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Buchsbaumäste können auf dem Kompost entsorgt werden

Befallenen Buchsbaum korrekt entsorgen – Diese Möglichkeiten gibt es

Seit einigen Jahren zerstört der aus Ostasien eingeschleppte Buchsbaumzünsler großflächig wertvolle Buchsbaumbestände in zahlreichen Gärten sowie auf Friedhöfen. Dem gefräßigen Schädling ist nur schwer beizukommen, so dass in vielen Fällen nur das Herausreißen und Entsorgen des befallenen Buchsbaumes bleibt. Jedoch darf das kontaminierte und hoch ansteckende Schnittgut auf keinen Fall auf den eigenen Kompost oder auf den Wertstoffhof. Wohin also mit dem Abfall?

Wohin mit dem Schnittgut?

Solange der Buchsbaum gesund und weder von pilzlichen oder bakteriellen Krankheiten bzw. Schädlingen wie dem Buchsbaumzünsler befallen ist, können Sie ihn problemlos zerhäckseln und, gut vermischt mit Rasenschnitt und gegebenenfalls einem Kompostbeschleuniger, auf dem Komposthaufen entsorgen. In dieser Form eignet sich das Schnittgut auch sehr gut als Mulchmaterial für Zier- und Nutzpflanzenbeete.

Was tun, wenn kranker Buchsbaum entsorgt werden muss?

Ist der Buchs jedoch von einer Welke oder dem gefürchteten Triebsterben betroffen, vielleicht sogar rettungslos durch den Buchsbaumzünsler kahl gefressen worden, dürfen Sie ihn auf keinen Fall kompostieren oder andere Beete mit dem Material mulchen. Schaderreger und Schädlinge überleben teils jahrelang, um dann in den Folgejahren erneut zuzuschlagen. Die Raupen des Zünslers etwa überwintern geschützt im Inneren des Buchsbaums, Pilzsporen wiederum überdauern sehr lange Zeit selbst unter widrigsten Bedingungen. Müssen Sie also entsprechend kontaminiertes Schnittgut loswerden, entsorgen Sie es am besten

  • über den Hausmüll (Restmülltonne)
  • über den Biomüll (Biomülltonne bzw. braune Tonne)
  • in entsprechend ausgewiesenen Containern auf dem Wertstoffhof (vorher fragen!)
  • oder bei einem Lagerfeuer (vorher Genehmigung bei Behörden einholen!)

Sofern der Buchsbaum über den Müll entsorgt werden soll, verpacken Sie ihn am besten luftdicht verschlossen in einer Tüte o. ä. Auf diese Weise können die Krankheitsverursacher nicht entweichen und sich gegebenenfalls weiter verbreiten.

Warum darf ich das Schnittgut in die Biotonne werfen aber nicht selbst kompostieren?

Nun wird zwar dazu geraten, mit dem Buchsbaumzünsler befallenen Buchs nicht selbst zu kompostieren, diesen aber in der Biomülltonne zu entsorgen. Deren Inhalt landet doch auch auf dem Kompost, auch wenn dieser industriell dimensioniert ist. Wo ist denn da der Unterschied, kann sich der Zünsler hier nicht auch weiter verbreiten? Nein, denn industriell betriebene Kompostieranlagen erhitzen das Kompostgut für den Zeitraum von mehreren Wochen auf Temperaturen von mehr als 55 °C. Diese Behandlung überlebt der Zünsler in all seinen Entwicklungsstadien nicht, weshalb die Entsorgung unproblematisch ist. Auf dem heimischen Kompost dagegen kann die Temperaturentwicklung sowie die Hygiene nicht annähernd so genau im Auge behalten werden, so dass die Tiere überleben und sich munter weiter vermehren können.

Tipps

Den Buchsbaumzünsler effektiv zu bekämpfen, ist eine schwierige Angelegenheit, zumal er nach Erholungsphasen immer wieder kommt. Bei einem starken Befallsdruck kann es sinnvoll sein, ganz auf die Kultur von Buchs zu verzichten und stattdessen ähnliche Pflanzen als Ersatz auszuwählen.

Text: Ines Jachomowski Artikelbild: ivaskes/Shutterstock

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