Kann man Marienkäfer züchten?

Sie möchten eine eigene Marienkäferkolonie für Ihren Garten heranzüchten oder sind einfach interessiert daran, die Entwicklungsstadien des kleinen Glückskäfers genau zu beobachten? Nur frisch heran! Denn mit einfachen Mitteln können Sie Ihr eigenes Vivarium bauen.

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Marienkäfer züchten ist gar nicht schwer

Gute Argumente für das gezielte Aufziehen von Marienkäfern

Selbst Marienkäfer zu züchten, hat zum einen natürlich gartenwirtschaftliche Vorteile. Die sympathischen Gesellen sind schließlich fleißige Schädlingsvernichter und können vor allem Blattläuse effektiv dezimieren. Andererseits ist es aber auch spannend, die Entwicklung des Käfers vom Ei bis zum ausgewachsenen Imago aus direkter Nähe zu verfolgen. Insbesondere bei Kindern kann bei einem solchen Projekt schlummerndes biologische Interesse geweckt werden.

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Eine eigene Marienkäferzucht

Im Internet werden diverse Fertig-Zucht-Sets für die Marienkäferaufzucht inklusive Zusatzmaterial für Dokumentation und spielerische Durchführung angeboten. Sie können Ihr Vivarium aber auch einfach selbst einrichten. Dazu brauchen Sie gar nicht viel:

  • Ein großes, ca. einen Liter fassendes Glas
  • Ein Stück Insektenschutznetz
  • Ein Gummiband
  • 1-2 Stück Krepppapier
  • Mit Blattläusen befallene Pflanzen
  • Und natürlich Marienkäfer

1. Vivarium vorbereiten

Als erstes bereiten Sie Ihrer werdenden Marienkäferkolonie das Glas als kleine artgerechte Oase vor. Das muss im Frühjahr, etwa ab April geschehen. Dazu legen Sie den Glasboden erst mit mehrfach zusammengefaltetem Krepppapier aus. Es soll dazu dienen, Feuchtigkeit in kleinen Mengen zu halten, ähnlich wie bei Kressesaaten auf der Fensterbank.

2. Vivarium bestücken

Dann machen Sie sich draußen auf die Suche nach ersten blattlausbefallenen Pflanzen. Die Läuse vermehren sich im Frühjahr zunächst ungeschlechtlich und sind dabei sehr produktiv. Eventuell finden Sie auch an Ihren Zimmerpflanzen Blatt- oder Schildläuse.

Gleichzeitig halten Sie schon nach Marienkäfern Ausschau. Gute Chancen, welche zu entdecken, haben Sie beim Durchsuchen von dichtem Gesträuch, Laubhaufen oder Brennnesseltuffs. An solchen geschützten Stellen halten sich die Tiere nach der Überwinterung gern auf. Etwas Glück brauchen Sie natürlich, um Männchen und Weibchen zu erwischen. Leider unterscheiden sie sich äußerlich quasi gar nicht.

Alternativ können Sie später im Jahr, etwa ab Mitte Mai, auch Marienkäferlarven von Blattunterseiten und Stämmen einsammeln. Das Schauspiel der Paarung bleibt Ihnen dann natürlich vorenthalten.

Sammeln Sie belauste Pflanzenstängel und -blätter und die Marienkäfer vorsichtig ein und setzen sie in das Glas.

3. Luftdurchlässig verschließen und pflegen

Nach der Bestückung verschließen Sie das Glas mit dem Stück Insektengaze und befestigen es mit dem Gummiband. Stellen Sie es an einem warmen, vor direkter Sonne geschützten Ort auf. Zur Pflege muss das Vivarium täglich mit einem Wasserdisperser befeuchtet werden. Achten Sie außerdem darauf, dass die Marienkäfer immer Nachschub an mit Blattläusen oder Schildläusen befallenen Pflanzenteilen und zusätzlich etwas Honig bekommen.

4. Beobachten

Nun können Sie die Entwicklung Ihrer eigenen Glücksbringer nachverfolgen. Nach der Paarung wird das Weibchen hoffentlich Eier an den Blättern der Pflanzen im Vivarium ablegen. Die Larven schlüpfen nach etwa 5-8 Tagen. Jetzt müssen Sie nochmal vermehrt für Blattlausnachschub sorgen, damit die Larven sich nicht gegenseitig auffressen. Bis zur Verpuppung dauert es noch einmal etwa 1-2 Monate. Danach schlüpfen die fertigen Käfer mit der artspezifischen Färbung! Nun können Sie sie aussetzen und sich an ihrer Gartenhilfe oder einfach an ihrer freundlichen, hübschen Gesellschaft erfreuen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Giuma/Shutterstock
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