Chili-bestäuben

So bestäuben Sie Chili für sortenreine Saat

Unter freiem Himmel übernehmen Insekten die Bestäubung von Chili-Blüten. In Zimmerkultur oder für sortenreines Saatgut ist die künstliche Befruchtung unumgänglich. Wer sich auskennt, verhindert unerwünschte Hybriden - nach einer ausgeklügelten Strategie und mit einfachen Mitteln.

Kreuzbestäubung torpediert Sortenreinheit

Mit hübschen Blüten locken Chilis den ganzen Sommer hindurch Insekten an, in der Hoffnung auf Bestäubung. Das ist nicht immer erwünscht, insbesondere wenn Sie verschiedene Sorten züchten. Sogenannte Kreuzbestäubung führt letzten Endes zu Hybriden, die niemand mag.

Im Wintergarten, Wohnzimmer oder Gewächshaus fehlt es an bestäubenden Insekten. Ohne ein gezieltes Eingreifen durch den Gärtner, bleiben früher oder später die ersehnten Schoten aus.

Gut zu wissen, dass Chilipflanzen selbstfertil sind. Das bedeutet konkret, dass die Befruchtung innerhalb desselben Blütenstandes stattfinden kann. Der Blütenstaub muss auf der einzelnen Pflanze lediglich von einer Blüte auf die andere gelangen.

Chili bestäuben bevor die Blüte sich öffnet

Damit die künstliche Bestäubung erfolgreich ist, darf die Quecksilbersäule nicht unter 19 Grad Celsius fallen. Das Werkzeug besteht aus einem feinen Haarpinsel je Sorte sowie einer Pinzette.

  • die Blüte mit der Pinzette vorsichtig öffnen
  • mit dem Pinsel den Blütenstaub von einer Blüte auf die andere übertragen
  • jede bestäubte Blüte in eine Hülle aus Gaze oder Tüll verpacken und kennzeichnen

Von essenzieller Bedeutung ist die Verwendung eines eigenen Pinsels je Sorte. Wahlweise erfüllen Wattestäbchen die Aufgabe ebenfalls.

Blühende Chili nicht schütteln

Auf den ersten Blick vermutet der Chili-Laie, dass ein Schütteln der Pflanzen zur gegebenen Zeit den gewünschten Effekt erzielt. Dem kann nur zugestimmt werden, wenn sich eine einzige Sorte im Umkreis von 400 Metern befindet.

Die große Mehrheit der Chili-Enthusiasten favorisiert indes den Anbau verschiedener Sorten. In diesem Fall wirkt Schütteln sich extrem kontraproduktiv aus. Die zarten Blütenpollen verteilen sich ungehindert auf allen Chilipflanzen, die auf ihrem Weg liegen.

Unter freiem Himmel genügt bereits ein leiser Windstoß, um den gleichen Effekt zu erzielen. Daher packen kundige Hobbygärtner ihre Chili-Pflanzen in luftdurchlässige Hüllen ein. Die Bestäubung führen sie sicherheitshalber mit einem Pinsel zusätzlich durch.

Tipps & Tricks

Im Kleingarten kann auf die Investition in kostspieliges Gaze-Gewebe zum Schutz von Chilipflanzen verzichtet werden. Günstige Teebeutel zum Selberfüllen werden kurzerhand über einzelne Blüten gestülpt.

Text: Paula Jansen

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