Dreispitzenahorn als Bonsai ziehen

Acer buergerianum erweist sich als ideale Art für Einsteiger, die sich der Bonsaikunst nähern möchten. Das Gehölz wächst stark und bildet harmonische Formen aus. Es toleriert Schnittmaßnahmen problemlos und verzeiht dem Laien gelegentliche Fehler beim Schneiden.

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Der Dreispitzahorn ist ein besonders schöner Bonsai

Durch Schnitt formen

Ausgewogene Verzweigungen mit einer dichten und gesunden Beblätterung spiegeln die Kunst der Bonsaigestaltung wider. Da der Dreispitzenahorn schnell wächst und einen hohen Jahreszuwachs aufweist, muss dieser während der gesamten Wachstumsperiode beschnitten werden.

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Schneiden

Die ideale Zeit zum Schneiden erstreckt sich über die blattlosen Phasen zwischen Herbst und Wintereinrbuch oder nach dem Winter bis zum Frühlingsbeginn. Dann haben Sie einen guten Überblick über störende Zweige. Nach einem Blattschnitt können Sie sich den Zweigen zuwenden.

Das sollten Sie entfernen:

  • Äste in scharfen Winkeln
  • senkrecht aufstrebende Zweige
  • unerwünscht dicke Triebe

Beim Dreispitzenahorn ist eine weiche und sanfte Form mit vielen Kurven erwünscht. Die Zweige wachsen idealerweise in einer wechselständigen Anordnung. Da der Baum gegenständige Knospen entwickelt, entfernen Sie den jeweils unschönen Ast und lassen den gegenüberliegenden stehen.

Pinzieren

Ab dem Frühjahr treibt der Dreispitzenahorn kräftig aus, sodass eine kontinuierliche Wachstumskontrolle notwendig ist. Mit dieser Maßnahme verhindern sie, dass sich zu große Abstände zwischen den Internodien entwickeln. Sie halten den Austrieb in einem Gleichgewicht, indem Sie die noch jungen Blätter abschneiden. An den Triebenden sitzen im Normalfall drei Knospen nebeneinander, wobei die mittlere zuerst austreibt. Sobald alle Blättchen gut erkennbar sind, nehmen Sie das Laubblatt in der Mitte heraus. Etwas später knipsen Sie die beiden anderen Ahornblätter ebenfalls ab.

Blattschnitt

Mit dieser Methode bringen Sie das Kronenwachstum des Bonsais in ein Gleichgewicht. Hierbei entfernen Sie die äußeren Blätter in kräftig wachsenden Bereichen. Die schwächeren Triebe werden verschont und nicht entblättert, damit die Bäumchen mehr Energie in deren Wachstum stecken . Dieser partielle Eingriff hat den Vorteil, dass das Dickenwachstum der entlaubten Äste stagniert. So haben Sie die Möglichkeit, die Aststärken aufeinander abzustimmen.

Knospenselektion

Während der gesamten Saison können Sie Wuchskraft und Gestalt des Bonsais beeinflussen, indem Sie geeignete Knospen stehen lassen und ungünstig platzierte Exemplare abknipsen. Je schneller Sie handeln, desto besser kann das Gehölz seine Energie in die Entwicklung der gewünschten Austriebe stecken.

Mit Draht gestalten

Ab Ende Mai lassen sich die Zweige formen. Beim Drahten ist Vorsicht gefragt. Das Holz ist vergleichsweise hart, sodass die Äste beim Biegen schnell abbrechen. Daher werden üblicherweise die noch jungen ein- bis zweijährigen Triebe von Acer buergerianum mit spiralförmig angeordneten Drähten in Form gebracht. Diese weisen eine dünne Rinde auf, die leicht verletzt werden kann. Kontrollieren Sie wöchentlich den Wachstumsfortschritt, da die Art im späten Sommer ein starkes Dickenwachstum vollzieht. Hier besteht die Gefahr, dass die Aluminiumdrähte in das Holz einwachsen und Narben hinterlassen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Svetlanko/Shutterstock

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