Hilft Kaffeepulver tatsächlich gegen Wespen?

Zu den vielen überall propagierten Hausmitteln gegen Wespen gehört auch Kaffeepulver. Die Erfahrungen damit zeigen mal mehr, mal weniger Erfolg. Wie es wirklich wirkt, hängt von der richtigen Anwendung ab. Die Begleiterscheinungen sind wiederum Geschmackssache.

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Kaffeegeruch können Wespen gar nicht leiden

Die feine Nase der Wespen

Wespen haben einen sehr feinen Geruchssinn. Und den brauchen sie auch bei der Menge an speziellem Futter, die sie für sich und ihre Nachkommenschaft tagtäglich aufstöbern müssen. Zu ihrem Speiseplan zählen nämlich nicht nur deutlich zu riechende süße Marmeladen, Fallobst oder Grillsteaks, sondern in erster Linie feiner duftender Blütennektar, Honigtau und Insekten.

Auf ihren empfindlichen Geruchssinn zielen auch die meisten Hausmittel gegen die Wespen ab. Pflanzen wie Basilikum, Lavendel und Zitronenverbene, Citronella- oder Nelkenöl sollen gegen die Stechinsekten abstoßende Geruchsbarrieren bilden. Dass diese Gerüche Wespen unangenehm sind, ist auch durchaus experimentell belegt worden.

Kaffeearoma ist Wespen zu röstig

Auch das Röstaroma von Kaffeepulver empfinden Wespen als unattraktiv. Um es ihnen aber regelrecht unter die Nase zu reiben, reicht es nicht, es einfach nur auszustreuen oder eine Kanne frisch gebrühten Kaffee auf den Tisch zu stellen. Damit die Geruchsbarriere Wirkung zeigt, muss das Pulver angezündet werden. Damit Sie keinen Schaden dabei nehmen, sind folgende Dinge zu beachten:

  • Sehr (!) feuerfestes Behältnis verwenden, am besten aus Metall
  • Auf nicht brennbaren Untergrund stellen
  • Möglichst nicht umkippbar und unerreichbar für Kinder aufstellen
  • Ausprobieren, ob der Geruch einen nicht selber stört

Wenn Sie in ein Häufchen Kaffeepulver ein Streichholz stecken, fängt es an zu glimmen. Dabei entwickelt sich sehr große Hitze, denen Aschenbecher aus Keramik auf Dauer nicht standhalten. Damit Ihnen das Behältnis nicht mitten beim Kaffeetrinken um die Ohren fliegt, sollten Sie möglichst ein metallenes Behältnis verwenden. Stellen Sie es am besten auf ein Rechaud, einen steinernen Untersetzer oder auf eine Mauer neben der Terrasse.

Abgesehen von dem Kaffeearoma, das beim Verglühen des Pulvers freigesetzt wird, vertreibt auch der entstehende Rauch die Wespen. Der sich entwickelnde, rauchige Geruch gefällt aber auch nicht jedem Menschen. Testen Sie also aus, ob Sie ihn beim Essen in Kauf nehmen können.
Allgemein wird von Experten dazu geraten, bei der Wespenvertreibung nicht allein auf Geruchsbarrieren setzen, sondern vor allem die Lockdüfte des Essens durch Abdecken daran zu hindern, zu sehr in die Luft zu gelangen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Lucigerma/Shutterstock

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