Gewächshaus beheizen
Wer ein Gewächshaus richtig heizen will, muss die Außentemperatur kennen

Gewächshaus heizen, wie funktioniert das technisch?

In Sachen Gewächshaus heizen, muss bei der Planung mit Bedacht, aber auch bezogen auf dessen perspektivische Nutzung herangegangen werden. Wir zeigen, wie der erforderliche Wärmebedarf möglichst genau ermittelt werden kann und welche Besonderheiten beim Beheizen im Winter noch eine Rolle spielen.

Wenn selbst aufgezogenes Gemüse ganzjährig geerntet werden soll, sind warme und helle Plätze für die Pflanzen gefragt, sodass spätestens zum Winter Beheizen des Gewächshauses ein Thema wird. Während es bei der Aufstellung eines beheizbaren Fertigteil-Gewächshauses keine größeren Probleme geben sollte, müssen die Selberbauer da schon etwas tiefer in die Materie vordringen, weil sich zuallererst die Frage nach der Ermittlung des tatsächlichen Wärmebedarfs stellt.

Die Krux mit dem Wärmebedarf

Um im Winter (richtig) zu beheizen, müssen wir zunächst ein wenig in die Mathematik abschweifen. Schließlich ist eine Gewächshausheizung kein Schnäppchen und von daher hätte eine oberflächliche oder gar falsche Planung fatale Folgen, nicht nur für die Pflanzen bei Frost. Der Wärmebedarf (in W oder kW) zum Gewächshaus heizen errechnet sich aus den Faktoren:

Außenfläche x U-Wert x Temperaturdifferenz

Die Temperaturdifferenz (in °K) ist der Betrag, der sich aus der Differenz zwischen angestrebter Innentemperatur des Gewächshauses und der örtlichen Tiefsttemperatur ergibt. Der letztgenannte Wert ist vom Deutschen Institut für Normung in der DIN EN 12831 festgelegt, die dazu im Anhang eine Tabelle mit den Temperaturwerten aller deutschen Städte ab 20.000 Einwohnern enthält. Hier einige Beispiele:

Ort PLZ Klimazone nach DIN 4710 Norm Außentemperatur (°C) Jahresmittel der Außentemperatur (°C)
Berlin 10117 4 – 14 9,5
Hannover 30159 3 – 14 8,5
Hamburg 20144 3 – 12 8,5
Leer (Ostfriesland) 26789 3 – 10 8,5
Dresden 01067 4 – 14 9,5
Wendelstein 06642 4 – 20 9,5
Braunschweig 38100 3 – 14 8,5
Goslar 38640 3 – 14 8,5

Die Außenfläche lässt sich mit den bekannten Formeln selbst errechnen, wenn Sie Ihr Gewächshaus im Winter beheizen wollen. Zu den U-Werten für die verschiedensten Isolierstoffe können Sie in einem weiteren Artikel in unserem Gartenjournal alles Wichtige nachlesen. Wenn Sie sich ein wenig tiefgründiger mit der Berechnung des Wärmebedarfs von Gewächshäusern befassen möchten, finden Sie auf dem Onlineportal des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. noch weiterführende Informationen und Berechnungsbeispiele.

Gewächshaus im Winter beheizen, was noch wichtig ist

Der mathematisch ermittelte Wärmebedarf kann dennoch immer nur einer von mehreren zu berücksichtigenden Fakten sein und sollte von daher lediglich einen Ansatzpunkt darstellen. Ist das Gewächshaus heizen ein Thema bei Ihnen, kalkulieren Sie am besten noch folgende Überlegungen mit in die Bauplanung ein:

  • Windlage am Aufstellort;
  • Konstruktion Ihres Gewächshauses (Höhe Sockelfundament bzw. Wände im Verhältnis zur Festerfläche);
  • bauseitig auftretende Undichtigkeiten, Wärmebrücken usw.;
  • Art und Standort der Heizung im Gewächshaus (mittig oder an den Wänden verteilt; Anzahl der Heizkörper; Flächenbeheizung unter dem Boden);
  • kann durch das Anbringen einer Isolation (Luftpolsterfolien, Energieschirme etc.) möglicherweise der erforderliche Wärmebedarf gesenkt werden?;

Tipps

Durch die Verwendung von energiesparenden Dachabdeckungen kann sich der Wärmebedarf, um im Winter zu heizen, beträchtlich verringern. Beispielsweise benötigt eine Eindeckung mit 3 mm dickem Glas fast die doppelte Energiemenge, als würden Sie dasselbe Haus mit 6 mm starken Polykarbonat-Stegdoppelplatten errichten.

Text: Fred Lübke

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