Sind Brechbohnen giftig?

Brechbohnen sind lecker und können im Sommer frisch aus dem Garten geerntet werden. Darf man dann beim Ernten gleich ein wenig an den Bohnen knabbern oder sind die grünen Brechbohnen giftig? Hier erfahren Sie mehr.

brechbohnen-giftig
Brechbohnen sind roh giftig

Brechbohnen nie roh essen

Brechbohnen enthalten ebenso wie andere Gartenbohnen wie Buschbohnen oder Feuerbohnen die für Menschen giftige Eiweißverbindung Phasin. Phasin ist wie alle Eiweiße hitzeempfindlich und wird daher beim Kochen zerstört. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten die Brechbohnen mindestens 10 Minuten kochen.

Was passiert, wenn man Brechbohnen roh ist?

Brechbohnen sind im rohen Zustand hochgiftig. Schon fünf Bohnen reichen aus, um bei einem Erwachsenen schwere Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Da Phasin den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigt kommt es nach zwei bis drei Stunden zu folgenden Symptomen:

  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Krampfanfälle
  • Schock

Bei Verzehr von mehr als zehn Bohnen kann es sogar zum Tod kommen. Besonders gefährlich sind Brechbohnen für Kinder. Aufgrund des geringen Körpergewichts genügen bei Kindern schon fünf Bohnen, um eine tödliche Vergiftung zu bewirken.

Was ist im Falle einer Vergiftung zu tun?

Wurde nur eine Bohne gegessen, kann mit ausreichender Zufuhr von Flüssigkeit einer Vergiftung entgegengewirkt werden. Besteht jedoch Verdacht auf eine Bohnenvergiftung, sollte unverzüglich ein Krankenhaus aufgesucht werden, wo das Gift entfernt wird.

Vergiftungen vorbeugen

Wenn Sie kleine Kinder und Haustiere haben, ist es ratsam, die Brechbohnen einzuzäunen. Außerdem sollten Sie bei der Ernte darauf achten, dass die Bohnen nicht in falsche Hände geraten. Kochen Sie Ihre Brechbohnen immer gründlich und werfen Sie Schnittreste weg.

Tipps

Entfernen Sie nun nicht panische Ihre Brechbohnen aus Ihrem Garten. Rohe Bohnen schmecken nicht besonders ansprechend, weswegen es äußerst unwahrscheinlich ist, dass ein Kind sich daran vergreifen würde.

Text: Sara Müller
Artikelbild: Scp photography/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.