Harzfluss am Aprikosenbaum – was hat es damit auf sich?

An einigen Ästen oder dem Stamm eines Aprikosenbaumes können sich harzähnliche Ausflüsse bilden. Dabei handelt es sich um aufgelöstes Pflanzengewebe. In der Fachsprache wird das als Gummose bezeichnet. Doch warum kommt es zu Gummifluss und welche Folgen hat das für den Baum?

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Das Harz sieht zwar schön aus, weist aber Probleme hin

Betroffene Aprikosenbäume

Der Aprikosenbaum gehört zu den Obstbäumen im Hausgarten, die für Harzfluss besonders anfällig sind. Zu beobachten ist auch, dass zumeist junge oder alte Bäume davon betroffen sind. Das liegt daran, dass diese ihre volle Widerstandskraft aufgrund ungünstiger Lebensbedingungen entweder noch nicht entwickelt oder bereits eingebüßt haben.

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Ausbruch der Krankheit

Harzfluss ist eine physiologische Störung des Aprikosenbaumes, die äußerlich gut erkennbar ist. Es zeigen sich harzähnliche Auswüchse an Ästen oder am Stamm. Sie erinnern an das Harz der Nadelbäume, werden aber aus aufgelöstem Pflanzengewebe gebildet.

Das Harz tritt vor allem an verletzten Stellen des Baumes aus. Die Risse können auch sehr klein und kaum wahrnehmbar sein. Gelegentlich können auch Früchte von Harzfluss betroffen sein.

Ursachen für Harzfluss

Der auftretende Harzfluss ist kein Symptom einer bestimmten Krankheit. Vielmehr ist er ein Merkmal eines geschwächten Aprikosenbaumes. Für diese Schwäche kann es verschiedene Ursachen geben:

  • schwere und nasse Böden
  • Frost und Nässe
  • Verletzungen der Rinde durch Frost oder beim Schneiden
  • Fehler beim düngen

Aber auch verschiede Krankheiten wie Kräuselkrankheit, Monilia, Valsakrankheit und Schrottschusskrankheit können den Baum so schwächen, dass er Gummose entwickelt. Ebenso der Schädling Rindenwickler.

Auswirkungen

Die Austrittsstellen sind offene Pforten für Krankheitserreger und begünstigen damit den Ausbruch anderer Krankheiten. Doch der Harzfluss kann sich auch nach innen ausbreiten. Dann verstopft er die Versorgungskanäle des Baumes. Der betroffene Bereich wird nicht mehr richtig mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Aufgrund dieser Unterversorgung stirbt er mit der Zeit ab. Im schlimmsten Fall kann sogar der ganze Aprikosenbaum absterben.

Richtig handeln

Optimieren Sie zukünftig die Lebensbedingungen des Baumes, um eine weitere Schwächung zu vermeiden, bzw. um ihn zu stärken. Einem bereits harzenden Aprikosenbaum muss man unbedingt mit Schnittmaßnahmen entgegentreten.

  • betroffene Äste auf 20 cm lange Zapfen zurückschneiden
  • Harzfluss bildet sich am Zapfen
  • dieser stirbt mit der Zeit ab und kann entfernt werden
  • so wird das verbleibende gesunde Gewebe nicht geschädigt

Tipps

Gefährdete Aprikosenbäume sollten generell im Sommer nach der Ernte geschnitten werden. Die schnelle Wundheilung wird so gefördert und das Wachstum gebremst. Auf keinen Fall sollte im Winter zur Schere gegriffen werden.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: susanna cesareo/Shutterstock
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