Indianerbanane aus Samen ziehen – so gelingt die Aussaat!

Die Indianerbanane ist hierzulande noch eine Rarität im Garten. Über ihre Vermehrung ist daher noch wenig bekannt. Tatsächlich kann ihr nicht mit jeder gängigen Methode ein neues Pflänzchen entlockt werden. Die Samenvermehrung ist allerdings auch für Hobbygärtner machbar.

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Die Samen der Indianerbanane sind schwarz und relativ groß

Samengewinnung

Reife Indianerbananen gehören nicht zum Sortiment der Supermärkte. Ob sich das in absehbarer Zeit ändern wird, ist fraglich. Wenn Sie auf der Suche nach einer Frucht sind, um Samen zu gewinnen, müssen Sie evtl. länger suchen.

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Einige wenige Bauermärkte bieten diese Früchte an. Auch im Internet lässt sich gelegentlich ein Shop entdecken, der Früchte liefern kann. Vielleicht haben Sie aber auch bereits ein Exemplar im eigenen Garten stehen oder kennen einen anderen Baumbesitzer.

Schneiden Sie die Frucht auf und holen Sie die Samen raus. Vor der Aussaat müssen Sie sie gründlich waschen, um alle Fruchtfleischreste zu entfernen.

Samen kaufen

Wer keine Frucht zur Verfügung hat, kann Samen kaufen. Sie kosten umgerechnet etwa 50 Cent pro Stück. Am einfachsten ist es, sie übers Internet zu bestellen.

Optimale Zeit für die Vermehrung

Die Vermehrung der Indianerbanane aus Samen ist ein langwieriger Prozess. Mit dem ersten Schritt wird idealerweise im Herbst begonnen.

Stratifizieren

Die Samen der Indianerbanane sind Kaltkeimer. Das bedeutet: Bevor sie keimen, müssen sie zuerst einer längeren Kälteperiode ausgesetzt sein. In diesem Fall bedeutet das:

  • Saatgut ca. 100 Tage kalt stratifizieren
  • die benötigte Temperatur liegt zwischen 2 und 6 Grad Celsius
  • dafür Samen in feuchter Erde einpflanzen
  • Töpfe nach draußen stellen
  • alternativ im Kühlschrank stratifizieren
  • Samen mit Sand in eine Tüte geben und verschließen

Tipp

Das Stratifizieren im Freien kann nur gelingen, wenn der Winter durchgehend kalt ist. Denn Temperaturschwankung können die Keimung verhindern bzw. bis zum nächsten Jahr verzögern. Mit den konstanten Temperaturen im Kühlschrank sind Sie auf der sicheren Seite.

Aussaat

Nach der Stratifizierung können die Samen ausgesät werden. Das geschieht in handelsüblicher Anzuchterde. Diese sollte zuvor sterilisiert werden, um eventuell vorhandene Trauermückenlarven und andere Schädlinge zu vernichten. Auch die Beimischung von etwas Sand ist zu empfehlen.

Nach der Aussaat muss der Topf warm stehen. Ideal sind Temperaturen über 20 Grad Celsius. Bis zur Keimung kann es dann noch zwei Monate oder sogar noch länger dauern. Während dieser Zeit darf die Erde nie ganz austrocknen.

Doch auch nach der Keimung ist oberirdisch nicht viel zu sehen. Denn der zukünftige Baum konzentriert sich zuerst auf die Entwicklung seiner Pfahlwurzel. So kann es nach der Aussaat noch einige Monate dauern, bis sich das erste Grün zeigt.

Junge Sämlinge

Den ersten Sommer darf das junge Bäumchen im Freien verbringen. Doch während der erwachsene Baum Sonne liebt, muss es eher halbschattig stehen. Der erste Winter muss allerdings noch in einem frostfreien Winterquartier erfolgen. Im zweiten Jahr dürfen Sie das Bäumchen auspflanzen.

Hinweis:
Aus Samen gezogene Pflänzchen sind individuelle Exemplare. Während sich der Geschmack der Früchte in den meisten Fällen als gut erweist, kann deren Größe variieren. Ggf. kann noch eine Veredelung vorgenommen werden.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: EQRoy/Shutterstock