milchstern
Der Milchstern ist eine schöne, reinweiße Schönheit für den Garten

Milchstern: Pflege und Sorten

Milchsterne sind Zwiebelpflanzen, die vom Frühjahr bis in den Herbst blühen. Doch wenn Sie das Gewächs in Ihren Garten pflanzen, sollten Sie neben den Standortbedingungen auch die Giftigkeit beachten. Obwohl Milchsterne pflegeleicht und anspruchslos sind, ist bei der Kultivierung Fingerspitzengefühl ratsam.

Herkunft

Milchsterne gehören zur Gattung Ornithogalum. Die Zwiebelpflanzen mit den unterirdischen Überdauerungsorganen kommen mit einigen Arten in Europa vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis in das nördliche Afrika. Milchsterne kommen auch in den tropischen Regionen Afrikas und in Asien vor. Die zu den Spargelgewächsen zählenden Arten wachsen auf Wiesen, an Böschungen und auf feuchtem Boden in Wäldern.

Wissenswertes:

  • Milchsterne sind unter dem Namen Gärtnerschreck bekannt
  • Nutzung in der Bachblüten-Medizin als Seelenbalsam
  • Ornithogalum bedeutet übersetzt Vogelmilch

Blüte

Milchsterne entwickeln traubige Blütenstände, die sich aus mindestens zwei Einzelblüten zusammensetzen. Jede Blüte besitzt häutige Tragblätter an der Basis. Die Einzelblüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig aufgebaut. Sie besitzen sechs Blütenhüllblätter, die gleich gestaltet sind. Sie erstrahlen in einem reinen Weiß und besitzen auf ihrer Unterseite einen gelblich bis grün gefärbten Streif. Eine Art entwickelt orangefarbene Blüten.

Die Blüten öffnen sich bei direkter Sonneneinstrahlung. Sie erinnern an funkelnde Sterne am Nachthimmel, was den Pflanzen ihren deutschen Namen einbrachte. Die Blütezeit beginnt bei Zimmerpflanzen im Februar und zieht sich bis in den September hinein. Freilandpflanzen blühen später. Wenn Sie die Zwiebeln im Herbst aus der Erde ausgraben und in einen Topf setzen, bekommt die Pflanze erneut Anreize für einen Wachstumsschub. Pünktlich zur Weihnachtszeit entwickeln die Pflanzen neue Blüten.

Blätter

Als einkeimblättrige Pflanzen entwickeln Milchsterne grasartige Blätter. Sie wachsen an der Basis und sind länglich ausgezogen. Es gibt Arten mit glatten Blatträndern und solche, bei denen die Blätter am Rand behaart sind. Bei allen Arten erscheinen die Blätter fleischig. Teilweise besitzen die Laubblätter einen silbrigen Streif.

Wachstum

Milchsterne sind Geophyten, die als ausdauernde krautige Pflanzen wachsen. Sie entwickeln Zwiebeln, die als Überdauerungsorgane dienen. Im Herbst ziehen die Pflanzen die Nährstoffe aus den oberirdischen Pflanzenteilen und lagern diese in die Zwiebel ein. So verbringen die Pflanzen milde Winter in der Erde. Sie nutzen die gespeicherte Energie im Frühjahr zum Keimen. Die meisten Milchsterne erreichen Wuchshöhen zwischen 25 und 30 Zentimeter. Einige Arten wachsen bis zu 40 Zentimeter oder vereinzelt bis zu einen Meter hoch.

Verwendung

Milchsterne können sowohl im Freiland angepflanzt als auch im Topf kultiviert werden. Sie eignen sich zur Unterpflanzung von lichten Gehölzen. In Nachbarschaft zu anderen Zwiebelpflanzen sorgen Milchsterne für farbliche Akzente im Frühjahrsbeet. Winterharte Arten machen eine gute Figur in halbschattigen Steingärten. Als Schnittblume eignen sich die Sorten von Ornithogalum thyrsoides.

Hier überzeugt der Milchstern:

  • in Sommerrabatten
  • an Beetkanten und Rasensäumen
  • unter Gehölzarrangements

Ist Milchstern giftig?

Alle Pflanzenteile der Milchsterne enthalten Cardenolide. In den Zwiebeln ist die Konzentration am höchsten. Diese chemischen Verbindungen gehören zu den Steroiden, die Auswirkungen auf das Herz haben. Milchsterne tragen die chemisch wirksamen Stoffe in Form von Glykosiden im Organismus. Ein Verzehr führt zu Magen- und Darmbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen. Es können Kopfschmerzen auftreten. Hohe Dosen können zu Herzrhythmusstörungen führen. Der Milchsaft kann bei Kontakt mit der Haut zu Reizungen führen. Eine hohe Vergiftungsgefahr besteht bei Katzen und Hunden.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Ein lockeres Substrat bietet durchlässige Verhältnisse, von denen Milchsterne profitieren. Sie bevorzugen einen frischen Boden, denn die Zwiebelpflanzen reagieren sensibel auf zu nasse Bedingungen. Ein hoher Anteil an Stickstoff gewährleistet ein kräftiges Wachstum und eine hohe Vitalität. Für die Kultivierung der Pflanzen eignet sich Einheitserde, die auf die Ansprüche von Hyazinthen abgestimmt ist. Mischen Sie das Substrat mit Sand, um die Bodenstruktur für den Milchstern zu verbessern. Die Zwiebelpflanzen vertragen kalkhaltige Bedingungen im Substrat, aber Sie bevorzugen ein kalkarmes Milieu.

Geeignetes Substrat:

  • sandig, tonig und kiesig
  • Mischung aus Blumenerde mit Sand und Bimskies
  • Tongranulat als Alternative zu Sand
  • Kakteenerde

Welcher Standort ist geeignet?

Milchsterne bevorzugen einen warmen Standort, der auch in der Sonne liegen darf. Ideal gedeihen sie an halbschattigen Plätzen. Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius liefern den Zwiebelpflanzen optimale Wachstumsbedingungen. Höhere Temperaturen sind für die krautigen Pflanzen kein Problem.

Wenn Sie Milchsterne im Topf kultivieren, ist ein heller und warmer Platz auf der Fensterbank ideal geeignet. Sie können die Pflanze auch in den Wintergarten stellen oder in einem Gewächshaus anpflanzen. Wenn Sie die Milchsterne als Zimmerpflanzen kultivieren, sollte eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Während der Sommermonate können Sie den Kübel an einen geschützten und warmen Ort im Freien stellen.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Wenn Sie frostempfindliche Arten einpflanzen möchten, sollten Sie bis zum Frühjahr warten. Spätfröste können die Zwiebeln schädigen. Auch das Umtopfen sollte im Frühjahr stattfinden. Winterharte Arten können bereit im Herbst ausgepflanzt werden. Wenn Sie Samen aussäen möchten, müssen Sie sich weniger an den Jahreszeiten orientieren. Die Aussaat ist im Herbst oder im Frühjahr möglich.

Der richtige Pflanzabstand

Der Mindestabstand zum nächsten Pflanzpartner sollte nicht unter 15 Zentimeter liegen. Ideal ist ein Pflanzabstand von 20 Zentimetern. Unter beengten Bedingungen besteht die Gefahr, dass die Milchsterne nicht austreiben. Achten Sie beim Einpflanzen der Zwiebeln auf die Bodentiefe. Milchsternknollen sollten zehn Zentimeter tief in das Substrat gesteckt werden.

Milchstern vermehren

Alle zwei bis drei Jahre können Sie zu dicht gewachsene Horste teilen und auf diese Weise vermehren. Graben Sie die Zwiebeln vollständig aus, nachdem die Blüten verwelkt sind. Mit einem scharfen Messern können Sie die Zwiebeln in mehrere kleine Stücke zerteilen und erneut einpflanzen.

Eine Vermehrung über selbst gesammelte Samen ist möglich. Die Entwicklung von Samen setzt eine erfolgreiche Befruchtung durch Insekten voraus. Sobald die Pflanze verblüht ist, entfernen Sie die Samen aus den Blüten. Streuen Sie die Samen auf ein feuchtes und nährstoffarmes Substrat. Ideal geeignet ist Vogelsand, Bimskies oder Anzuchterde. Achten Sie darauf, dass die Samen nicht vom Substrat bedeckt werden.

Die Lichtkeimer benötigen einen hellen und warmen Standort mit Temperaturen von mindestens 20 Grad Celsius. Halten Sie das Substrat durch Besprühen gleichmäßig feucht. Nach etwa zwei Wochen beginnt die Keimung.

Milchstern im Topf

Milchsterne eignen sich für die Kultivierung im Kübel. Die Zimmerpflanzen können im Topf das ganze Jahr über gepflegt werden, sodass die Gewächse nicht in die Winterruhe gehen. Beachten Sie bei dieser Kultivierung, dass Milchsterne im Laufe der Zeit ihre Wuchskraft verlieren. Die Winterruhe dient auch zur Regeneration.

Kübelpflanzen müssen regelmäßige umgetopft werden. Das ist dann der Fall, wenn die Nährstoffe der Erde aufgebraucht sind oder die Pflanze Tochterknollen entwickelt hat. Diese Maßnahme erfolgt direkt nach der Ruhephase im Frühjahr. Bei Kübelpflanzen, die nicht in die Winterruhe gehen, erfolgt das Umtopfen vor der Blütezeit..

So topfen Sie Milchsterne um:

  • Zwiebeln ausgraben und restlos von Erde befreien
  • Nebenzwiebeln mit einem scharfen Messer abtrennen oder abknipsen
  • Zwiebeln in frische Erde setzen und leicht bedecken

Milchstern gießen

Direkt nach dem Einpflanzen oder Umtopfen sollten Sie die Zwiebeln nicht angießen. Warten Sie mit dem ersten Wässern, bis die Pflanze ausgetrieben ist. Sobald die ersten grünen Triebe aus der Erde kommen, können Sie mit dem Gießen beginnen. Wenn die Pflanzen angewachsen sind, benötigen sie während der Wachstumsphase mäßig Wasser.

Achten Sie darauf, dass das Substrat gleichmäßig feucht aber nicht zu nass ist. Meist reicht das Wasser der Frühjahrs- und Sommerniederschlägen aus, um den Wasserbedarf zu decken. Nur in lang anhaltenden Trockenperioden sollten Sie die Zwiebelpflanzen zusätzlich gießen. Tränken Sie den Boden ausgiebig mit Wasser, anstatt ihn mehrmals mit kleinen Wassermengen zu versorgen. Im Herbst können Sie die Wassergaben langsam reduzieren.

Gießen Sie Topfpflanzen, wenn das Substrat an der Oberfläche angetrocknet ist. Achten Sie darauf, dass kein Wasser im Untersetzer stehen bleibt. Staunässe führt dazu, dass die Wurzeln faulen. Zimmerpflanzen benötigen auch im Winter Wasser. Zwiebeln, die Sie im Keller überwintern, müssen nicht gegossen werden.

Milchstern richtig düngen

Milchsterne haben einen mäßigen Nährstoffbedarf. Sie benötigen Stickstoff und erfreuen sich im Freiland über eine Düngung, die alle 14 Tage bis vier Wochen wiederholt wird. Sie können sich an diesem Zeitraum orientieren, sollten aber bei der Häufigkeit der Düngung auf die Bodenbeschaffenheit achten. Stickstoffbetonte Dünger eignen sich als Nährstoffquelle, wenn sie stark mit Wasser verdünnt werden. Ideal ist eine Stickstoffkonzentration von 0,1 Prozent. Gehen Sie sparsam mit dem Dünger um. Im Winter müssen Sie die eingelagerten Zwiebeln und Topfpflanzen nicht düngen.

Milchstern richtig schneiden

Im Herbst können Sie das Laub zurückschneiden. Sobald die Pflanze vollständig abgestorben ist, sollten Sie die Pflanzenteile entfernen, damit diese nicht auf dem Beet verfaulen. Schneiden Sie das Pflanzenmaterial bodennah mit einer scharfen Gartenschere ab. Alternativ können Sie die gelben Blätter mit einem leichten Zug vom Blattansatz lösen. Bei dieser Methode sollten die Blätter vollständig verwelkt sein, da Sie ansonsten die Zwiebel beschädigen können.

Viele Arten eignen sich als Schnittpflanze. Schneiden Sie die Blütenstängel kurz vor dem Öffnen der Blüten ab und stellen Sie die Schnittblumen in eine Vase.

Wie pflanze ich richtig um?

Milchsterne, die im Topf kultiviert werden, sollten jedes Jahr im Frühling umgepflanzt werden. Bei dieser Maßnahme wird der Nähstoffgehalt des Bodens verbessert und Sie sparen sich zusätzliche Düngergaben über das Jahr. Freilandpflanzen müssen nur dann umgepflanzt oder ausgelichtet werden, wenn die Bestände zu dicht werden.

Verblüht

Wenn Milchsterne verblühen, beginnen die Blätter langsam zu verwelken. Die Pflanze zieht die überschüssige Energie aus den oberirdischen Pflanzenteilen und lagert diese in die Zwiebel ein. Daher sollten Sie die Gewächse direkt nach der Blüte nicht zurückschneiden. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Pflanzen nicht ausreichend Nährstoffe einlagern können. Diese Energiereserven fehlen ihnen im nächsten Frühjahr und sie können nicht austreiben.
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Überwintern

Die meisten Milchsterne überdauern die frostigen Temperaturen der Wintermonate in Mitteleuropa nicht unbeschadet. Sie sind an milde Wintertemperaturen angepasst. Graben Sie die Zwiebeln im Herbst aus der Erde aus und lagern Sie die Knollen an einem trockenen und kühlen Ort im Keller. Ideal sind Temperaturen von zehn Grad Celsius. Trockene Verhältnisse sind notwendig, damit keine Fäulnisprozesse auftreten. Bei zu trockener Luft sollten Sie die Zwiebeln vorsichtig mit Wasser besprühen, um ein Austrocknen zu vermeiden.

Die abgestorbenen Pflanzenteile können abgeschnitten und kompostiert werden. Es gibt winterharte Arten, die auch im Winter im Beet gelassen werden können. Achten Sie darauf, dass die Erde im Winter nicht vernässt. Feuchtigkeit führt dazu, dass die Zwiebeln in der Erde verfaulen und im nächsten Frühjahr nicht mehr austreiben.
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Krankheiten

Milchsterne zeigen sich unempfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen. In den Sommermonaten kann es vereinzelt zum Befall durch Blattläuse kommen. Als effektive Bekämpfungsmaßnahme hat sich das Entfernen der Schädlinge mit einem scharfen Wasserstrahl erwiesen. Einzig falsche Pflegemaßnahmen können seine Vitalität beeinträchtigen. Das häufigste Problem ist Wurzelfäule, die durch Staunässe entsteht.

Gelbe Blätter

Im Herbst verwelken die Blätter der Milchsterne, wodurch sie gelb werden. Zu dieser Jahreszeit besteht kein Grund zur Sorge, denn dieser Prozess deutet auf den Beginn der Ruhephase hin. Sollten die Zwiebelpflanzen im Freiland schon vorher gelbe Blätter bekommen, ist Wurzelfäulnis eine mögliche Ursache. Überprüfen Sie die Zwiebeln, um Schäden durch Staunässe auszuschließen. Vorsicht ist bei Zimmerpflanzen geboten, die plötzlich gelbe Blätter bekommen. Hier sollten Sie darauf achten, dass kein Wasser im Untersetzer stehen bleibt.

Milchstern blüht nicht

Ältere Milchsterne werden nach einigen Jahren im Freiland blühfaul. Sie entwickeln weniger Blüten, da sich der Pflanzabstand bei wild wachsenden Beständen verkleinert. Die Pflanzen benötigen mindestens 20 Zentimeter zur nächsten Pflanze, damit sie sich ungehindert entfalten können. Graben Sie die Zwiebeln aus und setzen Sie die Knollen in einem größeren Abstand in die Erde. Entfernen Sie Nebenzwiebeln, da diese die Hauptzwiebel zusätzlich schwächen. Im Rahmen dieser Pflegemaßnahme können Sie vertrocknete Blätter entfernen.

Tipps

Milchsterne blühen in ihrem natürlichen Verbreitungsgebieten vom Herbst bis zum Frühjahr. Bei den im Freiland kultivierten Arten verschiebt sich die Blühphase. Sinnvoller ist es, den Milchstern als Zimmerpflanze zu kultivieren. Im Winter ist eine Pflanzlampe empfehlenswert, damit die natürlichen Blütezeiten gefördert werden.

Sorten

  • Ornithogalum montanum: Frostharter Milchstern mit großer Blütenfülle. Wuchshöhe bis 20 Zentimeter.
  • Ornithogalum umbellatum: Grüne Blätter mit weißen Längsstreifen. Blüten weiß mit grünen Streifen. Blütezeit zwischen April und Mai.
  • Ornithogalum nutans: Weiß-silbrige Sternblüte. Blütezeit zwischen Mai und Juni. Einzelblüten lang gestielt. Erinnert an eine Miniatur-Lilie. Wächst bis 40 Zentimeter hoch. Frostfest
  • Ornithogalum arabicum: Blüten bis zu fünf Zentimeter groß. Fruchtknoten blauviolett. Als Zimmerpflanze empfohlen.
  • Ornithogalum dubium: Blüht zwischen Juni und August mit orangefarbenen Blüten. Als Zimmerpflanze empfohlen.
  • Ornithogalum saundersiae: Blütenstiele bis 100 Zentimeter lang. Geeignet für Frühlingssträuße.

Text: Christine Riel Artikelbild: Iva Vagnerova/Shutterstock

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