Das Mädchenauge als Gartenstaude: winterhart oder nicht?

Als traditionelle Pflanze im Bauerngarten ist das Mädchenauge besonders mit orange-gelben Blüten bekannt, es gibt aber mittlerweile eine Fülle an Blütenfarben und -formen im Fachhandel. Nicht alle Unterarten der sogenannten Schöngesichter sind problemlos winterhart, allerdings lässt sich hierbei teilweise nachhelfen.

Mädchenauge im Schnee
Einige Arten des Mädchenauges sind winterhart

Das Überwintern von Mädchenaugen im Freiland

Selbst kurzlebige Unterarten der Gattung Coreopsis lassen sich manchmal in milden Lagen wie im Weinbauklima zu einem erneuten Austreiben im Frühjahr anregen, wenn ihr Kraut direkt nach der Blütezeit bis knapp über dem Boden zurückgeschnitten wird. Langlebigere Sorten können direkt im Beet überwintert werden, vertragen aber teilweise auch nur Minusgrade im Bereich von -12 bis -20 Grad Celsius. Deshalb sollten Sie nach dem Rückschnitt im Herbst mit einer schützenden Schicht abgedeckt werden, die aus folgenden Materialien bestehen kann:

  • Laub
  • angehäufelte Erde
  • Rindenmulch
  • Tannennadeln

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Manche Gärtner bevorzugen aber auch einen Rückschnitt im Frühjahr und lassen das welke Laub über den Winter als Schutzschicht über den Wurzeln der Pflanzen stehen.

Das Überwintern der Schöngesichter im Topf

Alle Kübelpflanzen sind bei einem Überwintern im Freiland in der Regel noch kälteren Temperaturen ausgesetzt, da die Isolationswirkung des Bodensubstrats nur begrenzt greifen kann. Deshalb sollten Mädchenaugen im Topf nicht nur mit Laub oder einer anderen Mulchschicht bedeckt, sondern möglichst auch mit einem schützenden Vlies umwickelt und in einer Südlage neben einer Hausmauer aufgestellt werden. Zusätzlich schützt eine zwischen Boden und Pflanzgefäß gelegte Styroporplatte (25,90€ bei Amazon*) vor der von unten angreifenden Kälte.

Überwinternde Pflanzen ausreichend wässern

Wichtig ist es bei Freiland- wie auch Topfexemplaren des Mädchenauges, neben dem Temperaturschutz im Winter auch auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten. Deshalb sollten Sie die Pflanzen in Wintern mit Kahlfrösten an frostfreien Tagen mäßig gießen. Schließlich stellen Trockenschäden bei vielen Pflanzenarten im Winter eine weitaus größere Bedrohung dar als das tatsächliche Erfrieren der Pflanzen. Auch in dieser Hinsicht erweist sich eine Mulchschicht über dem Beet als praktisch, da der Boden so auch im Winter durch Wind und Sonne weniger stark austrocknet.

Tipps

Auch mehrjährige und winterharte Arten des Mädchenauges haben keine nach oben offene Lebensdauer, sondern können nach vier oder fünf Jahren vergreisen. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, langlebige Sorten nach etwa drei Jahren am gleichen Standort vorsichtig auszugraben und per Teilung zu vermehren.

Text: Alexander Hallsteiner

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