ähnlichen, essbaren Früchten. Wer Ausschau hält nach einem robusten Baum oder schnittverträglichem Hecken-Strauch mit mediterranem Flair, wird die Vorzüge zu schätzen wissen. Fachmännisch gepflanzt am richtigen Standort, läuft der Pflegeaufwand gegen Null. Alle relevanten Details lesen Sie hier in den Antworten auf oft gestellte Fragen.

Elaeagnus
Die leuchtend roten Früchte der Ölweide sind essbar

Oelweide richtig pflanzen

Herbstzeit ist für die Ölweide Pflanzzeit. Jetzt etabliert sich das junge Herzwurzelsystem zügig im sonnenwarmen Boden. In diesen Schritten gehen Sie vor:

  • Am sonnigen bis halbschattigen Standort eine Pflanzgrube ausheben mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens
  • Den Aushub optimieren mit Kompost, Hornspänen und etwas Quarzsand oder Bims-Kies
  • Die Ölweide austopfen und mittig einpflanzen bis knapp unter dem ersten Blattpaar
  • Die Erde festtreten und angießen

Nehmen Sie abschließend noch einen Pflanzschnitt vor, um ein buschiges Wachstum zu unterstützen. Hierzu kürzen Sie alle Triebe um ein bis zwei Drittel ein.
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Pflegetipps

Warum die Ölweide als Paradebeispiel einer anspruchslosen Pflanze gilt, vermittelt das folgende Pflegeprogramm:

  • Im Beet deckt der Regen den Wasserbedarf
  • Organische Startdüngung im März/April mit Kompost und Hornspänen
  • In den ersten beiden Jahren ist leichter Winterschutz empfehlenswert
  • Rückschnitt zu langer Triebe und Auslichten von Baum-Krone und Strauch im zeitigen Frühjahr
  • Bei allen Pflegearbeiten Handschuhe tragen, zum Schutz vor möglichen Dornen

Kleine Ölweiden-Arten gedeihen zumindest für einige Zeit im Kübel. Regelmäßiges Gießen und monatliches Düngen von März bis August stellen die Weichen für ein vitales Wachstum. Eine Hülle aus Folie oder Vlies hält den Kübel mit dem darin befindlichen Wurzelballen weitgehend frostfrei, wenn ein Holzblock den Bodenfrost abwehrt.
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Welcher Standort ist geeignet?

Passend zu ihrem südländischen Erscheinungsbild, favorisiert die Ölweide einen sonnigen, warmen und geschützten Standort. Vorzugsweise breitet der Baum seine Herzwurzeln im locker-leichten, sandig-lehmigen und nährstoffarmen Boden aus. Gleichwohl erweist sich das Gehölz als tolerant gegenüber halbschattigen Lagen in jedem normalen Gartenboden.
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Der richtige Pflanzabstand

Erzogen zum Hochstamm, setzt die Ölweide als solitärer Klein-Baum dekorative Akzente. Stimmen Sie in diesem Fall den Pflanzabstand auf die zu erwartende Wuchshöhe ab, insbesondere in der Nähe von Gebäuden und zum Nachbargrundstück. Kultiviert als Strauch in der Gruppe oder als Hecke, hat sich die ungemein widerstandsfähige Schmalblättrige Ölweide als idealer Kandidat herauskristallisiert. Mit einem Pflanzabstand von 200 bis 250 cm entwickelt sich ein blickdichtes, harmonisches Erscheinungsbild.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Als Pionierpflanze gedeiht die Ölweide in nahezu jedem Boden, solange das Wasser nicht dauerhaft staut. In sandig-humoser und lockerer Erde, mager und gut durchlässig, erzielt der Baum sein Optimum. Für die Kultivierung im Kübel kommt folglich eine mit Sand abgemagerte Blumenerde auf Kompostbasis in Betracht mit geringem oder ohne Torfanteil.
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Oelweide richtig schneiden

Gedeiht die Ölweide in Ihrem Garten als Baum, schneiden Sie zu lange Triebe alljährlich im zeitigen Frühjahr zurück. Einen Schnitt ins alte Holz verkraftet die Pflanze dabei nur schwer. Bei dieser Gelegenheit lichten Sie die Krone gründlich aus, damit Licht und Luft an alle Regionen gelangen können. Ebenso verfahren Sie bei einem Ölweiden-Strauch. Dieser erhält als Heckenpflanze im Juni einen zusätzlichen Formschnitt, damit das akkurate und gepflegte Erscheinungsbild in der zweiten Jahreshälfte bewahrt bleibt. Bedenken Sie beim Schnitt, dass einige Ölweiden-Arten mit Dornen bewehrt sind.
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Oelweide gießen

Die Wasserversorgung nimmt im Rahmen des Pflegeprogramms eine nachrangige Position ein. Das gilt in erster Linie für eine Ölweide im Freiland. Das natürliche Regenaufkommen genügt dem Baum vollauf. Davon abweichend wird das Gehölz im Pflanzgefäß regelmäßig gewässert, da der Wurzelballen am sonnigen, luftumspülten Standort rasch austrocknet.
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Oelweide richtig düngen

Eine wohl dosierte Portion Kompost weckt im März/April die Lebensgeister einer Ölweide. Darüber hinaus ist im Beet keine weitere Nährstoffzufuhr erforderlich. Im Kübel sind die Vorräte freilich rasch aufgezehrt. Verabreichen Sie hier von März bis August alle 3-4 Wochen einen Flüssigdünger und gießen anschließend ausgiebig.
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Überwintern

In den ersten beiden Standjahren empfehlen wir einen Winterschutz, da die Ölweide ihre Forsthärte erst allmählich entwickelt. Bedecken Sie die Wurzelscheibe vor dem ersten Frost mit Herbstlaub, Stroh oder Reisig. Damit eine immergrüne Sorte ihr Blätterkleid nicht abwirft, umhüllen Sie die Zweige mit atmungsaktivem Vlies. In Kübelkultur ist alljährlich eine Ummantelung mit Folie oder Bastmatten sinnvoll, da nur wenig Erde den Wurzelballen vor Frost schützt. Die ausgesprochen empfindliche Buntlaubige Ölweide siedelt idealerweise um in ein frostfreies, helles Winterquartier.
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Oelweide vermehren

Eine sortenreine Vermehrung gelingt mithilfe von Stecklingen. Steht die Ölweide voll im Saft, schneiden Sie 10-15 cm lange, nicht blühende Kopfstecklinge. Die untere Hälfte wird entlaubt, damit sich im Substrat keine Fäulnis bildet. Setzen Sie die Stecklinge zu zwei Drittel ihrer Länge in einen Topf mit magerer Anzucht- oder Pikiererde. Am halbschattigen, geschützten Standort setzt bei regelmäßiger Wasserversorgung die Bewurzelung rasch ein. Pflegen Sie die Jungpflanzen, bis das Gefäß vollständig durchwurzelt ist. Im Frühjahr oder Herbst können Sie Ihre Zöglinge auspflanzen.
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Oelweide im Topf

Zumindest für einige Jahre können Sie die Ölweide im Kübel kultivieren. Oberste Prämisse für einen erfolgreichen Verlauf ist eine ausgewogene Wasser- und Nährstoffversorgung. Verwenden Sie als Substrat eine hochwertige Kübelpflanzenerde, die sowohl strukturstabil als auch wasserspeichernd beschaffen ist. Gießen Sie regelmäßig, wenn die Erde angetrocknet ist. Von März bis August verabreichen Sie alle 3-4 Wochen einen Flüssigdünger. Damit das Ziergehölz seine Form behält, schneiden Sie in jedem Spätwinter die Triebe in Form. Vermeiden Sie dabei möglichst einen Schnitt ins alte Holz. Alle 2 oder 3 Jahre topfen Sie den Strauch oder Baum um in frisches Substrat.
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Sind die Früchte einer Ölweide essbar?

Die erbsengroßen bis länglichen, rötlichen Früchte sind essbar. Erwarten Sie freilich keinen kulinarischen Hochgenuss, denn das mehlige Fruchtfleisch weist kaum Aroma auf. Darüber hinaus bleibt das Innere der Beeren steinhart. Reich an Vitamin C und Eiweiß, erfreuen sich die Früchte der Schmalblättrigen Ölweide im Orient regen Zuspruchs und werden dort als Nahrungsmittel verspeist. Wir empfehlen, die Beeren am Baum und Strauch zu belassen, damit sich die Vögel des Gartens daran erfreuen können während der harten Winterzeit.
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Schöne Sorten

  • Silberölweide: Dornenloser Strauch mit silbrigen Blättern, gelblichen Blüten und kleinen Früchten an rotbraunen Zweigen; 2-2,5 m
  • Schmalblättrige Ölweide: Majestätischer Baum mit lanzettlichen Blättern, duftenden Blüten und gelben, essbaren Früchten; 7 m
  • Polar Lights: Eine russische Ölweide, sommergrün, silbrig belaubt und leicht bedornt; ideal für die Vogelschutzhecke; 4-6 m
  • Maculata: Die buntlaubige, eher kleine Sorte besticht mit gelb-grünen Blättern, gelben Blüten und winzigen Früchten; 1-2 m
  • Korallen-Ölweide: Leicht gekräuselte Blätter an bedornten Zweigen mit duftenden Blüten und rötlichen Beeren; 3-4 m
Text: Paula Jansen
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