Maiglöckchen

Gefährliche Schönheit: Warum sind Maiglöckchen giftig?

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Das Maiglöckchen bezaubert mit Duft und Anblick, birgt aber in allen Pflanzenteilen gefährliche Giftstoffe. Dieser Artikel informiert umfassend über die Risiken des Maiglöckchens und gibt Hinweise zum Umgang mit der Pflanze.

Maiglöckchen gefährlich
Maiglöckchen sind sehr giftig und lösen oft schon bei Hautkontakt Reaktionen aus

Giftigkeit des Maiglöckchens

Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) wird als stark giftige Pflanze eingestuft. Alle Pflanzenteile – einschließlich Blätter, Blüten, Früchte und Wurzeln – enthalten toxische Substanzen, besonders in den Blüten und Früchten. Diese Pflanzenteile enthalten Herzglykoside wie Convallatoxin, die bei Hautkontakt oder Verzehr zu ernsthaften Vergiftungserscheinungen führen können.

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Der Verzehr geringer Mengen kann bereits Symptome wie Übelkeit, Durchfall und Herzrhythmusstörungen auslösen, während größere Mengen zu schwerwiegenderen Symptomen wie Herzstillstand und Kreislaufversagen führen können. Da das Maiglöckchen besonders durch seine attraktiven roten Beeren gefährlich für Kinder und Haustiere ist, sollten Sie besondere Vorsicht walten lassen und die Pflanze gegebenenfalls entfernen.

Ein weiteres Risiko stellt die Verwechslungsgefahr mit Bärlauch dar, dessen Blätter denen des Maiglöckchens stark ähneln. Achten Sie beim Sammeln darauf, die Pflanzen sicher zu identifizieren, um eine unbeabsichtigte Vergiftung zu vermeiden.

Notfallmaßnahmen beinhalten das sofortige Kontaktieren einer Giftnotrufzentrale und gegebenenfalls die Gabe von Aktivkohle, um die Giftstoffe im Magen zu binden. In schweren Fällen kann ein rascher medizinischer Eingriff notwendig sein.

Welche Teile des Maiglöckchens sind giftig?

Das Maiglöckchen ist in seiner Gesamtheit giftig. Alle Pflanzenteile enthalten toxische Substanzen mit besonders hohen Konzentrationen in den Blüten und roten Beeren. Auch die Blätter bergen ein großes Risiko aufgrund ihrer Verwechslung mit Bärlauch. Wurzeln und Rhizome enthalten ebenfalls Gifte, die bei Verzehr zu schweren Vergiftungen führen können. Selbst das Wasser von Schnittblumen, in dem Maiglöckchen stehen, nimmt giftige Inhaltsstoffe auf und kann Vergiftungserscheinungen verursachen. Seien Sie im Umgang mit dieser Pflanze daher sehr vorsichtig.

Welche Giftstoffe sind im Maiglöckchen enthalten?

Das Maiglöckchen enthält herzwirksame Glykoside wie Convallatoxin, Convallatoxol, Convallosid und Desglucocheirotoxin. Diese Substanzen beeinflussen die Herzmuskelzellen, indem sie die Natrium-Kalium-Pumpe des Herzens hemmen, was zu verstärkter Kontraktion des Herzmuskels und verminderter Schlagfrequenz führt. Insgesamt sind 38 verschiedene Herzglykoside in allen Teilen der Pflanze vorhanden, besonders in den Blüten und Früchten konzentriert. Selbst das Wasser, in dem Schnittblumen der Maiglöckchen stehen, kann diese gefährlichen Stoffe aufnehmen.

Symptome einer Maiglöckchenvergiftung

Der Kontakt mit Maiglöckchen kann Haut- und Augenreizungen auslösen. Der Verzehr führt zu ernsthaften Vergiftungserscheinungen wie Reizung der Mundschleimhaut, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Beklemmungsgefühlen im Brustbereich, Herzrhythmusstörungen und Sehstörungen. Zunächst steigen Blutdruck und Puls stark an, um danach wieder abzusinken, während die Atmung langsamer und tiefer wird. Bei schweren Vergiftungen kann es zu Herzlähmungen und Herzstillstand kommen.

Erste Hilfe bei Maiglöckchenvergiftung

Wenn eine Person Pflanzenteile des Maiglöckchens aufgenommen hat, kontaktieren Sie sofort den Giftnotruf und überprüfen Sie bis zum Eintreffen des Notarztes regelmäßig die lebenswichtigen Funktionen. Kohletabletten können die Giftstoffe im Magen binden. Die Behandlung ähnelt der bei einer Herzglykosidvergiftung und kann die Stimulierung des Harnflusses und die Gabe von Kalium- und Magnesiumpräparaten zur Korrektur des Elektrolythaushalts umfassen. Führen Sie alle Maßnahmen in Absprache mit einem Arzt durch.

Tödliche Dosis Maiglöckchen

Die tödliche Dosis kann stark variieren. Bereits zwei Blätter oder eine entsprechende Menge an Blüten oder Beeren können für einen erwachsenen Menschen tödlich sein. Die Aufnahme dieser Pflanzenteile führt zu Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Herzrhythmusstörungen und Sehstörungen. Ohne sofortige medizinische Maßnahmen kann eine tödliche Vergiftung innerhalb von zwei bis sechs Tagen eintreten. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn kleine Kinder oder Haustiere im Haushalt leben.

Gefährdung von Kindern

Kinder sind durch Maiglöckchen besonders gefährdet, da sie von den attraktiven roten Beeren und wohlriechenden Blüten angezogen werden. Bereits geringe Mengen der Pflanzenteile können ernsthafte Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Eltern sollten besonders darauf achten und die Kinder über die Giftigkeit der Maiglöckchen aufklären. Gärten mit Maiglöckchen sollten für kleine Kinder unzugänglich gemacht werden.

Giftigkeit für Tiere

Maiglöckchen sind für viele Tiere, einschließlich Hunde, Katzen und Nutztiere wie Schweine und Ziegen, stark giftig. Die in der Pflanze enthaltenen Glykoside können Magen-Darm-Beschwerden, neurologische Symptome wie Krämpfe und kardiovaskuläre Symptome wie verlangsamten Herzschlag verursachen. Bei Vergiftungen suchen Sie sofort einen Tierarzt auf und vermeiden Sie es, Maiglöckchen in Gärten und Weideflächen zu pflanzen.

Verwechslungsgefahr mit Bärlauch

Die Blätter des Maiglöckchens und des Bärlauchs ähneln sich stark, was zu gefährlichen Verwechslungen führen kann. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind der intensive Knoblauchgeruch von Bärlauchblättern und die unterschiedlichen Blattformen. Achten Sie besonders im Frühling, wenn beide Pflanzen wachsen, auf diese Merkmale, um eine unbeabsichtigte Vergiftung zu vermeiden. Bei Unsicherheit lassen Sie die Pflanze besser stehen und sammeln Sie nur sicher identifizierten Bärlauch.

Sollten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Herzrhythmusstörungen nach dem Verzehr auftreten, suchen Sie sofort medizinische Hilfe auf und informieren Sie eine Giftnotrufzentrale.

Bilder: Renata Osinska / iStockphoto