Gurken

Mehltau und Gurken: Wie erkenne ich, ob sie essbar sind?

Artikel zitieren

Mehltau an Gurkenpflanzen ist ein häufiges Problem, das die Ernte beeinträchtigen kann. Dieser Artikel klärt über die Essbarkeit von befallenen Gurken auf und gibt Tipps zur Bekämpfung und Vorbeugung von Mehltau.

mehltau-gurken-essbar
Echter Mehltau greift nur die Blätter an

Essbarkeit von Gurken mit Mehltau

Gurken, deren Blätter von Mehltau befallen sind, können in der Regel bedenkenlos verzehrt werden. Der Mehltau befällt hauptsächlich die Blätter und nicht die Früchte. Die Erreger des Mehltaus produzieren keine für den Menschen schädlichen Giftstoffe, und der Geschmack sowie die Qualität der Gurken bleiben unverändert.

Lesen Sie auch

Wenn jedoch die Früchte selbst betroffen sind, ist vom Verzehr abzuraten. Ein Befall der Früchte kann sich durch Vergilbungen, Verformungen, Risse und unangenehmen Geruch bemerkbar machen. Befallene Gurkenfrüchte sollten entsorgt werden, um jegliche gesundheitlichen Risiken zu vermeiden.

Echter Mehltau und Falscher Mehltau

Mehltau tritt in zwei Formen auf: Echter Mehltau und Falscher Mehltau. Beide können sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus vorkommen.

Echter Mehltau

Echter Mehltau wird durch die Pilzarten Sphaerotheca fuliginea und Erysiphe cichoracearum verursacht. Er tritt vor allem bei trockenem, sonnigem Wetter auf und zeigt sich als weißer, mehlartiger Belag auf der Blattoberseite. Mit der Zeit breiten sich die Pilzgeflechte aus, was zum Absterben der Blätter führt. Die Sporen überwintern auf der Pflanze und können bei günstigen Bedingungen immer wieder auftreten.

Falscher Mehltau

Falscher Mehltau, verursacht durch Pseudoperonospora cubensis, tritt vor allem bei feucht-kühlem Klima und hoher Luftfeuchtigkeit auf. Erkennbar ist diese Form durch gelbe, eckige Flecken auf der Oberseite der Blätter und einen grau-violetten Belag auf der Blattunterseite. Im Verlauf verfärben sich die Blätter gelblich-braun und fallen ab. Die Erreger überwintern in Pflanzenresten und breiten sich bei feuchten Bedingungen schnell aus.

Bekämpfung von Mehltau

Mehltau lässt sich sowohl mit Hausmitteln als auch speziellen Fungiziden bekämpfen.

Hausmittel gegen Mehltau

Natürliche Hausmittel gegen Mehltau umfassen:

  • Brennnesseljauche: Verdünnt im Verhältnis 1:10 eignet sie sich zum Besprühen der Pflanzen.
  • Knoblauchtee: Dieser Tee wirkt antibakteriell und antifungiell und wird auf die Pflanzen gesprüht.
  • Milch: Eine Mischung aus Magermilch und Regenwasser im Verhältnis 1:6 kann für das Besprühen und Gießen verwendet werden.
  • Natron: Eine Lösung aus Backpulver, Rapsöl, Spülmittel und Wasser hilft sowohl vorbeugend als auch im Akutfall.
  • Schachtelhalmbrühe: Diese stärkt die Zellwände der Pflanzen und erschwert den Erregern den Befall.

Fungizide gegen Mehltau

Im Handel sind verschiedene Fungizide erhältlich. Wirksame Mittel enthalten zum Beispiel Azoxystrobin, Fosetyl, Fluopicoliden oder Propamocarb. Fungizide sollten möglichst frühzeitig angewendet werden. Achten Sie unbedingt auf die Gebrauchsanweisung und vorgeschriebenen Wartezeiten.

Vorbeugung von Mehltau

Um einem Befall mit Mehltau vorzubeugen, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden:

  • Sortenwahl: Mehltauresistente Gurkensorten, wie ‚Bella F1‘, ‚Conny F1‘ und ‚Marketmore 76‘, sind besonders empfehlenswert.
  • Standortwahl: Gurkenpflanzen bevorzugen einen sonnigen und luftigen Standort.
  • Pflanzabstand: Ein ausreichender Abstand zwischen den Pflanzen sorgt für gute Luftzirkulation und verhindert lange Feuchtigkeitsphasen.
  • Gießen: Gießen Sie die Pflanzen möglichst von unten.
  • Luftfeuchtigkeit: Regelmäßiges Lüften von Gewächshäusern und Morgenbewässerung helfen dabei, hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.
  • Hygiene: Entfernen Sie Unkräuter und Pflanzenreste, desinfizieren Sie Schneidwerkzeuge und entsorgen Sie krankes Laub im Hausmüll.
  • Pflanzenstärkung: Natronlösung, Kaliumhydrogencarbonat und Schachtelhalmbrühe können vorbeugend eingesetzt werden.
  • Mischkultur: Pflanzen wie Knoblauch, Zwiebeln oder Ringelblumen vermindern das Risiko eines Mehltaubefalls.
Bilder: Floki / Shutterstock