Bachlauf selber bauen – Anleitung und Ideen für Heimwerker

Viele Gartenbesitzer haben einen kleinen oder auch großen Teich in ihrem Garten. Dieser lässt sich wunderbar um einen plätschernden Bach erweitern, für den es nicht einmal ein starkes Gefälle braucht. Lediglich zwischen drei und fünf Zentimeter pro Meter Höhenunterschied sind vollkommen ausreichend, um das Bächlein sanft durch den Garten fließen zu lassen. Lesen Sie, worauf Sie bei der Planung und dem Bau des Bachlaufs besonders achten sollten.

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Ein Bachlauf braucht ein ausreichendes Gefälle

Worauf Sie bei der Planung achten sollten

Bevor Sie zu Spaten und Teichfolie greifen, gilt es zunächst einmal, den künftigen Bachlauf sorgfältig zu planen. Vielleicht haben Sie schon eine Vorstellung davon, wie das Bächlein einmal aussehen soll: Länge, Breite, Verlauf sowie Bepflanzung des Bachbettes entscheiden maßgeblich über den natürlichen oder eher nicht natürlichen Gesamteindruck. So sind bei der Planung des Bachlaufs etwa diese Aspekte zu beachten:

  • Ein mäandernder, kurviger Bachlauf wirkt natürlicher.
  • Ein schnurgerader Bachlauf ist eher etwas für durchgeplante, “künstliche” Gärten
  • Idealerweise ist der Bachlauf 30 bis 60 Zentimeter breit und 20 bis 30 Zentimeter tief.
  • Optimal ist eine Länge zwischen sechs und zehn Metern.
  • Dabei kann der Bach einem (künstlichen) Quellstein entspringen und mündet in den Gartenteich.
  • Weist der Garten ein starkes Gefälle auf, sollten Staustufen eingebaut werden.

Um Wasser zu sparen, sollten Sie den Bachlauf nach Möglichkeit im Halb- oder lichtem Schatten positionieren, da in der vollen Sonne sehr viel Wasser verdunstet. Ein gänzlich schattiger Standort wiederum ist ebenfalls von Nachteil, da hier die Auswahl geeigneter Pflanzen für die Uferbepflanzung sehr eingeschränkt ist.

Bachlauf ausheben und Befestigung des Untergrundes

Am besten zeichnen Sie zunächst einen Plan Ihres Bachlaufs auf ein Stück Papier und messen dabei die konkreten Maße ab. Übertragen Sie die Skizze schließlich mit Hilfe einer Schnur in den Garten – diese zeigt die gewünschte Position und den Verlauf des Bachlaufes an. Nun können Sie sich daran machen, den Bachlauf auszuheben:

  • Zeigen Sie mit einer Schnur / Seil Position und Verlauf des Bachlaufs an.
  • Heben Sie das Bachbett mit dem Spaten aus.
  • Achten Sie dabei auf eine gleichmäßige Tiefe und Breite.
  • Ist das Bachbett an einer Seite tiefer als auf der anderen, staut sich hier das Wasser.
  • Rechnen Sie zur gewünschten Tiefe noch weitere fünf bis zehn Zentimeter für den Untergrund hinzu.

Der Untergrund des Bachbetts muss wasserdicht abgedichtet werden, damit das kostbare Nass nicht einfach in der Erde versickert. Hierzu haben Sie drei Möglichkeiten:

  • Auskleiden des Bachbettes mit Teichfolie: sehr flexible Lösung, allerdings muss die Folie mit Steinen o. ä. beschwert werden
  • Auskleiden des Bachbettes mit Kunststoffschalen: praktisch, aber unflexibel und sieht oft künstlich aus
  • Ausgießen des Bachbettes mit Beton: lange haltbar, zuverlässig, allerdings nur schwer zurückzubauen oder zu korrigieren

Sollten Sie sich für die Verwendung von Teichfolie entscheiden, planen Sie beidseitig je 25 Zentimeter mehr Folie ein als eigentlich für den Bachlauf benötigt: Das Material wird als Auslaufschutz gebraucht, zudem darf die Folie nicht in den Bach hineinrutschen.

So bauen Sie einen Bachlauf

Sind die Planungen erledigt, können Sie nun den gewünschten Bachlauf selber machen:

  • Dichten Sie das Bachbett ab, entweder mit Folie, Kunststoffschalen oder einem Betonfundament.
  • Teichfolie muss faltenfrei ausgelegt werden und wird mit stumpfen Steinen beschwert.
  • Auch die Kapillarsperre sollten Sie nicht vergessen.
  • Bei Verwendung von Folie legen Sie die Enden über den Rand.
  • Sie können Sie später unter Kies, Steinen und einer Bepflanzung optisch verschwinden lassen.

Warum die Pumpe so wichtig ist

Elementar für den Bau des Bachlaufs ist zudem die Pumpe, ohne die das Wasser nicht fließen wird. Die Pumpe – entsprechend des Gefälles mit einer Leistung von mindestens 40 Litern pro Minute – positionieren Sie im Gartenteich. Stellen Sie sie jedoch nicht direkt auf dessen Grund, da sonst Schlamm angesaugt wird und die Pumpe verstopft. Etwa 80 Zentimeter oder mehr Wassertiefe ist allerdings sinnvoll, damit das Gerät im Winter nicht kaputtfriert. Alternativ können Sie sie in der kalten Jahreszeit natürlich auch ausbauen. Bei einem Schwimm- oder Fischteich können Sie eine integrierte Pumpe mit Teichfilter einbauen, die das Wasser sauber hält. Die notwendigen Wasserschläuche verlaufen entweder ober- oder unterirdisch entlang des Bachufers. Unterirdische Schläuche lassen sich dabei zwar gut verstecken, müssen aber bei eventuellen Reparaturarbeiten immer wieder ausgegraben werden.

Gefälle beachten

Das Gefälle des Bachlaufs liegt idealerweise bei zwei und fünf Prozent. Ist es niedriger, kann das Wasser im Bach nicht fließen, ist es mehr, wird das Wasser dagegen zu schnell und kann vor allem nach einem starken Regen sowohl Steine als auch Bepflanzung mitreißen Bei einem von Natur aus starken Gefälle – etwa weil der Garten direkt an einem Hang liegt, helfen eingebaute Staustufen dabei, die Wassergeschwindigkeit zu drosseln. Sie haben zudem den Vorteil, dass die Pumpe aufgrund des gestauten Wassers zeitweise ausgeschaltet werden kann und Sie somit Strom sparen.

Tipps

Wählen Sie für eine naturnahe Bepflanzung des Uferbereichs heimische Pflanzen, die Nässe gut vertragen. Dazu gehören beispielsweise Farne und blühende Pflanzen wie Wiesenknöterich, Schwertlilien, Gauklerblumen und Dreimasterblumen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Andrew Angelov/Shutterstock

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