Ist die Clematis giftig für Mensch und Tier?

So manche Blütenschönheit birgt ein giftiges Geheimnis. Erfahrene Hobbygärtner erkundigen sich daher vorher über den eventuellen Giftgehalt einer Pflanze, bevor sie sich nachher mit den Folgen herumplagen. Wie es in dieser Hinsicht um die Waldrebe bestellt ist, erfahren Sie hier.

Clematis giftig

Wunderschöner Anblick mit ätzendem Innenleben

Wie uns der Steckbrief einer Waldrebe verrät, zählt sie zu den Hahnenfußgewächsen. Dieses Attribut macht den Botaniker sogleich hellhörig, denn diese Pflanzen enthalten häufig den Giftstoff Protoanemonin. Das Alkaloid ruft bei Mensch und Tier schlimme Entzündungen hervor, kommt der Pflanzensaft mit der Haut in Berührung. So beugen Sie Beeinträchtigungen sicher vor:

  • Bei der Pflege von Clematis stets schützende Handschuhe tragen
  • Während des Rückschnitts zusätzlich eine Schutzbrille aufsetzen
  • Lange Hosen und langärmelige Oberteile verhindern Kontakt mit dem Pflanzensaft

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Damit Haustiere nicht an einer Clematis knabbern, sollten Blüten und Blätter unerreichbar für die Vierbeiner sein oder es wird auf eine Pflanzung verzichtet. Zu den Vorsichtsmaßnahmen zählt zudem, Schnittgut weder auf dem Kompost noch in einer nahegelegenen Wiese zu entsorgen.

Für diese Tiere ist der Verzehr tödlich

Neben den klassischen Haustieren, wie Hund und Katze, kann der Verzehr größerer Mengen einer Waldrebe bei folgenden Tieren tödliche Folgen nach sich ziehen:

  • Meerschweinchen und Hamster
  • Schildkröten
  • Hasen und Kaninchen
  • alle Vogelarten
  • Pferde und Kühe
  • Schafe und Ziegen

Während erwachsene Tiere in der Regel nach dem ersten Happen die Waldrebe ausspucken, knabbern unbedarfte Welpen und andere Jungtiere weiter darauf herum.

Tipps & Tricks

Im Mittelalter nutzten Bettler die giftige Wirkung, um Mitleid zu erregen. Sie rieben die Haut mit Clematis-Pflanzensaft ein, um auf diese Weise Hautentzündungen und Geschwüre hervorzurufen. Inwieweit sich daraufhin die Spendenwilligkeit der Bürger erhöhte, ist nicht überliefert.

Text: Paula Jansen

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