Die Felsenbirne richtig aufasten

Mit dem Aufasten ist bei der Felsenbirne nicht der Vorgang gemeint, mit dem früher oftmals mangelhafte Christbäume mit kunstfertig eingeflickten Zweigen aufpoliert wurden. Beim Aufasten einer Felsenbirne handelt es sich vielmehr um eine Pflegemaßnahme, die den Übergang von einem strauchartigen Wuchs zum typischen Baum-Habitus gezielt forcieren soll.

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Im Winter ist die beste Zeit fürs Aufasten

Warum überhaupt aufasten?

Bei der Felsenbirne handelt es sich um eine in der Regel üppig blühende und mit vergleichsweise wenig Pflegeaufwand verbundene Gartenpflanze. Die meisten Sorten der Felsenbirne lassen sich mit ihrer Wuchsform allerdings nicht wirklich eindeutig den Sträuchern oder Bäumen zuordnen. In der Regel bringt eine ausgepflanzte Felsenbirne nämlich im Laufe der Jahre nebeneinander mehrere Stämmchen hervor, die sich auch in relativ geringer Höhe nach den Seiten hin verzweigen können. Da diese Wuchsform in einem kleinen Garten sehr viel vom vorhandenen Platz beanspruchen kann, besteht oftmals der Wunsch nach einer Art Formschnitt im Sinne eines kronenartigen Baumdachs.

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Der richtige Zeitpunkt für das Aufasten

Oft kommt der Wunsch nach dem formenden Rückschnitt einer Felsenbirne bei Gärtnern erst auf, wenn sich das jeweilige Gewächs bereits zu einem regelrechten „Monstrum“ im Garten entwickelt hat. Dabei bringt ein gezieltes Aufasten meist dann die ästhetisch besten Ergebnisse, wenn bereits im frühen Alter der Felsenbirne mit gezielten Schnitten in dieser Richtung begonnen wird. In jahreszeitlicher Hinsicht sind der Herbst und der Winter am Besten für das Aufasten geeignet, da der Schnitt dann von der Pflanze besser vertragen wird und Verästelungen auch ohne anhaftendes Laub viel besser optisch zu erkennen sind.

So geht man beim Aufasten vor

Beim Aufasten einer Felsenbirne sollten die folgenden Ratschläge beherzigt werden:

  • vorher drei bis fünf gesunde Stämme auswählen und diese stehen lassen
  • Äste immer möglichst stammnah abschneiden
  • Schnitte stets von unten her ansetzen
  • den Stamm möglichst nicht verletzen
  • ungefähr die Hälfte der ursprünglichen Pflanzenmasse übrig lassen

Da Felsenbirnen auf starke Rückschnitte sehr viel empfindlicher als manch andere Pflanzen reagieren, sollte auch beim Aufasten nur maximal die Hälfte der ursprünglichen Pflanzenmasse entfernt werden. Beginnen Sie vom Boden her und arbeiten Sie sich so langsam bis etwa zur halben Höhe der Felsenbirne empor. Benutzen Sie dabei eine möglichst scharfe Säge und setzen Sie die Schnitte stets von unten an den Ästen an, da andernfalls eine Beschädigung des Stamms durch abgerissene Rinde nicht ausgeschlossen werden kann.

Tipps

Schießen Sie beim Aufasten im Eifer des Gefechts nicht über Ihr Ziel hinaus und verschonen Sie die Leittriebe der Felsenbirne an deren Spitze. Schnittfehler im oberen Kronenbereich einer Felsenbirne können mitunter über Jahre hinweg nicht durch frisches Wachstum ausgeglichen werden.

Text: Alexander Hallsteiner
Artikelbild: Sylvie Corriveau/Shutterstock

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