Die Wirkung von Eisenhut: Heilpflanze und gefährliches Gift zugleich

Der mittelalterliche Arzt Paracelus brachte es in einem seiner bekannten Aussprüche auf den Punkt: Viele Pflanzen können Heilpflanze und Gift zugleich sein, allein auf die Dosierung kommt es an. Der Eisenhut ist aber derart giftig, dass man von eigenen Experimenten damit tunlichst die Finger lassen sollte.

Eisenhut Homöopathie
Eisenhut findet in der Homöopathie Anwendung

Wirkungen durch bloße Berührung

Bei der Standortwahl für die Aussaat von Eisenhut im eigenen Garten sind nicht nur Faktoren wie die Bodenqualität und -feuchtigkeit relevant. Viele Gärtner pflanzen diese ausdauernde Hochstaude bevorzugt in die Mitte von Staudenbeeten, sodass es weniger leicht zu ungewollten Berührungen der Pflanze kommt. Immerhin kann schon das bloße Anfassen der Blüten und Blätter zu gesundheitlichen Folgen wie einem unangenehmen Brennen und Taubheitsgefühlen in den Gliedmaßen führen. Deshalb wurden Teile der giftige Pflanze im Mittelalter auch für die Zubereitung von Hexensalben genutzt, wobei sich das brennende Gefühl auf der Haut wie das Wachsen von Vogelfedern angefühlt haben soll. Bei Pflegemaßnahmen wie dem Rückschnitt sollten Sie möglichst Handschuhe tragen.

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Die Verwendung des Eisenhuts in der Medizin

Der Eisenhut war mit seinen Wirkungen wohl schon Gelehrten in der Antike bekannt, ab dem Mittelalter wurden die Pflanzen dieser Gattung auch teilweise als Heilmittel und Mordgift genutzt. Noch heute werden in der traditionellen chinesischen Medizin sowie in der Homöopathie bestimmte Eisenhut-Arten zur Behandlung der folgenden Krankheitsbilder verwendet:

  • Rheuma
  • Nervenschmerzen
  • entzündliche Erkrankungen
  • Gicht
  • Erkältung

Da es sich beim Eisenhut um eine der giftigsten Pflanzen Europas handelt, sollten medizinische Anwendungen nur mit offiziell geprüften Auszügen und pharmazeutischen Produkten des Eisenhuts vorgenommen werden. Bereits Dosierungen in minimalen Mengen können bei dieser Pflanze zu schweren Vergiftungserscheinungen oder sogar zum Tod führen.

Vergiftungserscheinungen durch die Inhaltsstoffe des Eisenhuts

Der versehentliche Verzehr von Eisenhut bleibt üblicherweise nicht unbemerkt, da sich sofort eine Taubheit der Zunge und ein unangenehmes Prickeln auf der Zunge einstellt. Je nach aufgenommener Menge der enthaltenen Alkaloide und Alkamine aus den Pflanzenteilen oder Samen kommt es mitunter zu schweren Krämpfen, Erbrechen und Lähmungserscheinung. Bei Vergiftungen mit Eisenhut kommt es regelmäßig auch zu Todesfällen innerhalb von etwa drei Stunden nach dem Kontakt mit dem Gift, dieser tritt meist bei vollem Bewusstsein durch Atemlähmung im Bereich der oberen Atemorgane ein.

Tipps

Obwohl der Eisenhut in vergleichsweise vielen Privatgärten zu finden ist, kommt es relativ selten zu ernsthaften Zwischenfällen. Sollten in Ihrem Haushalt und Garten aber auch Kinder oder Haustiere vorhanden oder regelmäßig zu Besuch sein, so ist ein besonders sorgsamer Umgang mit den Pflanzen, ihren Samen oder einem Strauß der Blüten in einer Vase anzuraten.

Text: Alexander Hallsteiner

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