Maulwurf im Garten vertreiben – was ist erlaubt?

Maulwürfe hinterlassen typische Erdhaufen auf dem Rasen, die nicht selten als störend empfunden werden. Unwissende Hobbygärtner versuchen mit allen Mitteln, dem unerwünschten Gast den Garaus zu machen. Aber nicht jede Methode ist zulässig und oft ist eine Bekämpfung unnötig.

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So niedlich er auch ist, ein Maulwurf ist im Garten sehr ungern gesehen

Das Wichtigste in Kürze

  • Es ist verboten, den Maulwurf zu töten oder zu fangen. Erlaubt ist nur die Vergrämung.
  • Intensiv riechende Hausmittel oder Geräuschbelästigung haben sich als wirksam erwiesen. Regelmäßigkeit ist besonders wichtig.
  • Maulwürfe siedeln sich in Gärten an, die gesunde und artenreiche Böden bieten. Sie lassen sich anhand des Baus von Wühlmäusen unterscheiden.
  • Die Säugetiere ernähren sich ausschließlich von Insekten und fungieren als Schädlingsbekämpfer und Bodendurchlüfter. Sie sind keine Pflanzenschädlinge.

Wissenswertes zur Maulwurf-Bekämpfung

Wer den Maulwurf loswerden möchte, darf keine willkürlichen Methoden anwenden. Das Säugetier steht unter Naturschutz. Es ist nicht zwangsläufig notwendig, das Tier aus dem Garten zu vertreiben. Maulwürfe liefern spannende Naturerlebnisse und übernehmen nützliche Funktionen.

Achtung: Maulwurf töten verboten

Der Maulwurf gehört seit 1986 zu den besonders geschützten Arten, die im Anhang 1 der Bundesartenschutzverordnung gelistet sind. Gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, diese besonders geschützten Arten zu verletzen oder zu töten. Je nach Bundesland können bei Gesetzesverstoß Bußgelder in unterschiedlicher Höhe verhängt werden. Die Strafen erstrecken sich zwischen 10.000 Euro im Saarland und 65.000 Euro in Brandenburg.

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Ein Maulwurf darf nicht getötet werden!

Darf ich den Maulwurf fangen?

Auch das Fangen der Säugetiere ist bei Strafe verboten. In besonderen Fällen können Freiheitsstrafen verhängt oder die Bußgelder zusätzlich erhöht werden. Ausschlaggebend für die Strafe ist die Art der Handlung, ob die Maulwürfe mutwillig oder versehentlich geschädigt wurden und ob die Methoden regelmäßig durchgeführt werden. Gewohnheitsmäßige Handlungen zum Bekämpfen der Säugetiere kann in einem Strafverfahren enden. Der Schutz durch das Bundesnaturschutzgesetz bezieht sich auch auf Maulwurfjunge. Das Vergiften wird dem Töten gleichgesetzt und ist ebenfalls verboten.

  • Einsatz einer Lebendfalle erfordert eine Ausnahmegenehmigung
  • Schussfalle tötet durch Gasdruck oder einen mechanischen Schlag
  • Giftköder sind genauso wie das Einleiten von giftigen Gasen in den Bau verboten

Was tun gegen den Maulwurf?

Wenn Sie den Maulwurf bekämpfen möchten, benötigen Sie eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen Umweltbehörde. Stattdessen sollten Sie versuchen, den Maulwurf zu vertreiben. Es gibt verschiedene Hausmittel, die den Geruchs- und Gehörsinn der Tiere stören. Damit sich die Mittel als wirksam erweisen, ist eine hohe Akribie notwendig. Geruchsstoffe in den Häufchen reichen meist nicht aus, um den Gartenbewohner wirksam zu vertreiben. Die Gangsysteme, in die sie sich bei Störung zurückziehen, können mehrere hundert Meter lang sein.

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Hausmittel

Direkt in die Gänge eingebracht, verjagen einige natürliche Mittel den Maulwurf aus seinen unterirdischen Gängen. Diese Methode kann funktionieren, wenn sich der Maulwurf noch nicht fest im Garten niedergelassen hat und ein Zufallsgast ist. Je mehr Gänge Sie freilegen und mit den Substanzen befüllen, desto höher sind die Chancen auf eine wirksame Vertreibung.

 ProduktHerstellungAnwendung
Essighochkonzentrierte Essigessenzalte Tücher tränkenin geöffnete Hügel und Gänge stopfen
Knoblauchabgestandener Sudgepressten Knoblauch mit Wasser aufgießen und ziehen lassenFlüssigkeit mehrmals in die Gänge gießen
Holunderblättervergorene JaucheBlätter aufkochen und Sud gären lassenSud regelmäßig in die Gänge gießen
Thujafrische ZweigeZweige zerreibenin die geöffneten Gänge streuen
GetränkeWein- und BierresteCocktail mischenSud öfter in den Bau schütten

Mit Buttersäure den Maulwurf vergrämen?

In vielen Online-Shops wird Buttersäure als effektives Mittel zum Vertreiben von Maulwürfen angepriesen. Nicht immer sind die Produkte zugelassen, weswegen Sie Vorsicht walten lassen sollten. Alte Lappen werden in der hochkonzentrierten Säure getränkt und anschließend in die Ein- und Ausgänge des Tunnelsystems gestopft. Der Maulwurf reagiert empfindlich auf den Geruch und sucht nach Alternativen. Besonders in großflächigen Gärten findet das Säugetier trotz dieser Maßnahme gute Rückzugsmöglichkeiten, sodass die Hügel an anderer Stelle entstehen.

Eigenschaften von Buttersäure:

  • bei Zimmertemperatur flüssig und farblos
  • stark unangenehmer Geruch, der in hochkonzentrierter Form von Mensch und Tier wahrgenommen wird
  • Aroma erinnert an Erbrochenes und ranzige Butter
  • wirkt reizend auf Augen, Haut und Atemwege
  • löst sich nicht im Boden auf

Maulwurf stören

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Lärm können Maulwürfe gar nicht leiden

Der Maulwurf ist aufgrund seiner speziellen Anpassungen sehr störungsempfindlich. Er kann Geräusche, Erschütterungen und Gerüche wahrnehmen, was Sie sich beim Vergrämen zunutze machen können. Alle Methoden sollten regelmäßig aber vorsichtig durchgeführt werden, damit Sie dem Tier keinen Schaden zufügen.

Geräuschbelästigung

Laute Geräusche schrecken den Maulwurf ab. Es kann helfen, wenn Sie Holzpfähle oder Metallstäbe in die Hügel schlagen und möglichst oft mit einem Hammer dagegen klopfen. Achten Sie auf Ihre Nachbarn, denn solche Klopf-Attacken können schnell zur Lärmbelästigung werden.

Geräuschintensive Dekowindräder im Dauerbetrieb können den Maulwurf wirksam vergrämen. Hat das Säugetier ein weitreichendes Gangsystem entwickelt, müssen Sie die Maßnahme großflächig durchführen. Als Alternative hat sich das regelmäßige Rasenmähen bewährt. Die sensiblen Tiere werden umso mehr gestört, je lauter der Rasenmäher ist.

Gänge lüften

Sobald neue Erdhügel entstehen, sollten Sie diese platt treten. Legen Sie möglichst viele Gänge frei, denn auch das gefällt dem Säugetier nicht. Maulwürfe gelten als faule Geschöpfe, die sich zurückziehen, wenn sie ihre Gänge ständig neu freilegen oder schließen müssen. Eine Kinder-Party im Garten sorgt für heftiges Trampeln, Stapfen und Hüpfen, wodurch das Gangsystem großflächig geschädigt wird.

Aussperren

Die wirkungsvollste Methode ist das Verlegen einer Bodenmatte inklusive Sperrzaun. Dieser sollte mindestens 50 Zentimeter tief in die Erde reichen und möglichst engmaschig sein, damit kein Maulwurf hindurch kommt. In der gleichen Tiefe wird die Bodenmatte flächendeckend verlegt. Darunter kann sich der Maulwurf Gänge graben. Allerdings kommt er nicht mehr in die oberen Bodenschichten, um die Erde zu Hügeln aufzuschichten.

Wühlmaus oder Maulwurf?

Wühlmäuse sind anders als Maulwürfe bedrohlich für den Ernteertrag. Das hängt mit ihrem Nahrungsspektrum zusammen. Wer Wühlmaus- und Maulwurf-Bilder miteinander vergleicht, kann die Arten auf den ersten Blick unterscheiden. Schwieriger wird es, wenn Sie die Ursache für ein weitreichendes Tunnelsystem in Ihrem Gartenboden identifizieren möchten. Schauen Sie sich sowohl die Erdhügel als auch die darunter befindlichen Gänge an.

 MaulwurfWühlmaus
NahrungInsektenfresserPflanzenfresser
Nachwuchsein bis zwei Mal jährlich drei bis vier Jungevier Mal jährlich drei bis fünf Junge
Erdhügelfrei von Pflanzenrestenmit Wurzeln und Blättern durchsetzte Erde
Tunnelsystemin tieferen Erdschichtenflach unter der Grasnarbe
Form der Erdhaufenrundlich, in regelmäßigen Abständenlänglich und flach, in unregelmäßig Abständen

Tipps

Platzieren Sie eine Möhre in den Gängen. Wenn diese angefressen wird, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Wühlmaus.

Warum kommt der Maulwurf im Garten vor?

Maulwürfe fühlen sich dort wohl, wo sie geeignete Lebensbedingungen vorfinden. Treten die Säugetiere immer wieder in Ihrem Garten auf, deutet das auf einen besonders nährstoffreichen Boden hin. Die Tiere sind ein Anzeichen für einen gesunden Lebensraum, in dem sich ein natürlicher Kreislauf eingestellt hat.

Nahrung

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Maulwürfe lieben Engerlinge

Maulwürfe sind überwiegend Insektenfresser. Sie graben sich auf der Suche nach Nahrung durch das Erdreich und Durchstreifen die unterirdischen Gangsysteme. Je nach Jahreszeit und Bodenbeschaffenheit halten sich die Säugetiere in unterschiedlichen Bodenzonen auf. Gelegentlich kommen sie auch an die Erdoberfläche, um dort Insekten aufzuspüren. Hat sich der Maulwurf in Ihrem Garten angesiedelt, ist das ein Zeichen für eine reiche Kleintierflora im Boden.

Was Maulwürfe fressen:

  • Engerlinge und Schnakenlarven
  • Ringel- und Regenwürmer
  • Insekten, Schnecken und Käfer

Wissenswertes über den Maulwurf

Ein Leben unter der Erde erfordert spezielle Anpassungen. Der Maulwurf ist mit seinem Körperbau ideal auf den Lebensraum Boden eingestellt. Er verbringt nahezu sein gesamtes Leben im Dunkeln, denn hier ist er und sein Nachwuchs vor Fressfeinden und Witterungsbedingungen geschützt. Maulwürfe sind zwar nicht blind, haben aber andere besser entwickelte Wahrnehmungsorgane.

Hält der Maulwurf Winterschlaf?

Die Säugetiere halten keinen Winterschlaf. Wenn sie in kühleren Regionen leben, graben sie sich während der kalten Jahreszeit in tiefer gelegene Bodenschichten. Sie legen sich unterirdische Nahrungsvorräte an, von denen sie im Winter zehren. Der Europäische Maulwurf hortet in seinem Bau Regenwürmer. Er beißt den Würmern die vorderen Körpersegmente ab. Dadurch können die Wirbellosen nicht fliehen, bleiben aber dennoch am Leben.

Spezialisierungen

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Maulwürfe haben sehr starke Armmuskeln und spezialisierte Grabschaufeln

Maulwürfe haben hoch spezialisierte Vordergliedmaßen, die zu Grabwerkzeugen umgebildet sind. Ihre Hände sind nach außen gedreht und schaufelförmig entwickelt. Sie besitzen fünf Finger mit kräftigen Krallen. Durch Drehung des Oberarms graben sich die Säugetiere durch den Boden. Maulwürfe haben eine sehr gut entwickelte Armmuskulatur. An der Vorderhand besitzen sie einen sichelförmigen Knochen, der den Tieren das Graben zusätzlich erleichtert.

  • Augen: dienen zur Wahrnehmung von Hell- und Dunkelkontrasten
  • Ohren: durch Hautlappen bedeckt
  • Schnauze: lang und spitz mit zahlreichen Tasthaaren, um Erderschütterungen wahrzunehmen
  • Statur: walzenförmig
  • Fell: kurz und wollig ohne Strich, zur ungehinderten Vor- und Rückwärtsbewegung

Fortpflanzung

Zwischen März und April paaren sich Maulwürfe unter- oder oberhalb der Erdoberfläche. Nicht selten müssen sich die Männchen das Recht zur Paarung erkämpfen. Das Weibchen bringt ihren Nachwuchs nach einer vierwöchigen Tragzeit im unterirdischen Nest zur Welt.

So sehen die Nester aus:

  • Nestkammer liegt unterhalb der Nahrungsgänge
  • mit Gras und Laub gepolstert
  • bei hohem Grundwasserstand liegen Nester unterhalb der Grasnarbe
  • erkennbar an auffallend großen Hügeln, die sogenannten Burgen

Ein Maulwurf-Baby ist nach der Geburt nackt und 35 bis 44 Millimeter lang. In den nächsten vier bis sechs Wochen wird es von der Mutter gesäugt. Nach etwa zwei Monaten beenden die Jungtiere ihre Nestlingszeit. Es dauert etwa ein Jahr, bis die Tiere geschlechtsreif werden.

Jagdtechniken

Um an die Nahrung zu kommen, nutzt der Maulwurf seine Wahrnehmung. Das Tunnelsystem erinnert an ein weit verzweigtes Spinnennetz. In dessen Kessel legt sich das Tier auf die Lauer, um Geräusche und Erschütterungen aus allen Richtungen wahrnehmen zu können. Sobald der Maulwurf Insekten, Regenwürmer oder Larven wahrnimmt, flitzt er zur Geräuschquelle.

Bei seinen Jagdausflügen werden die Tunnelwände durch den dichten Pelz geglättet. Versehentlich in den Tunnel geratene Beutetiere können so schwerer flüchten. In der Nacht geht der Maulwurf in Abhängigkeit von der Nahrungsverfügbarkeit auf Patrouille.

Steckbrief

Der Europäische Maulwurf, der den wissenschaftlichem Namen Talpa europaea trägt, gehört zur Familie der Maulwürfe und ist der Ordnung der Insektenfresser untergliedert. In Mitteleuropa ist er der einzige Vertreter aus seiner Familie.

Skelett

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Maulwürfe haben einen sehr spitzen Schädel

Der walzenförmige Körper der Maulwürfe erreicht eine Größe zwischen zehn und 17 Zentimeter. Sie besitzen einen Schwanz, der zwei bis 4,5 Zentimeter lang wird. Der Schädel ist zugespitzt und sitzt auf einem kurzen Hals. Auffällig sind die Arme, die weit vor dem Brustkorb und direkt neben dem Kopf liegen. Sie sind sehr kurz und vollständig in die Körperkontur eingebaut. Das Gelenk des Ellenbogens befindet sich im Schulterbereich. Zwischen Oberarm und Schlüsselbein besitzen Maulwürfe eine gelenkartige Verbindung, die einzigartig unter den Säugetieren ist.

Gebiss

Maulwürfe besitzen ein vollständiges Gebiss von 44 Zähnen. Auf jeder Kieferhälfte sitzen drei Schneidezähne, ein Eckzahn, vier Prämolaren sowie drei Molaren. Die Zähne zeigen eine Anpassung an die fleischliche Ernährung der Maulwürfe. Sie sind mit spitzen Höckern versehen und tragen scharfkantige Schmelzleisten. Auf den hinteren Backenzähnen sind die Schmelzleisten w-förmig angeordnet.

Lebensraum

Der Europäische Maulwurf bevorzugt Böden in nicht zu trockenen Wiesen und Wäldern. Auch im Kulturland sind die Säugetiere anzutreffen. Sie kommen in den Alpen bis auf eine Höhe von 2.400 Meter vor. Die Art besiedelt gemäßigte Regionen in Mittel- und Osteuropa. Sie meidet sowohl kühle als auch mediterrane Klimazonen.

Feinde

Das Säugetier hat eine Reihe von natürlichen Feinden, die sich größtenteils auf Raubvögel verteilen. Schleiereule, Mäusebussard, Waldkauz und Turmfalke erbeuten Maulwürfe bei ihren oberirdischen Paarungs- und Nahrungsgängen. Fuchs, Marder und Hermelin zählen ebenfalls zu den Fraßfeinden. Gelegentlich werden Maulwürfe von Hunden und Katzen getötet, die ihren Jagdtrieb auslassen.

Exkurs

Mensch als größter Feind

Gegen oberirdisch lebende Fressfeinde kann sich der Maulwurf gut schützen, indem er sich in sein unterirdisches Gangsystem zurückzieht. Hilflos ist er gegen Eingriffe des Menschen. Auf Sport- und Golfplätzen werden die Flächen mit Bodenmatten ausgestattet, sodass der Maulwurf verdrängt wird. Nachstellungen durch den Menschen sorgen ebenfalls für eine hohe Sterblichkeitsrate in frühen Jahren. Doch auch Hochwasser und dauerhafter Bodenfrost machen dem Säugetier zu schaffen.

Maulwurf als Nützling

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Maulwurfshügel sind super Erde!

Maulwürfe übernehmen wichtige Aufgaben im Boden. Die aufgehäuften Erdhügel sehen für viele Hobbygärtner unschön aus, bringen aber einen Nutzen im Garten. Sie können das Substrat vorsichtig abtragen und mit Kompost und Sand mischen. Diese Erde ist ideal für Blumenkästen und Pflanzkübel geeignet.

Schädlingsbekämpfer

Der Maulwurf hat einen aktiven Stoffwechsel, weswegen er große Mengen an Nahrung zu sich nehmen muss. Jeden Tag frisst das Tier eine Nahrungsmenge, die der Hälfte seines Körpergewichts entspricht. Das sind etwa 50 Gramm täglich. Darunter befinden sich zahlreiche Schädlinge, die im Garten unerwünscht sind. Selbst Spinnen und Mäuse schaffen es auf seinen Speiseplan. Der ausgesprochene Einzelgänger duldet außerhalb der Paarungszeit weder andere Maulwürfe noch sonstige Besucher in seinen Gängen. Auf diese Weise erweist sich der Maulwurf als optimaler Schutz vor Wühlmäusen.

Tunnelsystem

Wie groß das Revier eines Maulwurfs ist, hängt vom Nahrungsangebot ab. Je mehr Insekten im Boden leben, desto kleiner fällt das Tunnelsystem aus. Die Gänge werden dicht unter der Erdoberfläche angelegt, wobei ein Tunnelsystem von einem Maulwurf bewohnt wird. Dieses besteht aus einer Wohnkammer und mehreren Lauf- und Jagdgängen.

  • Weibchen legen ein Tunnelnetz auf einer Fläche von 2.000 Quadratmeter an
  • Männchen graben Gänge auf etwa 6.000 Quadratmeter
  • ein Gangsystem kann bis zu 200 Meter lang sein

In 20 Minuten können die Säugetiere bis zu sechs Kilogramm Erde bewegen. Sie lockern das Substrat auf und sorgen für eine Durchmischung der Bodenschichten. Der Gartenboden wird gründlich durchlüftet und die unterirdischen Gänge wirken wie ein Drainagesystem. Lediglich im Gemüsebeet sind die Grabtätigkeiten direkt unter der Erdoberfläche unerwünscht, denn dadurch kann der Wurzelbereich von Nutzpflanzen freigelegt werden.

Tipps

Verwenden Sie vorzugsweise Pflanzenjauchen aus Brennnessel oder Knoblauch zum Düngen Ihrer Beete. Dadurch wird dieser Bereich unbeliebt bei Maulwürfen.

Maulwurf gefunden

Es ist verboten, Maulwürfe einzufangen. Sie dürfen die Tiere nur dann mit nehmen, wenn sie offensichtlich Hilfe benötigen. Das ist der Fall bei verletzten und stark geschwächten Tieren. Im Zweifelsfall sollten Sie sich an eine Auffangstation, den NABU oder LBV wenden, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Maulwürfe sollten nur dann mitgenommen werden, wenn sie offensichtlich hilfsbedürftig sind.

Säugling gefunden?

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Ist ein Maulwurfbaby nicht in seiner Höhle, stimmt etwas nicht

Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Sie einen hilflosen Maulwurfssäugling zu Gesicht bekommen. Ein Baby-Maulwurf ist vollkommen unbehaart und auf die Fürsorge der Mutter angewiesen. Ihr unterirdisches Nest verlassen sie erst nach drei bis acht Wochen. Zu diesem Zeitpunkt ist der junge Maulwurf bereits komplett behaart und kann selbstständig überleben. Handlungsbedarf besteht nur, wenn der Maulwurf sichtlich krank oder geschwächt ist.

Krankheitsanzeichen erkennen

Überprüfen Sie das Tier auf mögliche Parasiten wie Fliegeneier oder Maden. Diese sollten mit einer Pinzette vollständig abgesammelt werden. Verzichten Sie auf die Verwendung von Spot ons. Das Tier benötigt außerdem Hilfe, wenn es abgemagert oder dehydriert ist. Bei ausgetrockneten Tieren bleibt die Nackenfalte nach dem Langziehen stehen und geht nicht in seine Ursprungslage zurück.

Erste Hilfe

Unterkühlte Jungtiere müssen gewärmt werden, denn ihr kalter Körper ist nicht in der Lage zu verdauen. Setzen Sie das Tier in eine Schachtel, die Sie mit Handtüchern und einer Wärmflasche oder einem Kirschkernkissen ausgestattet haben. Rotlichtlampen sind nicht geeignet, da der kleine Körper zusätzlich austrocknet. Anschließend geben Sie dem Maulwurf etwas Honig- oder Traubenzuckerwasser, damit er zu Kräften kommt. Dehydrierte Tiere bekommen alle zehn Minuten einige Tropfen einer Elektrolyt-Lösung auf die Lippe.

Zubereitung der Elektrolyt-Lösung:

  • 0,5 TL Salz
  • 3 TL Traubenzucker
  • 5 dl abgekochtes Wasser

Fütterung

Wenn die Jungtiere zu Kräften gekommen sind, können sie übergangsweise in eine Box mit ungedüngter Erde und Gras gesetzt werden. Dunkeln Sie die Box ab und achten Sie auf eine hohe Luftfeuchtigkeit. Bieten Sie dem Tier Insekten an, die anfangs tot serviert oder püriert werden. Später können Sie Bienenmaden, Asseln, Heimchen oder Regenwürmer lebend verfüttern. Wegen des hohen Stoffwechsels benötigen die Tiere viel Nahrung. Die Menge sollte pro Tag die Hälfte ihres Körpergewichts entsprechen.

Aussetzen

Suchen Sie einen geeigneten Platz zum Auswildern in einem Laub- oder Mischwald. Wiesen, Weiden und Gärten sind optimal. Wässrige Böden oder übersäuerte Substrate sind genauso ungeeignet wie steinige Untergründe. Sie können dem Maulwurf eine Starthilfe geben, indem Sie ein kleines Loch in das Substrat graben und das Tier hinein setzen.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann der Maulwurf unter der Erde überleben?

Physiologisch ist der Erdbewohner perfekt an das Leben im Substrat angepasst. Das Blut von Maulwürfen hat einen sehr hohen Hämoglobingehalt. Die Säugetiere können größere Mengen an Sauerstoff im Blut binden, sodass sie nicht ständig an die Erdoberfläche kriechen müssen. Damit dennoch genügend Luft vorhanden ist, legen Maulwürfe Belüftungsöffnungen an.

Was frisst ein Maulwurf?

Die Säugetiere gehören zu den Insektenfressern und verschmähen pflanzliche Nahrung. Sie ernähren sich überwiegend von ausgewachsenen Käfern und Zweiflüglern sowie deren Larven und Regenwürmern. Auch Spinnen werden erbeutet. Kleinere Wirbeltiere wie Mäuse und Echsen werden nur in Ausnahmefällen verspeist.

Zu welcher Uhrzeit gräbt der Maulwurf?

Als unterirdisch lebendes Säugetier hat der Maulwurf keinen ausgeprägten Rhythmus, der sich nach den Tageszeiten richtet. Seine Aktivität ist in Schlaf- und Wachphasen unterteilt. Meist erstrecken sich die Wachphasen über Vormittag, Nachmittag und Mitternacht. Während dieser Phasen ist der Maulwurf etwa vier bis fünf Stunden aktiv. Er durchstreift seine Gänge auf der Suche nach Nahrung und erweitert bei Bedarf sein Tunnelsystem.

Wie alt wird der Maulwurf?

Der Europäische Maulwurf erreicht ein Höchstalter von drei bis vier und maximal fünf Jahren. In den meisten Fällen werden die Tiere nicht älter als ein Jahr. Nur selten werden drei- bis vierjährige Tiere gefunden. Die höchste Sterblichkeitsrate herrscht unter Jungtieren, die im Alter von zwei Monaten das Nest verlassen.

Wie tief gräbt ein Maulwurf?

Maulwürfe legen ihr Tunnelsystem meist dicht unter der Erdoberfläche aber nicht zu nahe an der Grasnarbe an. Der größte Teil des Baus liegt nicht tiefer als zehn bis 20 Zentimeter unterhalb der Hauptwurzelregion. Im Winter ziehen sie sich in tiefere Erdschichten zurück und leben bis ein Meter tief in der Erde.

Wie gräbt ein Maulwurf?

Die Säugetiere besitzen schaufelförmige Vordergliedmaßen, mit deren kräftigen Krallen das Substrat abgetragen wird. Auf diese Weise können sie pro Minute 30 Zentimeter zurücklegen und ein ausgedehntes Gangsystem entwickeln. Das überschüssige Material wird mit Kopf und Rüssel nach oben geschoben, sodass auf der Erdoberfläche Hügel entstehen.

Text: Christine Riel
Artikelbilder: tchara/Shutterstock, Tony Baggett/Shutterstock, Iakov Filimonov/Shutterstock, S.O.E/Shutterstock, Simon Kovacic/Shutterstock, photowind/Shutterstock, Harald Florian/Shutterstock, Sebastjan Medved/Shutterstock

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