So formen und schneiden Sie einen Buschbaum

Buschbäume zeichnen sich durch ein niedriges und buschiges Wachstum aus. Sie eignen sich daher ideal für Gärten mit einem kleineren Platzangebot. Damit die Gehölze nicht aus der Form geraten, sind spezielle Schnitttechniken notwendig.

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Damit die Buschbäume nicht außer Form geraten, ist ein regelmäßiger Rückschnitt vonnöten

Zeitpunkt

Buschig wachsende Obstgehölze erfordern einen Schnitt zur richtigen Zeit, damit sie gesund wachsen und reich tragen. Schnittmaßnahmen während der Wintermonate können sich aufgrund der Frostschäden als schwierig erweisen. Frühe Eingriffe begünstigen die Entwicklung zahlreicher Triebe. Je später Sie schneiden, desto geringer ist der Austrieb. Sommerschnitte empfehlen sich daher für Gehölze, die von Natur aus stark wachsen.

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Zur Orientierung:

  • Erziehungsschnitt: empfiehlt sich für Kernobst nach dem Winter und kurz vor der Blüte
  • Erhaltungsschnitt: Zusatzmaßnahme im Sommer, um die Krone auszulichten
  • Verjüngungsschnitt: bei fast allen Obstgehölzen im Frühling, bei Zwetschgen und Pflaumen im Sommer

Schnittmaßnahmen

Mit dem Pflanzschnitt setzen Sie die Basis für eine Krone. Da bei Buschbäumen eine abweichende Wuchsform gewünscht ist, weicht dieser Erziehungsschnitt von der Vorgehensweise bei anderen Obstgehölze ab. Regelmäßige Schnitte sind erforderlich, da der Strauch ansonsten konstant Energie in die Bildung eines Haupttriebs steckt. Mit dem Erhaltungsschnitt sorgen Sie für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wachstum und Fruchtbildung.

Tipps

Bei Buschbäumen beträgt der Abstand vom Boden bis zu den untersten Leitästen maximal 50 Zentimeter. Sind die Distanzen größer, handelt es sich um Halb- oder Hochstämme.

Erziehungsschnitt

Kappen Sie direkt nach der Pflanzung den Haupttrieb auf eine Höhe von 75 Zentimeter, damit der Buschbaum zur Bildung von Seitentrieben angeregt wird. Entfernen Sie bis auf drei kräftige Seitentriebe sämtliche Äste. Die verbleibenden Zweige werden um ein Drittel eingekürzt. Spindelbüsche stellen eine Ausnahme dar, denn hier bleibt der Mitteltrieb stehen.

Im kommenden Frühjahr greifen Sie erneut zur Schere und Entfernen alle Triebe, die in der Krone wachsen. Kürzen Sie die Gerüstäste um die Hälfte ihrer Länge ein. Die übrigen Zweige dürfen auf drei bis vier Augen reduziert werden. Wiederholen Sie diese Schritte ein letztes Mal im dritten Standjahr, denn dann ist das Grundgerüst fertig ausgebildet.

Erhaltungsschnitt

Lichten Sie zuerst die Krone aus und entfernen Sie alle Triebe, die nach innen wachsen. Starke Konkurrenztriebe zum Gerüst werden vollständig entfernt. Leiten Sie veraltetes Fruchtholz auf einen weiter innen stehenden Ast ab, der mindestens zwei Jahre alt ist und über Blütenknospen verfügt. Dieser sollte nach außen gerichtet sein und schräg nach oben wachsen. Flach wachsende Jungtriebe mit Fruchtansatz dürfen stehen bleiben.

Verjüngungsschnitt

Wenn das Gehölz aus der Form geraten ist, oder nicht mehr gut trägt, ist ein verjüngender Schnitt notwendig. In diesem Zug entfernen Sie alle Fruchtäste, die überhängen, kränkeln oder überaltert sind. Am Ende sollte die Krone großzügig ausgelichtet sein, damit genügend Licht einfällt. Ist dieser Eingriff abgeschlossen, kehren Sie in den folgenden Jahren wieder zum Erhaltungsschnitt zurück.

Text: Christine Riel
Artikelbild: LianeM/Shutterstock

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