Hemlocktanne pflanzen und pflegen

Die Hemlocktanne vereint eine majestätische Statur mit einem dichten Kleid aus filigranen Nadeln. Da der immergrüne Baum zuverlässig schnittfest ist, obliegt es der Entscheidung des Gärtners, ob er seine Endhöhe von 20 Metern erreicht. Es ist genau diese Schnittverträglichkeit, die das Ziergehölz zum idealen Kandidaten für eine prächtige Sichtschutz-Hecke qualifiziert. Lesen Sie hier die Antworten auf oft gestellte Fragen rund um Pflege und Pflanzen.

hemlocktanne
Die Hemlocktanne mit ihrem dichten Nadelkleid kann bis zu 20 Meter hoch werden

Hemlocktanne richtig pflanzen

Wählen Sie im Garten eine halbschattige, windgeschützte Lage aus, um im Herbst die Hemlocktanne zu pflanzen. Lockern Sie den Boden mit Harke oder Fräse auf, um Steine, Wurzeln und Unkraut zu entfernen. Heben Sie eine Pflanzgrube aus mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens. An der Sohle breiten Sie eine 5-10 cm dicke Sandschicht aus, als wirksame Drainage gegen Staunässe. Den Aushub reichern Sie an mit saurem Laubkompost und Hornspänen. Im Anschluss an die Bodenvorbereitung ist der eigentliche Pflanzvorgang ein Kinderspiel:

  • Den jungen Baum austopfen und mittig so tief in die Grube stellen, dass Ballen und Boden bündig abschließen
  • Während eine helfende Hand den Stamm festhält, schlagen Sie einen Stützpfahl neben den Ballen ein
  • Nun das Pflanzloch mit dem Substrat verfüllen, festtreten und gießen mit weichem Wasser

Ein Pflanzschnitt fördert die weitere Verzweigung. Schneiden Sie alle Triebe um ein Drittel ab. Zum guten Schluss mulchen Sie die Wurzelscheibe mit Laub oder Lauberde.

Pflegetipps

Sie dirigieren das Wachstum einer Hemlocktanne in die richtige Richtung, wenn Sie dieses Pflegeprogramm beherzigen:

  • Die Erde gleichmäßig feucht halten, ohne Ausschläge in Richtung Trockenstress oder Staunässe
  • Von März bis September alle 3-4 Wochen düngen mit saurem Laubkompost oder Koniferendünger
  • Umfangreicher Rückschnitt und Auslichten im zeitigen Frühjahr, vor dem frischen Austrieb
  • Hecken nochmals um den Johannistag (24. Juni) ein wenig in Form schneiden
  • Schierlingstannen möglichst nicht ins alte Holz schneiden

Leichter Winterschutz ist sinnvoll für junge Bäume im Pflanzjahr. Etablierte Hemlocktannen leiden unter intensiver Wintersonne, sodass ein Schutz aus Schilfmatten ratsam ist. Kommt der Winter mit Kahlfrost daher, gießen Sie den Nadelbaum an milden Tagen.
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Welcher Standort ist geeignet?

Am absonnigen bis halbschattigen Standort wird die Hemlocktanne Ihre Erwartungen nicht enttäuschen. Da es sich um einen Flachwurzler handelt, ist der Baum in jungen Jahren durch Windwurf bedroht. Somit ist eine windgeschützte Lage ideal. Restlos glücklich ist das Nadelgehölz, wenn es eine frisch-feuchte, lehmig-sandige, leicht saure und kalkarme Erde vorfindet.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Da die Hemlocktanne empfindlich auf Trockenheit und Kalk reagiert, sind die wichtigsten Kriterien für die Bodenbeschaffenheit festgezurrt. Eine humose, tiefgründige und frisch-feuchte Erde entlockt dem majestätischen Baum sein Optimum. Im besten Fall weist der Boden einen leicht sauren pH-Wert von 5,5 bis 6,8 auf, wie Sie es auch von einheimischen Tannen kennen.

Hemlocktanne richtig schneiden

Schneiden Sie einen Solitär mindestens ein Mal im Jahr soweit zurück, dass die Sonne an alle Regionen der Krone gelangen kann. Ideal ist ein frostfreier Tag im Januar/Februar. Schneiden Sie jedoch nicht ins alte Holz, da der Nadelbaum sich daraus mit einem Neuaustrieb schwer tut. Sollte die Hemlocktanne mehr als einen Basistrieb entwickelt haben, schneiden Sie die schwächeren Exemplare bodennah ab.

Kultiviert als Hecke, schneiden Sie die Schierlingstanne im zeitigen Frühjahr und nochmals um den Johannistag. Während der Winterschnitt umfangreicher ausgeführt werden kann, beschränken Sie sich im Sommer auf die naseweisen grünen Triebe, um ein gepflegtes Erscheinungsbild zu wahren. Vorteilhaft ist eine Trapezform mit breiter Basis, die sich nach oben hin verjüngt. Diese Form leistet einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung gegen eine Vergreisung von innen heraus.
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Hemlocktanne gießen

Dreh- und Angelpunkt einer erfolgreichen Pflege ist die kontinuierliche Wasserversorgung das ganze Jahr hindurch. Gerät eine Hemlocktanne unter Trockenstress, wirft sie kurzerhand ihre Nadeln ab. Auf diese Weise reagiert sie ebenfalls bei Staunässe. Prüfen Sie daher per Daumenprobe den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens, um bei angetrockneter Oberfläche mit weichem Wasser zu gießen.

Hemlocktanne richtig düngen

Eine ausgewogene Nährstoffversorgung stellt die Weichen für ein langes Baumleben. Düngen Sie die Hemlocktanne während der Vegetationsperiode alle 3-4 Wochen mit saurem Laub- oder Nadelkompost, ergänzt mit Hornspänen. Wahlweise verwenden Sie einen Koniferendünger, der gemäß Herstelleranleitung zu dosieren ist. Wichtig zu beachten ist das ausreichende Wässern nach jedem Düngen.

Überwintern

Die Hemlocktanne ist gut winterhart, sodass keine Maßnahmen vor dem ersten Frost zu treffen sind. Eine Ausnahme stellen junge Bäume im Pflanzjahr dar, da die Winterhärte noch nicht vollständig ausgebildet ist. Adulte Schierlingstannen leiden unter intensiver Wintersonne und Kahlfrost. So überwintern Sie die Ziergehölze richtig:

  • Im Pflanzjahr die Wurzelscheibe dick anhäufeln mit Herbstlaub, fixiert mit Nadelreisig
  • Im ersten Winter eine atmungsaktive Haube überstülpen aus Vlies
  • Adulte Hemlocktannen mit Schilfmatten vor praller Wintersonne schützen

Bei trockener Winterwitterung, klirrendem Frost und reichlich Sonne, leidet die Tanne innerhalb kurzer Zeit unter Trockenstress. Gießen Sie daher an milden Tagen mit weichem Wasser.

Hemlocktanne vermehren

Wie für Koniferen typisch, verläuft die Vermehrung schleppend und stellt eine gärtnerische Herausforderung dar, die sich über Jahre hinziehen kann. Bei den Samen handelt es sich um Kaltkeimer, die einer Stratifikation zu unterwerfen sind. Hierzu platzieren Sie das Saatgut in einer Tüte mit feuchtem Sand für 6-8 Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks oder stellen das Saatgefäß auf den winterlichen Balkon. Anschließend säen Sie die Samen aus und halten das Substrat konstant feucht am halbschattigen, geschützten Standort. Durchschnittlich halten Sie nach 4 Jahren eine vitale Jungpflanze in Händen, die ausgepflanzt werden kann.

Wie pflanze ich richtig um?

In den ersten 5 Lebensjahren kann eine Hemlocktanne problemlos umgepflanzt werden. Nehmen Sie die Arbeiten im Frühjahr oder Herbst in Angriff, indem Sie die Wurzeln rundherum mit dem Spaten abstechen. Der Radius sollte zwei Drittel der aktuellen Wuchshöhe betragen. Heben Sie den Wurzelballen aus dem Boden, sodass möglichst viel Erde daran haften bleibt. Oberste Prämissen für eine erfolgreiche Verwurzelung an neuen Platz sind die Beibehaltung der bisherigen Pflanztiefe sowie eine ausreichende Wasserversorgung.

Ist Hemlocktanne giftig?

Lassen Sie sich durch den zweiten Vornamen Schierlingstanne nicht verwirren. Tatsächlich zählt die Hemlocktanne zu den wenigen Kieferngewächsen, die keine giftigen Inhaltsstoffe enthalten. Daher empfiehlt sich das Gehölz als idealer Hausbaum für den Familiengarten.
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Text: Paula Jansen
Artikelbild: guentermanaus/Shutterstock

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