Engelstrompeten aus Samen ziehen – geht das?

Die Engelstrompete ist mit ihren kunstvollen Blüten fraglos eine der dekorativsten Zierpflanzen. Kein Wunder, dass sie begehrt und eine Vermehrung verlockend ist. Die Stecklingsvermehrung ist hier die Standardmethode - doch es geht auch über die Samen.

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Die Anzucht aus Samen ist eine Herausforderung aber möglich

Was für die Samenvermehrung spricht

Wer eine Engelstrompete vermehren möchte, kann es sich durchaus leicht machen – denn die schöne Pflanze aus den Anden lässt sich sehr einfach über die konventionellen Stecklingsmethode multiplizieren. Dazu ist nicht viel Aufwand nötig und Sie können mit einer hohen Erfolgsquote rechnen.

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Natürlich ist es aber auch möglich, eine Engelstrompete aus Samen zu ziehen. Das ist allerdings etwas komplizierter. Was allerdings dafür spricht, ist, dass bei der aus Samen gekeimten Pflanze andere Blütenfarben auftauchen können. Bei Stecklingen hingegen wird die Pflanze einfach sozusagen „geklont“. Für Experimentierfreudige kann die Samenanzucht natürlich auch einfach eine reizvolle gärtnerische Herausforderung sein.

Die Argumente im Überblick:

  • möglicherweise Erzielen anderer Blütenfarben
  • reizvolle gärtnerische Herausforderung

Wie Sie bei der Samenanzucht vorgehen

Nur voll ausgereifte Samen nehmen

Wenn Sie eigenhändig Samen aus einem Engelstrompetenexemplar sammeln, achten Sie zunächst darauf, dass sie auch voll ausgereift sind. Nur dann sind sie auch keimfähig. In diesem Stadium sind sie in der Regel im frühen Herbst. Ein wichtiger Hinweis: Vergessen Sie nicht, mit Handschuhen zu arbeiten, da die Samen zu den giftigsten Pflanzenteilen der Engelstrompete gehören!

Über den Winter trocknen, im Frühjahr aussäen

Die Samen müssen über den Winter getrocknet werden. Denn die Aussaat kann erst im Frühjahr erfolgen, wenn die Lichtentwicklung auf dem Vormarsch ist. Geben Sie die Samen in Töpfe mit Anzuchterde, der Sie etwas Langzeitdünger beimischen.

Gleichmäßige Temperatur und Feuchtigkeit

Anschließend sollten Sie die Anzuchttöpfe an einen hellen Ort stellen, an dem eine möglichst kontinuierliche Temperatur von 20°C gewährleistet ist. Ein Wintergarten oder ein warmes Gewächshaus sind optimal.

Auch die Feuchtigkeitsversorgung muss möglichst gleichmäßig sein. Eine bewährte Methode für die Schaffung eines geschützten, kontinuierlich feuchten Mikroklimas ist das Überstülpen des Topfs mit einem Folienbeutel. Darunter hat der Same mehr Ruhe und wird vor dem Austrocknen geschützt.

Keimen sollten die Samen innerhalb von etwa zwei bis drei Wochen. Wenn das geglückt ist, können Sie den Folienbeutel abnehmen, halten Sie das Pflänzchen aber weiterhin gleichmäßig feucht. Während es emporwächst, können Sie es sanft und allmählich an mehr Temperatur- und Lichtschwankungen gewöhnen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: pisitpong2017/Shutterstock

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