Moos im Wald ist Teil eines empfindlichen Ökosystems. Was ist erlaubt?

Moos ist auf dem besten Weg, seinen Ruf als Unkraut abzuschütteln, seit seine Relevanz für unser Ökosystem zunehmend publik wird. Im naturnahen Garten macht Moos sich nützlich als Bodendecker oder dekoriert als Zimmerpflanze schattige Nischen. Ob sammeln von Moos überhaupt erlaubt ist, wo Sie es im Wald finden und ernten, finden Sie hier heraus.

Moos Waldboden

Ist im Wald sammeln von Moos erlaubt?

Seit zahlreiche Moosarten unter Naturschutz stehen, herrscht unter Hobbygärtnern Unsicherheit zu dieser Frage. Fakt ist, dass die Entnahme von Moos in kleinen Mengen für den privaten Gebrauch erlaubt ist. Eine Ausnahme gilt für ausgewiesene Naturschutzgebiete. Hier dürfen überhaupt keine Pflanzen gesammelt werden. Außerhalb dieser Schutzgebiete ist die Entnahme von allen Planzen verboten, die unter den “besonderen Artenschutz” fallen, hierunter zählen zb Torfmoos-Arten (Sphagnum ssp.), Weißmoosen (Leucobryum ssp.) und Hainmoosen (Hylocomium ssp.), da diese vom Aussterben bedroht sind. Da für den Laien die Moosarten oftmals jedoch nur schwer zu unterscheiden sind, sollte eine Entnnahme für den privaten Gebrauch – wenn überhaupt – nur sehr vorsichtig erfolgen um das empfindliche Ökosystem nicht zu stören.

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Hier finden Sie Moos im Wald

Im Wald werden Sie sich nicht schwertun, kleine und große Moospopulationen zu entdecken. Hier herrschen ideale Rahmenbedingungen, wie schattige Lagen, feuchter und saurer Waldboden. An diesen Stellen ist Moos zu finden:

  • Unter und an Bäumen
  • Auf dem Waldboden, wenn er im Schatten oder Halbschatten liegt
  • Häufig auf Steinen in der Nähe von Gewässern

Da Moose nur wenige Zentimeter hoch wachsen und keine Blüten hervorbringen, ist dennoch ein wenig Aufmerksamkeit gefragt, um die wurzellosen Sporenpflanzen zu entdecken.

Richtig sammeln mit Respekt vor der Natur

Moos deckt im Ökosystem wichtige Funktionen ab. Die Polster nehmen Feuchtigkeit auf und geben diese sukzessive an den Waldboden ab, sodass er nicht austrocknet. Unzählige Kleinlebewesen finden hier Unterschlupf und Nahrung, wie Spinnen, Regenwürmer, Schnecken und Asseln.

Untersuchen Sie daher ein Moospolster zunächst daraufhin, ob es bewohnt ist. Lösen Sie die Pflanzen mit den Fingern vom Rand her und verwenden kein scharfes Werkzeug. Entnehmen Sie bitte nicht mehr als die Hälfte einer Moospflanze, damit diese sich wieder regenerieren kann.

Tipps

Statt Moospolster zu entnehmen und damit gegebenenfalls das Ökosystem zu beeinträchtigen, können Sie stattdessen die reifen Sporen ernten, die in kleinen, braunen Kapseln an Stielen über dem Moos schweben. Auf einer glatten Unterlage zerdrückt und mit einem feinen Pinsel auf mageres Substrat oder steinigen Untergrund übertragen, entfaltet sich daraus im Handumdrehen ein grüner Moosteppich.

Text: Paula Jansen

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