Hummel aufpäppeln – sinnvoll oder gefährlich?

Hummeln haben es in den zunehmend versiegelten und bebauten Siedlungsbereichen immer schwerer, Nahrung zu finden. Die Distanzen zwischen Nest und Nahrungsquelle werden größer und oft geraten die Brummer auf der Suche nach Pollen an ihre Grenzen. Sie ermüden und sinken zu Boden.

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Einer geschafften Hummel kann Zuckerwasser angeboten werden

Wann eine Fütterung sinnvoll ist

Sofern eine Hummel durch Nahrungsmangel geschwächt am Boden liegt, können Sie ihr mit einer Notnahrung helfen. Häufig haben die Insekten ihre Lebensdauer ausgeschöpft, oder das Volk stirbt langsam aus. In diesen Fällen hilft dem Tier auch keine Fütterung mehr.

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Zucker anbieten

Eine perfekt ausgewogene Zuckerlösung setzt sich aus 30 Prozent Traubenzucker, der gleichen Menge Raffinadezucker und 40 Prozent Wasser zusammen. Sie können die Mischung in einem Schnapsglas ansetzen. Nachdem sich die Bestandteile völlig aufgelöst haben, ist die Hilfsnahrung einsatzbereit.

So füttern Sie:

  • Flüssigkeit auf einen Teelöffel geben und dem Tier anbieten
  • einen umgedrehten Legostein mit der Zuckerlösung befüllen
  • einen abgeknickten Strohhalm als Tränke nutzen

Gefahren durch Zuckergabe

Hummeln nehmen mit dem gesammelten Pollen die sogenannte p-Hydroxy-Zimtsäure auf, die von Pflanzen produziert wird. Sie aktiviert bestimmte Gene, welche die Entgiftung des Körpers unterstützen. In reinen Zuckerlösungen ist dieser Stoff nicht vorhanden. Sie gibt der Hummel kurzfristig Energie. Eine dauerhafte Verabreichung von Zucker erhöht allerdings die Anfälligkeit für Krankheitserreger. Aus diesem Grund wird die Zuckerfütterung oft als umstritten angesehen.

Nahrungsmangel verhindern

Während sich Arbeiterinnen als wahre Langstreckenflieger erweisen, schaffen Hummelköniginnen weitaus weniger pro Tag. Sie fliegen zehn bis 20 Sekunden und benötigen anschließend eine etwa viertelstündige Pause. Während dieser Ruhephase verstecken sie sich unter Laub oder Pflanzenmaterialien und rühren sich nicht mehr. Um den Fluginsekten nachhaltig zu helfen, sollten Sie Ihren Garten umplanen.

Blüteninseln schaffen

Damit die Bestäuber nicht unter Nahrungsknappheit leiden müssen, empfehlen sich Trachtpflanzen. Schaffen Sie blütenreiche Inseln auf dem Rasen, die nicht gemäht werden und verwildern dürfen. Kübel und Balkonkästen (54,00€ bei Amazon*) schaffen Korridore zwischen einer versiegelten Stadtfläche, in denen sich die Brummer ausruhen und Kraft tanken können.

Tipps

Totholz gewährleistet natürliche Lebensräume für die entspannten Gartenbesucher. Hier darf sich gleichzeitig eine wilde Natur entwickeln.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Ammi Berglund/Shutterstock
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