Ist Moos am Baum schädlich?

Breitet sich an Zier- und Obstbäumen ein dichter Moosteppich aus, liegt die Frage nach einem möglichen Schadenpotenzial auf der Hand. Viel zu gut ist dem Hausgärtner bekannt, welchen Schaden Moos auf Pflaster oder im Rasen verursachen kann. Lesen Sie hier, wie Moos am Baum zu bewerten ist.

Moos am Stamm
Moos schadet dem Bam nicht, ganz im Gegenteil!

Moose sind keine Schmarotzer-Pflanzen

Siedelt sich Moos auf einem Baumstamm an, fungiert die Rinde lediglich als Unterlage. Mit hauchzarten Zellfäden (Rhizoide) halten sich die Pflänzchen fest. Diese Pseudowurzeln haben keine Leitungsfunktion. Nährstoffe und Wasser entnehmen Moospflanzen vielmehr ihrer Umgebung. Zugleich betreiben sie so fleißig Photosynthese, dass sie nicht auf fremde Hilfe angewiesen sind. Folglich fügt Moos einem Baum unmittelbar keinen Schaden zu.

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Wichtiger Teil im Ökosystem und praktische Zeigerpflanze

Moos ist seit mehr als 350 Millionen Jahren ein wichtiger Mitspieler im Reich von Mutter Natur. Die grünen Winzlinge übernehmen wichtige Aufgaben im Ökosystem und dienen Förstern sowie kundigen Hausgärtner als aussagekräftige Zeigerpflanze. Herausragende Vorteile von Moos am Baum haben wir hier für Sie zusammengetragen:

  • Wertvolle Nahrungsquelle für Insekten
  • Kostbares Material für den Nestbau
  • Lebensraum für Nützlinge, wie Raubwanzen
  • Zeigerpflanze für Säure, Moder, Übermaß an Feuchtigkeit und schlechte Belüftung

Sofern Sie – ungeachtet seiner Vorzüge – das Moos vom Baum entfernen möchten, bürsten Sie den grünen Belag mit einer harten Drahtbürste einfach ab. Üben Sie bitte keinen Druck aus, um die Rinde nicht zu beschädigen.

Unzuverlässig als Wegweiser

Als grüne Orientierungshilfe fungiert Moos am Baum nur bedingt. Fakt ist, dass in unseren Breiten das Moos zumeist an der Nord- oder Nordwestseite von Bäumen gedeiht. In Regionen mit einem individuellen Mikroklima, im dichten Wald oder in einer engen Schlucht wächst Moos freilich in alle Himmelsrichtungen. Der Stand der Sonne oder ein Kompass sind auf jeden Fall die zuverlässigeren Wegweiser in freier Natur.

Tipps

Ist ein Baumstamm dicht besiedelt mit einem grünen Belag, ist nicht zwangsläufig Moos der Übeltäter. Grüne, gelbe oder orangefarbene Flechten favorisieren ähnliche Lebensbedingungen. Tatsächlich handelt es sich bei Flechten freilich nicht um Pflanzen, sondern um eine symbiotische Lebensgemeinschaft, die Algen mit einem Pilz eingehen. Dieser zusammengesetzte Organismus fügt den Bäumen ebenfalls keinen Schaden zu.

Text: Paula Jansen

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