Kleinnager: Nicht immer gern gesehene Untermieter

Nagetiere nisten sich als ungebetene Gäste gelegentlich in der Laube oder dem Gartenhaus ein. Zwar haben selbst diese Tiere einen wichtigen Platz im ökologischen Gefüge, sie können jedoch auch Krankheiten übertragen und große Schäden anrichten. Wie Sie die Mitbewohner umweltbewusst wieder loswerden, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

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Mäuse sind zwar niedlich, können aber großen Schaden anrichten

Warum zählen manche Nagetiere zu den Schädlingen?

Etwa zweihundert bis dreihundert der Säugetiere mit den typischen Nagezähnen gehören zu den Schädlingen. Entweder fressen sie Lebensmittel oder, unterirdisch lebend, die Wurzeln und Knollen von Pflanzen. Einige Nager machen sich darüber hinaus an Dämmmaterialien zu schaffen und können sogar Strom- und Wasserleitungen beschädigen.

Ratten gelten als gefährliche Krankheitsüberträger, denn hartnäckig hält sich das Gerücht, diese Tiere hätten im Mittelalter die Pest verbreitet. Dem ist nicht so, denn dies war der Rattenfloh, der im Fell der eigentlich sehr reinlichen Nager lebt und auch auf den Menschen übergeht.

Wer knuspert da an meinem Häuschen?

Die kleinen Untermieter lassen sich in ruhigen Stunden, bevorzugt abends und nachts, leicht identifizieren:

  • Hören Sie Nage-, Kratz- oder Scharrgeräusche?
  • Finden Sie Nagespuren an Abfalltonnen?
  • Riecht es irgendwo streng nach Ammoniak?
  • Winzige Pfotenabdrücke sind ebenfalls ein untrügliches Zeichen.
  • Kot in Form kleiner Pillen sowie Schleif- oder Schmierspuren lassen auch auf ungebetene Gäste schließen.

Sinnvolle Maßnahmen gegen Kleinnager

Zunächst ist es wichtig, alle Futterquellen unzugänglich zu machen. Lassen Sie im Gartenhaus keine Essensreste stehen und verschließen Sie die Abfallbehälter gut. Ein gutes Nahrungsangebot lockt die kleinen Tierchen magisch an.

Auch ohne Giftköder, die für Kinder und Haustiere gefährlich sein können, lassen sich die Untermieter erfolgreich vertreiben:

  • Eine Katze hält Mäuse und Ratten fern. Benutztes Katzenstreu Ihres Stubentigers, das Sie in Stoffbeutelchen füllen und dort platzieren, wo Sie die Nager vermuten, reicht manchmal schon aus.
  • Kleinnager sind ausgesprochen lärmempfindlich. Lassen Sie es tagsüber ab und zu so richtig “krachen”, suchen sich die Tierchen vielleicht einen anderen Unterschlupf.
  • Stellen Sie Gartenmöbel und Gegenstände nicht so ans Gartenhaus, dass Verstecke entstehen.
  • Suchen Sie die Schlupflöcher, durch welche die Nager ins Haus kommen, und verstopfen Sie diese.

Ungebetene Gäste umsiedeln

In Lebendfallen lassen sich bereits in der Laube befindliche Untermieter tierfreundlich fangen. Sie benötigen allerdings meist mehrere Fallen, da die Tiere sehr schlau sind.

  • Als Köder eignet sich Erdnussbutter oder süßer Kartoffelbrei. Auch Marzipan zieht die kleinen Tierchen magisch an.
  • Checken Sie die Fallen regelmäßig, damit die Nager nicht länger als nötig darin verharren müssen und jämmerlich verdursten.
  • Decken Sie die Falle vor dem Umsiedeln mit einem Tuch ab.
  • Tragen Sie beim Aufheben und Umsetzen stabile Lederhandschuhe.

Die gefangenen Tiere sollten in mindestens einhundert Metern Entfernung zum Gartenhaus in die Freiheit entlassen werden.

Tipps

Achtung, einige Nagetiere sind Wirt der gefährlichen Leptospira-Krankheitserreger. Mit den Erregern können Sie sich durch Kontakt mit dem Urin infizierter Säugetiere (Ratten und Mäuse, aber auch Igel oder Hunde) infizieren. Tragen Sie deshalb bei Reinigungsarbeiten und der Schädlingsbekämpfung stets einen Mundschutz und Handschuhe.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Paulpixs/Shutterstock

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