Amberbaum – Infos zu den Wurzeln

Oberirdisch begeistert der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua) als majestätischer Solitär mit furioser Herbstfärbung. Was treiben eigentlich seine Wurzeln im Gartenboden? Dieser Ratgeber bringt Licht ins Dunkel mit wissenswerten Infos rund um das Wurzelwachstum. So lassen sich Amberbaumwurzeln entfernen.

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Herzwurzeln wachsen sowohl in die Tiefe als auch in die Breite

Herzwurzler Amberbaum – Was heißt das?

Im Steckbrief ist nachzulesen, dass der Amberbaum als Herzwurzler gedeiht. Dieser Begriff beschreibt ein spezielles Wurzelsystem, das im Querschnitt an eine Herzform erinnert. Diese Eigenschaften prägen das Wachstum von Amberbaum-Wurzeln:

  • Wurzelwachstum in die Tiefe und Breite
  • Dominante Pfahlwurzeln reichen mehrere Meter tief bis zum Grundwasser
  • Schwächere Seitenwurzeln mit Ausdehnung in Kronenbreite und darüber hinaus

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Mit diesen Wurzeln ist der Amberbaum in guter Gesellschaft. Zahlreiche Laubbäume haben sich ebenfalls im Laufe der Evolution für ein Herzwurzelsystem entschieden, weil es eine Extraportion Standfestigkeit verspricht. Hierzu zählen Spitzahorn (Acer platanoides), Apfelbaum (Malus) oder der beliebte Kugeltrompetenbaum (Catalpa bignonioides).

Amberbaum Wurzeln entfernen – Wie geht das?

In der Hoffnung auf einen Indian Summer im Hausgarten, pflanzen Hobbygärtner den malerischen Seesternbaum, ohne die imposante Wuchshöhe von bis zu 20 Metern zu beachten. Innerhalb weniger Jahre sprengt die gewaltige Baumkrone mit satten 12 Metern Durchmesser die Platzkapazitäten und der Baum wird gefällt. Jetzt steht die Frage im Raum: Wie sind Amberwurzeln richtig zu entfernen? Folgende Methoden haben sich in der Praxis gut bewährt:

  • Manuell: Baumwurzeln ausgraben, zersägen, Stumpf mit Seilwinde aus dem Boden ziehen
  • Maschinell: Stubbenfräse mieten, auf das Holz setzen, Baumstumpf und Wurzeln zerkleinern

Ohne Muskelschmalz, jedoch mit viel Geduld, lassen sich Amberbaum-Wurzeln mit natürlichen Mitteln entfernen. Bei dieser Variante sägen Sie den Baumstumpf schachbrettartig einige Zentimeter tief ein. In die Wurzeln bohren Sie Löcher. In die Spalten und Löcher füllen Sie eine Mischung aus frischem Kompost und Kompostbeschleuniger. Um die Zersetzung kümmern sich dann fleißige Mikroorganismen. Schneller schreitet der Prozess voran, wenn Sie die Öffnungen im Holz zu zwei Drittel befüllen mit Bittersalz und mit flüssigem Kerzenwachs versiegeln.

Tipps

Kommen Amberbaum-Wurzeln einer Pflasterfläche bedrohlich nahe, schneiden Sie überlange Wurzelstränge einfach zurück. Damit Sie nicht zu viel Wurzelmasse entfernen, sollte der Mindestabstand der Schnittstellen vom Baum das Achtfache des Stammdurchmessers betragen. Im Anschluss an den Wurzelschnitt schneiden Sie die Baumkrone proportional zur entfernten Wurzelmasse zurück.

Text: Paula Jansen

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